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Der abstrakte Jude wird beschützt, die konkrete Jüdin Charlotte Knobloch beschimpft

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TL;DR: In den Facebook-Kommentaren wird behauptet, jüdisches Leben müsse vor Muslimen und Linken geschützt werden. Doch wenn die Holocaustüberlebende Charlotte Knobloch vor der AfD warnt, wird sie „senil“, „strohdumm“, „alte Ledertasche“ und „vollkommen Dement“ genannt. Der abstrakte Jude dient als Schutzobjekt und Kronzeuge gegen andere – die konkrete Jüdin wird beschimpft, entmündigt und gefragt: „Wer bezahlt sie?“ Die Jüdische Allgemeine teilt auf ihrem Facebook-Account einen Beitrag über Charlotte Knoblochs erneutes Plädoyer für ein Verbotsverfahren gegen die AfD. In den daraufhin eingegangenen Facebook-Kommentaren wird der jüdischen  Holocaustüberlebenden  erklärt, vor wem Juden sich tatsächlich zu fürchten haben. Charlotte Knobloch hat etwas getan, was eine 93-jährige deutsche Jüdin, Holocaustüberlebende und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern nach Ansicht zahlreicher Kommentatoren offenbar besser unterlassen hätte: Sie hat eine po...

Das falsche Bewusstsein der Bewusstseinsbildner

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TL;DR: Auf einem Podium beim Sommercamp von Klasse Gegen Klasse wird Selbstorganisation gepredigt – wobei die Prediger genau wissen, zu welchem Bewusstsein die Selbstorganisierten zu gelangen haben. Der Text kritisiert diese politische Pädagogik, den „Imperialismus“ als universelle Erklärung und vor allem eine auffällige Leerstelle: Während ausführlich über Faschismus, AfD, Israel, Gaza und deutsche Geschichte gesprochen wird, bleibt Antisemitismus weitgehend außerhalb der Analyse. Ausgerechnet dort, wo die Theorie konkret werden müsste, wird sie abstrakt.   Auf dem Sommercamp von Klasse Gegen Klasse wird darüber gestritten, wie Merz und die AfD „zu Fall“ zu bringen seien. Die Antwort lautet immer wieder: durch Selbstorganisation. Nur weiß die organisierte Linke erstaunlich genau, was die Selbstorganisierten dabei herausfinden sollen. Es ist ein sympathischer Gedanke, die Menschen könnten ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen. Er wird nur ein wenig weniger sympathisch,...

Strohmann im Bühnenlicht – Wie man aus Art. 21 GG eine Gesinnungsfrage macht

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  TL;DR: Art. 21 GG prüft keine Gesinnung, sondern ob eine Partei die freiheitlich-demokratische Grundordnung beseitigen will – und es auch könnte (Potentialität, NPD II). Wer die Debatte wie  Harald Martenstein   zum Kulturkampf „rechts vs. links“ macht, ersetzt Rechtsdogmatik durch Dramaturgie. Warum die Debatte über ein AfD-Verbot juristisch ist – und nicht kulturell Grundlage aller Zitate ist das Video bzw. sein Transkript ab 2:16:24 bis 2:33:09 Prozess gegen Deutschland - Eröffnung: Auftaktplädoyers & Eröffnungsreden Im Theater wird gern mit Licht gearbeitet. Spot an, Argument groß. Spot aus, Zweifel klein. Harald Martenstein durfte im Thalia Theater den Schlussakkord setzen. Sechzehn Minuten Monolog, ein Plädoyer gegen das AfD-Verbot – und gegen jene, die darüber nachdenken. Seine Grundfigur war einfach: Wer die AfD verbieten wolle, wolle „ rechte Politik “ verbieten. Und wer rechte Politik verbieten wolle, schaffe die Demokratie ab. Das klingt nach Ve...