Das Ressentiment kommentiert mit
TL;DR: Die Distanzierung des Zentralrats der Juden in Deutschland von Itamar Ben-Gvir hätte ein Beispiel politischer Differenzierung sein können: Eine jüdische Institution kritisiert öffentlich einen rechten israelischen Minister. Doch im Facebook-Kommentarbereich wird daraus binnen Stunden ein Tribunal gegen „die Juden“, „Israel“, „die Medien“ und angebliche jüdische Machtstrukturen. Die Kolumne zeigt, wie antisemitisches Ressentiment gerade durch solche Distanzierungen aktiviert wird, weil es keine Widersprüche akzeptiert, sondern jede Differenz sofort als Täuschung deutet. Aus legitimer Kritik an Politik wird ethnische Zuschreibung, aus Analyse moralische Totalisierung. Der moderne Antisemitismus erscheint dabei selten offen, sondern tarnt sich als Medienkritik, Elitenverdacht oder vermeintig mutiges „Aussprechen“. Soziale Medien verstärken diese Dynamik, weil sie Vereinfachung belohnen und Differenzierung verdächtig machen. Wie aus der Distanzierung des Zentralrats der Juden in D...