Ein Beschluss, ein Austritt – und das Narrativ vom ‚politischen Zionismus‘ als Synonym für Netanjahu
TL;DR: Die Linke Niedersachsen behauptet, sie lehne nur den „politischen Zionismus“ ab und das meine Netanjahu. Tatsächlich meint der Beschluss damit auch Gegner*innen Netanjahus und erklärt eine ganze Idee zum Problem. Die scheinbare Differenzierung verschleiert eine pauschale Delegitimierung. Ein Beschluss, ein Austritt – und die Frage, ob die politische Sprache der Antizionisten Realität noch beschreibt oder Sie schon ersetzt. Es sind oft die kleinen Worte, die große Programme tragen. In Niedersachsen trägt eines davon ein ganzes Parteiproblem: „real existierend“. „ Die Linke Niedersachsen lehnt den heute real existierenden Zionismus ab “, heißt es im Beschluss. Ein Satz, der sich absichert, bevor er zuschlägt. Denn er behauptet Differenzierung – zwischen Idee und Wirklichkeit. Nur: Einen „real existierenden Zionismus“ im Singular gibt es nicht. Zionismus ist kein einheitliches Programm, sondern ein politisches Spektrum. Er reicht von religiösen bis säkularen, von rechte...