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Putin, die AfD und der CSD-Anschlag: Die Anatomie eines Verschwörungsmythos

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TL;DR: Obwohl der Marxismus Verschwörungsmythen traditionell als verkürzte Welterklärungen ablehnt, verbreitet der linke Influencer DerDara in einem Video zum Anschlag auf den Berliner CSD selbst eine Erzählung über vermeintliche Verbindungen zwischen Islamismus, AfD und Kreml. Der Fall zeigt, wie ideologische Weltbilder konkrete Ereignisse umdeuten und politische Dramaturgie an die Stelle von Beweisen setzen. DerDara zeigt, wie politische Weltbilder reale Ereignisse umdeuten und aus Tatsachen Verdachtsmomente machen. Der klassische wie der moderne Marxismus begegnen Verschwörungsmythen traditionell mit Skepsis. Während Verschwörungserzählungen gesellschaftliche Entwicklungen auf das geheime Handeln einzelner Personen oder Gruppen zurückführen, richtet sich der marxistische Blick auf wirtschaftliche Strukturen, Klassenverhältnisse und die Zwänge des Kapitals. Ausbeutung, Konkurrenz und soziale Ungleichheit entstehen demnach nicht aus finsteren Geheimabsprachen, sondern aus den off...

Die Toten des CSD und ihre politischen Erben

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TL;DR: Der Anschlag auf den Berliner CSD war eine gezielte islamistische und queerfeindliche Tat. Wer daraus eine Anklage gegen Muslime und Migration macht, betreibt rassistische Verallgemeinerung. Wer den islamistischen Hintergrund aus Angst vor rechter Vereinnahmung verschweigt, verweigert die notwendige Analyse. Und wer die Tat zum Vorwand für mehr Überwachung und staatliche Kontrolle nimmt, schützt nicht die Freiheit, sondern baut sie ab. Eine glaubwürdige linke Antwort muss Islamismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit zugleich bekämpfen und die Betroffenen ins Zentrum stellen. Wie Rechte, Regierung und Teile der Linken den Anschlag auf den Berliner CSD für ihre jeweilige Wahrheit zurechtlegen – und dabei die Angegriffenen aus dem Blick verlieren Kaum war das Blut auf dem Asphalt des Berliner Christopher Street Day getrocknet, hatte die Republik bereits ihre alten Rollen verteilt. Die Rechten wussten, dass die Migration schuld sei. Die Regierung wusste, dass unsere offene Gese...

Die falschen Freunde der Freiheit

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TL;DR: Die Kolumne kritisiert zwei Lager, die Freiheit durch Bündnistreue ersetzen: Teile der Linken verklären autoritäre und islamistische Kräfte, sobald diese gegen Israel oder den Westen auftreten. Zugleich macht die JFDA aus Parolen vorschnell Tatbeweise und erklärt den deutschen Rechtsstaat zur moralischen Gegenwelt. Beide Seiten vermeiden die entscheidende Frage: Woran lassen sich politische Verbündete messen, wenn nicht an ihren tatsächlichen Zielen und Taten?   Wie Lagerdenken aus Reaktion Befreiung macht – und aus Deutschland gleich noch deren Schutzmacht Freiheit hat viele Freunde, besonders unter denen, die sie anderen nicht gönnen. Die einen marschieren unter Regenbogenfahnen und erklären Regime zu Verbündeten, die Homosexuelle verfolgen. Die anderen sehen darin den Beweis, dass der deutsche Staat schon deshalb emanzipatorisch sei, weil seine Gegner es nicht sind. So treffen sich zwei Lager, die einander verachten, in derselben Denkform: Politik heißt, den richtig...

Der Anschlag auf den CSD und seine politischen Dolmetscher

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TL;DR;  Die Kolumne zeigt, wie ein islamistischer Anschlag auf den Berliner CSD von verschiedenen politischen Lagern vereinnahmt wird. Der Staat ersetzt mögliche Rechenschaft durch Trauerrhetorik, Rechte machen aus einem Täter eine Anklage gegen Muslime und Migranten, während Teile der Linken den islamistischen Hintergrund aus ihrem Weltbild herausfiltern. Gefordert wird eine Kritik, die Islamismus klar benennt, Rassismus zurückweist und den Opfern keine nachträgliche politische Identität aufzwingt. Ein islamistischer Anschlag trifft den Berliner CSD. Noch bevor die Opfer versorgt sind, beginnt der Wettbewerb um ihre weltanschauliche Verwertung. Eine Frau ist tot, 29 Menschen sind verletzt . Nach den zusammengetragenen Berichten steuerte ein Mann im Tiergarten einen Kleinbus in Menschen und griff anschließend Passanten mit einer Machete an. Der Tatverdächtige galt als Islamist , als Sympathisant des „Islamischen Staates“ und als polizeilicher Gefährder. Das ist der Kern. Er ist...

Anschlag auf den CSD Berlin: Der Täter, der für manche Linke keiner sein darf

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TL;DR: Ist eine islamistische Tatmotivation belegt, muss sie benannt werden; Muslime kollektiv verantwortlich zu machen, bleibt rassistische Hetze. Wer den islamistischen Charakter der Tat aus lagerpolitischer Rücksichtnahme ausblendet und stattdessen unbelegt „rechte Kräfte“ zu ihren Bodenbereitern erklärt, ersetzt Analyse durch ideologische Selbstbestätigung. Die rechte Ausschlachtung des Anschlags ist ebenso zurückzuweisen wie das Raunen über Wahlen, Geheimdienste und „hybride Kriegsführung“. Aufklärung verlangt konkrete Täter, konkrete Ideologie, konkrete Bedingungen und belegbare politische Nutznießer. Wer den Islamismus verschweigt wie es teile, der Linken tun, z.B. Die Linke Neukölln und sich links gebende Einzelpersonen, bekämpft nicht den Rassismus; wer aus dem Islamisten „die Muslime“ macht, bekämpft nicht den Islamismus. Beide Seiten benötigen das Opfer nur als Material für ihr Lagerbild. Nach der Tat arbeiten die Deutungskombinate. Die einen kennen den Täter schon, bev...

Zwei Fahnen, derselbe Hass

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  TL;DR: Eine Tote, 29 Verletzte und ein getöteter Tatverdächtiger: Nach Angaben des Bundesinnenministers deutet beim Angriff auf den Berliner CSD alles auf einen islamistischen Terroranschlag hin. Das muss klar benannt werden, ohne Muslime unter Generalverdacht zu stellen. Ebenso klar ist die Heuchelei der Rechten, die queere Menschen nur dann entdeckt, wenn sie sich gegen Migration verwenden lassen. Gegen Islamismus und Volksgemeinschaft steht dieselbe Forderung: Niemand gehört Gott, Nation oder Familie. Der mutmaßlich islamistische Anschlag auf den Berliner CSD zeigt, was religiöse Reaktion und völkische Rechte verbindet: Beide verachten die Freiheit des Einzelnen. Wer die Tat rassistisch ausschlachtet oder ihr islamistisches Motiv ausblendet, schützt nicht die Betroffenen, sondern die eigene Ideologie. Am 25. Juli wurde der Berliner CSD zum Ziel eines Angriffs . Nach dem Tagesspiegel-Bericht fuhr ein 21-jähriger Tatverdächtiger mit einem Kleinbus in eine Menschenmenge und so...

Wenn der Davidstern den Safe Space stört

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TL;DR: Teile der Berliner Queer-Szene grenzen jüdische Queers aus und verharmlosen antisemitische Symbole. Die Kolumne zeigt, wie Aktivismus und Senat das Problem sprachlich relativieren. Wie Teile der queeren Berliner Szene Antisemitismus zur Fürsorge umetikettieren – und der Senat beim Wegsehen Haltung beweist Der sichere Raum endet dort, wo ein Jude ihn betritt und auf seiner Regenbogenfahne den Davidstern nicht abklebt. So lässt sich die Geometrie jener Berliner Queer-Milieus beschreiben, in denen jede Kränkung vermessen, jede Identität geschützt und ausgerechnet die jüdische zur Zumutung erklärt wird. Der Davidstern gilt als „bedrohlich“, die Intifada als Sprechchor und das rote Dreieck der Hamas als Zeichen des Widerstands. Man muss lange studiert haben, um diesen Widerspruch für Konsequenz zu halten. Es geht nicht um „die queere Community“, die es so wenig als einheitliches Subjekt gibt wie „die Linke“. Es geht um Teile einer Szene, in denen ein starres Weltbild die Urteil...