Yossi Bartal im nd Treffend gegen Pop-Antifaschismus, blind für Antisemitismus
TL;DR: Bartal erkennt zutreffend, dass popkultureller Antifaschismus oft symbolische Ersatzhandlung bleibt. Doch seine Kritik verliert an Schärfe, sobald Israel, Iran und Antisemitismus ins Spiel kommen: Aus Solidarität mit Israel wird vorschnell Zustimmung zu Massenmord, Iran erscheint fast nur als Opfer, und „antideutsch“ dient als pauschales Feindetikett. So wird sein Universalismus selbst selektiv. Yossi Bartal erkennt den Ersatzcharakter des popkulturellen Antifaschismus – und entzieht seiner Kritik den Boden, sobald Israel, Iran und Antisemitismus ins Bild treten. Yossi Bartal trifft in „ Musikalisch wie lyrisch unspektakulär “ einmal einen wunden Punkt. Ein Lied, das kleine Gruppen zum Ausspionieren, Bloßstellen und Anzeigen von Neonazis anhält, ist noch keine Theorie des Faschismus . Es ist nicht einmal eine Strategie gegen ihn. Es ist eine Gebrauchsanweisung für politische Selbstvergewisserung: Man erkennt den Feind, meldet ihn und darf sich für einen Augenblick auf der r...