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Die Demo der Migrantifa Rhein-Main – Antirassismus im Dienst Teherans?

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TL;DR:  „Stoppt den Zionismus, stoppt den Krieg“ titelt die Migrantifa und erklärt dabei ein Regime, das Frauen unterdrückt, Oppositionelle einsperrt und Menschen erschießt, zum Teil der „Befreiung“. Die Migrantifa-Demo in Frankfurt zeigt: Man kann gegen Krieg sein – und trotzdem für die falschen Regime „ Stoppt den Zionismus, stoppt den Krieg .“ Der Satz klingt nach Pazifismus. Nach zwei Absätzen merkt man: Gemeint ist etwas anderes. Der Krieg soll nicht aufhören. Er soll richtig zugeordnet werden. Der Aufruf erklärt: „ Wir erkennen an, dass der Iran und Palästina verbunden sind .“ Das ist weniger Erkenntnis als Bündnispolitik. Verbunden werden hier Dinge, die sich außerhalb solcher Texte meist gegenseitig ausschließen: Befreiung und Gottesstaat, Solidarität und Sittenpolizei, Widerstandsrhetorik und Gefängnisapparat. Das Wort „verbunden“ erledigt die Differenz. Der nächste Satz klärt den Zweck: „ Der Iran unterstützt seit Jahrzehnten den palästinensischen Befreiungskampf...

Fünf Frauen, ein Schweigen – und ein Regime, das Angst hat

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TL;DR: Die Spielerinnen der iranischen Frauen-Nationalmannschaft schwiegen bei der Hymne – und wurden durch Irans Diktatur zu „Verräterinnen“ erklärt. Ihr Schweigen war Mut! Jetzt bekommen fünf von ihnen Schutz in Australien.   Die Spielerinnen der iranischen Frauen-Nationalmannschaft schwiegen bei der Hymne in Australien und riskierten ihr Leben. Fünf von ihnen erhalten nun Schutz in Australien – über Mut, Widerstand und Solidarität. Die iranische Frauenfußballnationalmannschaft hat in diesen Tagen mehr über Mut gelehrt als manch Regierung über Menschenrechte. Fünf ihrer Spielerinnen haben in Australien humanitäre Visa erhalten. Das ist eine gute Nachricht – und zugleich eine Anklage gegen jene Weltordnung, in der Frauen dafür um ihr Leben fürchten müssen, dass sie schweigen. Denn geschwiegen haben sie. Als vor dem Auftaktspiel gegen Südkorea die Hymne der Islamischen Republik erklang, standen die Spielerinnen da – und sangen nicht. Manche sahen darin einen Akt des Wi...

Keine Bomben - keine Analyse

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TL;DR: „Keine Bomben!“ ruft die Antikapitalistische Linke – und erklärt den Krieg zur Weltformel des Imperialismus. Moralisch eindeutig, analytisch dünn. Wer alles mit Hegemonie erklärt, erspart sich die Mühe des Denkens. Parolen ersetzen keine Politik. Wie die Antikapitalistische Linke den Krieg gegen die iranische Diktatur zur imperialistischen Weltformel erklärt Es ist ein beruhigendes Gefühl: Man kann gegen alles sein. Gegen Bomben sowieso. Gegen „US-Imperialismus“. Gegen „israelischen Kolonialismus“. Gegen Monarchisten, gegen Mullahs, gegen Hegemonie. Man kann sogar gegen „Weltneuordnungskriege“ sein. Und während man so umfassend Nein sagt, bleibt man moralisch sauber, politisch eindeutig, gedanklich unangreifbar – weil man gar nicht erst in die Nähe einer Zumutung kommt: der Wirklichkeit. Die Stellungnahme der Antikapitalistischen Linken vom 1. März 2026 trägt den Titel: „Sofortiger Stopp der Intervention im Iran! Keine Befreiung durch US-amerikanische Bomben!“ Der Titel...

Der Mann, der Antisemitismus zur iranischen Staatsdoktrin erhob, ist tot

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TL;DR: Mit Khameneis Tod verliert ein System seinen „Obersten Führer“: Antisemitismus als Staatsdoktrin, Holocaustrelativierung und Vernichtungsrhetorik gegen Israel waren Herrschaftstechnik. Sein politisches Erbe bleibt institutionalisierter Hass. Nach Khameneis Tod steht Irans Staatsantisemitismus auf dem Prüfstand: Ideologie, Holocaustrelativierung und Israelfeindschaft als Machtinstrument. Ali Khamenei ist tot. Getötet, so heißt es, nach amerikanischen und israelischen Angriffen. Dass ausgerechnet jene beiden Staaten, die er über Jahrzehnte rhetorisch vernichten ließ, am Ende militärisch in seine Nähe rückten, besitzt eine Ironie, die er vermutlich als zionistische Verschwörung gedeutet hätte. 37 Jahre lang hat Khamenei den Iran nicht nur regiert, sondern ideologisch imprägniert. Antisemitismus war unter ihm keine Begleiterscheinung, kein Ausrutscher eifernder Freitagsprediger, sondern ein Prinzip. Wer den Holocaust zur „unklaren Realität“ erklärt, wer Holocaustleugner hofiert,...

Der Justizmörder der Islamischen Republik: Gholam-Hossein Mohseni-Ejei – ein Leben im Dienst des Urteils, ein Tod im Bombenhag

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TL;DR:  Irans oberster Justizfunktionär und notorischer Vollstrecker politischer Urteile, Gholam-Hossein Mohseni-Ejei, starb im Bombenhagel einen schnellen Tod. War das gerecht? Wahrscheinlich nicht. Aber die Welt ist ohne einen Mann besser dran, der tausendfach summarische Todesurteile gegen Demonstrant*innen verhängen ließ und Repression zur Staatsräson erhob. Update: Die Hoffnung, der Massenmörder Gholam-Hossein Mohseni-Ejei habe im Bombenhagel sein verdientes, frühes Ende gefunden, war verfrüht. Stattdessen geschah das Gegenteil: Nach dem Tod Ali Chameneis am 28. Februar 2026 rückte Mohseni-Ejei – zusammen mit Massud Peseschkian und Alireza Arafi – in den dreiköpfigen Übergangsrat auf. Der oberste Hüter des göttlich verbrämten Rechts ist tot. Er starb nicht im Bett, nicht im Ruhestand, nicht von Zweifeln geplagt, sondern im Bombenhagel. Ob das gerecht war? Diese Frage stellen gewöhnlich jene, die Gerechtigkeit sonst für ein Verwaltungsdetail halten. Man kann sie also getrost o...

Wenn Irans Diktatur zum Opfer erklärt wird: Die seltsame Querfront der Antiimperialisten

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TL;DR: Während Iraner*innen für Freiheit sterben, erklärt eine seltsame Querfront deutscher Trolle die Proteste zur CIA/Mossad/Zionisten-Inszenierung. Wer das Iranische Regime zum Opfer macht, entmündigt die Mutigen auf der Straße und übt Solidarität mit der Diktatur – nicht mit den Menschen. Während im Iran Tausende gegen Unterdrückung und Armut protestieren, erklären deutsche Twitter-Aktivist*innenen die Aufstände zur Inszenierung von Mossad , CIA oder Zionisten. Was sie dabei vergessen: Die Menschen im Iran . Die Lage ist eindeutig, selbst ohne Internet: Seit dem 28. Dezember protestieren im Iran Millionen gegen ein Regime, das sie unterdrückt, foltert, erschießt, zum Schweigen zwingt. Maschinengewehre, abgeschaltetes Internet, überfüllte Leichenhallen, Kinder unter den Toten. Die Human Rights Activists News Agency zählt über 10.000 Verhaftete, die Narges-Stiftung spricht von mehr als 2.000 Toten. Die Polizei schießt mit Maschinengewehren, Ärzte berichten von gezielten Kopfsc...

Zur „Pressemitteilung von United4Gaza zur Demonstration am 21. Juni 2025“ oder Der Sieg der reinen Gesinnung

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TL;DR:  Laut  Pressemitteilung  " ü ber 70.000 marschieren in Berlin – gegen Israel, gegen Deutschland, für ein verkürztes Weltbild. Kein Wort zu islamistischem Terror, kein Zweifel am Antizionismus. Wer „Nie wieder“ ruft, aber Juden meint, schweigt zu Auschwitz – und verrät die Aufklärung. Laut  Pressemitteilung  marschierten  "üb er 70.000 Menschen" (in der Realität waren es ungefähr 15.000 Menschen) in Berlin und verkünden, der Feind heiße Israe l, die Schuldige sei Deutschland, und der Genozid finde – natürlich – nicht in Ruanda, in Syrien oder im Sudan statt, sondern einzig und allein dort, wo sich Juden gegen ihre Auslöschung verteidigen. Die  Pressemitteilung  zur Demonstration „ United4Gaza “ liest sich wie das Sprechblatt einer moralisch durchtherapierten Linken, die gelernt hat, dass Antisemitismus kein Makel ist, solange man ihn „Antizionismus“ nennt. Man inszeniert sich als Widerstand gegen ein „imperialistisches System“ – das heißt:...

Die Antiamerikanische Einheitsfront

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TL;DR:  Vier Parteien, ein Feindbild: USA böse, Iran harmlos. Linke, AfD, DKP und BSW vereint im Schweigen über Teheran – das Regime, das Frauen peitscht, Schwule hängt und Juden massakrieren lässt. Wer das Diplomatie nennt, meint in Wahrheit Kapitulation. Es gehört zu den zuverlässigsten Paradoxien des politischen Betriebs in Deutschland, dass dort, wo sich Linke und Rechte sonst bis aufs ideologische Zahnfleisch bekriegen, plötzlich eine wundersame Einigkeit herrscht – wenn es darum geht, gegen Washington zu wettern. Der jüngste US-Angriff auf iranische Nuklearanlagen brachte es einmal mehr ans Licht: Von der Partei die Linke über BSW unde DKP bis zur AfD zieht sich eine gemeinsame Linie – nennen wir sie die antiamerikanische Einheitsfront .  Und wenn man genau hinhört, mischt sich in diese Choreografie des kalkulierten Empörungsgestus ein alter, vertrauter Ton: jener der wortreichen Verteidigung des iranischen Regimes durch Schweigen. Jan van Aken , der wohl letzte...

Eine Kritik der gemeinsamen Erklärung der Kommunistischen Partei Israels (Maki) und der Tudeh-Partei des Iran

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TL;DR:   Eine „Friedenserklärung“ der Orthodoxen Kommunisten von Israels Maki und Irans Tudeh, die Hamas und den 7. Oktober verschweigt, Teheran schont und Israel dämonisiert, ist kein Aufruf zum Frieden – sondern zur Parteinahme für jeden, der gegen den jüdischen Staat kämpft. So also sieht es aus, wenn sich Maki und Tudeh – die kommunistischen Zwillingssterne am antiimperialistischen Abendhimmel – zur Weltlage äußern: Ein einziges Lamento über „Verbrechen“, „Aggression“ und „imperialistische Umgestaltung“ , vorgetragen mit dem Furor derer, die nicht aufklären, sondern rechtfertigen wollen – solange es nur die Richtigen trifft. Und wer sind die Richtigen? Natürlich Israel – das Land, das sich seit seiner Gründung weigert, sich ohne Gegenwehr auslöschen zu lassen. Und natürlich die USA – das Lieblingsziel aller linken Sonntagsseminare seit Vietnam. Dass der Iran, die „Islamische Republik“ mit dem theologischen Vernichtungsbefehl gegen Israel in der Verfassung, vielleicht auch...

Die Linke: Wie man Antisemitismus als Staatsziel des Iran ignoriert – und an seiner Seite Israel dämonisiert

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 TL;DR:  Die Linke verurteilt Israels Präventivschlag gegen den Iran, schweigt aber seit Jahren zur iranischen Vernichtungsrhetorik gegenüber. Wer Antisemitismus nur erkennt, wenn er im Braunhemd  kommt, ignoriert ihn im Turban – und macht sich mitschuldig. In einer Welt, in der Staaten CO ₂ -Neutralität, Digitalisierung oder Rüstungsexporte zum Staatsziel erklären, gibt es einen Staat, die Islamische Republik Iran, der sich für ein anderes Projekt entschieden hat: die Vernichtung Israels . Und während in Teheran seit über vier Jahrzehnten die Raketen nachjustiert, der Atomapparat verfeinert und die „zionistische Entität“ zur Eliminierung freigegeben wird, sitzt man im Karl-Liebknecht-Haus – und bastelt an Resolutionen gegen israelische „Aggressionen“. Willkommen bei Die Linke : einer Partei, die es mit bewundernswerter Konsequenz schafft, Antisemitismus zu „kontextualisieren“, Vernichtungsrhetorik zu „verstehen“ – und sich dabei moralisch so überlegen zu fühlen wie e...