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Zu „Bombenschütze des Tages: Stephan Grigat“ von Matthias Rude in der junge welt

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TL;DR: Rudes „Bombenschütze des Tages“ etikettiert statt zu analysieren. Zitate ersetzen Kontext, Metaphern die Auseinandersetzung. Wer Grigat kritisiert, müsste seine Bedrohungsanalyse prüfen – nicht ihn zum Typus erklären. So bleibt Polemik ohne Vergleich und Positionsbekundung ohne Argument. Wie politische Parteinahme zur publizistischen Gefolgschaft wird – und Analyse im Dienst der Frontstellung verschwindet Matthias Rude hat mit seinem Text „ Bombenschütze des Tages: Stephan Grigat “ nicht einfach eine Kritik an Stephan Grigat geschrieben. Er hat eine Figur gebaut. Und wie bei solchen Figuren üblich, ist sie weniger ein Gegenstand der Analyse als ein Träger der Abneigung. Der Titel setzt den Ton: „Bombenschütze des Tages“. Das ist keine These, sondern ein Etikett. Wer so einsteigt, will nicht prüfen, sondern festlegen. Man könnte auch sagen: Der Text weiß schon, was er von seinem Gegenstand zu halten hat, bevor er ihn zitiert. Rude schreibt, Grigat habe „schon 2007 ‚geziel...

Unter dem Teppich

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TL;DR: Frankfurt streitet vor der Wahl am 15. März nicht über Mieten, sondern über Antisemitismus bei DIE Linke. Nach „United4Gaza“, Tweet-Skandal und Ausladung durch die Jüdische Gemeinde steht die Frage im Raum: Blindheit oder Problem? Wer eine ‚Antifaschistische‘ Partei sein will, muss hier Klarheit schaffen. Wie Frankfurt am Main über Antisemitismus streitet – und warum das Problem größer ist als eine Partei Der Frankfurter Kommunalwahlkampf 2026 hat ein Thema, das sich nicht plakatieren lässt: Antisemitismus. Nicht der von rechts, der ist politisch eingepreist. Sondern der linke, der sich als Menschenrecht tarnt und als Israelkritik auftritt. Er riecht nicht nach Springerstiefeln, sondern nach Weltgewissen. Und genau deshalb wird er so verbissen bestritten. Den Satz, der die Debatte auslöste, schrieb nicht die CDU, nicht die FAZ, sondern Jutta Ditfurth. Unter der Überschrift „ Unter dem Teppich reformistischen Wohlverhaltens brodelt der Antisemitismus “ behauptet sie, im  ...

Der Mann, der Antisemitismus zur iranischen Staatsdoktrin erhob, ist tot

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TL;DR: Mit Khameneis Tod verliert ein System seinen „Obersten Führer“: Antisemitismus als Staatsdoktrin, Holocaustrelativierung und Vernichtungsrhetorik gegen Israel waren Herrschaftstechnik. Sein politisches Erbe bleibt institutionalisierter Hass. Nach Khameneis Tod steht Irans Staatsantisemitismus auf dem Prüfstand: Ideologie, Holocaustrelativierung und Israelfeindschaft als Machtinstrument. Ali Khamenei ist tot. Getötet, so heißt es, nach amerikanischen und israelischen Angriffen. Dass ausgerechnet jene beiden Staaten, die er über Jahrzehnte rhetorisch vernichten ließ, am Ende militärisch in seine Nähe rückten, besitzt eine Ironie, die er vermutlich als zionistische Verschwörung gedeutet hätte. 37 Jahre lang hat Khamenei den Iran nicht nur regiert, sondern ideologisch imprägniert. Antisemitismus war unter ihm keine Begleiterscheinung, kein Ausrutscher eifernder Freitagsprediger, sondern ein Prinzip. Wer den Holocaust zur „unklaren Realität“ erklärt, wer Holocaustleugner hofiert,...

Der Justizmörder der Islamischen Republik: Gholam-Hossein Mohseni-Ejei – ein Leben im Dienst des Urteils, ein Tod im Bombenhag

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TL;DR:  Irans oberster Justizfunktionär und notorischer Vollstrecker politischer Urteile, Gholam-Hossein Mohseni-Ejei, starb im Bombenhagel einen schnellen Tod. War das gerecht? Wahrscheinlich nicht. Aber die Welt ist ohne einen Mann besser dran, der tausendfach summarische Todesurteile gegen Demonstrant*innen verhängen ließ und Repression zur Staatsräson erhob. Der oberste Hüter des göttlich verbrämten Rechts ist tot. Er starb nicht im Bett, nicht im Ruhestand, nicht von Zweifeln geplagt, sondern im Bombenhagel. Ob das gerecht war? Diese Frage stellen gewöhnlich jene, die Gerechtigkeit sonst für ein Verwaltungsdetail halten. Man kann sie also getrost offenlassen. Er stand an der Spitze eines Justizapparates, der mit Urteilen schneller war als mit Beweisen. Wer demonstrierte, riskierte nicht nur die Festnahme, sondern die theologische Aufladung seines Delikts: „ Krieg gegen Gott “ hieß das dann, oder „ Verderbnis auf Erden “ – Formeln, die mehr nach mittelalterlicher Scholastik kli...

Fairness als Karriereordnung: Boris Palmer zum Wahlkampf

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TL;DR: Palmer nennt die sexualisierte Rede eines Politikers über Schülerinnen eine „alte ungeschickte Aussage“ – und erklärt feministische Kritik daran zum Fairnessproblem. Nicht die sexualisierte Wahrnehmung von minderjährigen stört ihn, sondern das Thematisieren vor der Wahl. Wie aus der sexualisierten Wahrnehmung von Schülerinnen eine „alte ungeschickte Aussage“ wird – und aus feministischer Kritik ein Timingproblem Ich gestehe: Als Bewohner der Stadt Tübingen und überzeugter Nichtwähler von Boris Palmer zähle ich zu jenen Menschen, die es vorziehen, etwas Sinnvolleres zu tun – etwa einer Waschmaschine beim Waschen zuzusehen –, als die neuesten Elaborate ihres Oberbürgermeisters zu studieren. Ich hätte es auch im Falle jenes Beitrags halten sollen, der unter dem schlichten Titel „@Fairness im Wahlkampf“ firmiert und doch nichts anderes ist als eine weitere Übung in Selbstgerechtigkeit. Andererseits: Wenige Tage vor der Baden-Württemberg-Wahl drängt sich eine Einsicht auf, di...

Buchenwald ist kein Seminarraum – und kein Megafon

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TL;DR: Buchenwald ist kein Seminarraum – und kein Megafon. Wer am KZ-Ort „Israels Massenmord“ ruft, lädt Gegenwartspolitik historisch auf und funktionalisiert Erinnerung. Kritik daran ist nicht „rechte Agenda“, sondern die Frage nach Anstand und Maß am Tatort der Geschichte. Zum Artikel „Rechte Agenda“ (Nick Brauns, junge welt, 25.02.2026) Buchenwald ist kein Seminarraum. Man kann dort nichts „diskutieren“, ohne dass der Boden widerspricht. Und es ist erst recht kein Megafon, in das man Gegenwartsparolen spricht, damit sie im Echo der Geschichte moralischer klingen. Wer diesen Unterschied verwischt, verwechselt Ort mit Gelegenheit. Nick Brauns eröffnet seinen Text „ Rechte Agenda “ mit der Feststellung: „ In rechten Blättern herrscht helle Aufregung .“ Das mag sein. Rechte Blätter leben von Aufregung wie andere von Auflage. Aber die Aufregung der Falschen macht das Eigene nicht richtig. Der Hinweis auf Bild ersetzt kein Argument; er schafft nur eine Front, auf der man sich bequem...

Antisemitismuskritik im Kriegsmodus

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TL;DR: Antisemitismuskritik ist notwendig. Aber sie verliert ihre Kraft, wenn sie Entmenschlichung normalisiert und moralische Gewissheit für Analyse hält. Über den Artikel „Auf sie mit Gebrüll!“ und die Selbstbeschädigung eines richtigen Anliegens im falschen Ton. Wie „ Auf sie mit Gebrüll!“ von   Antje Jelinek in den Ruhrbarone Entmenschlichung normalisiert und moralische Gewissheit mit politischer Analyse verwechselt Es gibt Menschen, die halten Antisemitismusprävention für eine Arbeit an Begriffen. Und es gibt Menschen, die halten sie für eine Arbeit mit Begriffen – als Wurfgeschosse. Wer sich fragt, wie so etwas aussieht, braucht keine Fortbildung. Es reicht ein Blick in die Ruhrbarone, wo Antje Jelinek am 26.02.2026 die Leiterin eines staatlich geförderten Projekts gegen Hass im Netz gegen den Vorwurf der Hassrede verteidigt – mit einer Inbrunst, die man sonst nur aus Fankurven kennt. „ Auf sie mit Gebrüll! “ heißt das Stück: Programm, Methode, Ergebnis. Die Verteidigung...