Zu „Bombenschütze des Tages: Stephan Grigat“ von Matthias Rude in der junge welt
TL;DR: Rudes „Bombenschütze des Tages“ etikettiert statt zu analysieren. Zitate ersetzen Kontext, Metaphern die Auseinandersetzung. Wer Grigat kritisiert, müsste seine Bedrohungsanalyse prüfen – nicht ihn zum Typus erklären. So bleibt Polemik ohne Vergleich und Positionsbekundung ohne Argument. Wie politische Parteinahme zur publizistischen Gefolgschaft wird – und Analyse im Dienst der Frontstellung verschwindet Matthias Rude hat mit seinem Text „ Bombenschütze des Tages: Stephan Grigat “ nicht einfach eine Kritik an Stephan Grigat geschrieben. Er hat eine Figur gebaut. Und wie bei solchen Figuren üblich, ist sie weniger ein Gegenstand der Analyse als ein Träger der Abneigung. Der Titel setzt den Ton: „Bombenschütze des Tages“. Das ist keine These, sondern ein Etikett. Wer so einsteigt, will nicht prüfen, sondern festlegen. Man könnte auch sagen: Der Text weiß schon, was er von seinem Gegenstand zu halten hat, bevor er ihn zitiert. Rude schreibt, Grigat habe „schon 2007 ‚geziel...