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Yossi Bartal im nd Treffend gegen Pop-Antifaschismus, blind für Antisemitismus

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TL;DR: Bartal erkennt zutreffend, dass popkultureller Antifaschismus oft symbolische Ersatzhandlung bleibt. Doch seine Kritik verliert an Schärfe, sobald Israel, Iran und Antisemitismus ins Spiel kommen: Aus Solidarität mit Israel wird vorschnell Zustimmung zu Massenmord, Iran erscheint fast nur als Opfer, und „antideutsch“ dient als pauschales Feindetikett. So wird sein Universalismus selbst selektiv. Yossi Bartal erkennt den Ersatzcharakter des popkulturellen Antifaschismus – und entzieht seiner Kritik den Boden, sobald Israel, Iran und Antisemitismus ins Bild treten. Yossi Bartal trifft in „ Musikalisch wie lyrisch unspektakulär “ einmal einen wunden Punkt. Ein Lied, das kleine Gruppen zum Ausspionieren, Bloßstellen und Anzeigen von Neonazis anhält, ist noch keine Theorie des Faschismus . Es ist nicht einmal eine Strategie gegen ihn. Es ist eine Gebrauchsanweisung für politische Selbstvergewisserung: Man erkennt den Feind, meldet ihn und darf sich für einen Augenblick auf der r...

Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt: Fünf vor Verharmlosung

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TL;DR: Die Kolumne kritisiert, dass Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der Folge „Danger Dan und das Elend des Antifaschismus“ Danger Dans Antifaschismus zwar zu Recht als symbolisch und politisch unzureichend beschreiben, zugleich aber die autoritäre Gefahr der AfD verharmlosen. Ökonomische Ursachen sind wichtig, erklären Faschismus und Antisemitismus jedoch nicht vollständig. Wer Antisemitismus erst bei einem ausformulierten Vernichtungsplan erkennt, verharmlost ihn. Wie „Wohlstand für Alle“ die faschistische Gefahr ökonomistisch kleinredet Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt haben in „ Danger Dan und das Elend des Antifaschismus “ ein Ziel und verfehlen es so gründlich, dass aus der Kritik am falschen Alarm eine eigene Entwarnung wird. In ihrer Episode über Danger Dans Lied „Keine Angst“ zerlegen sie den Haltungskitsch eines prominenten Antifaschismus, der den Staat am Montag verteidigt, am Dienstag von ihm ausgezeichnet wird und sich am Mittwoch als sein letzter Gegner insze...

Der Krieg fährt Diesel

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TL;DR: Russlands Krieg erreicht die eigenen Felder: Raffinerieangriffe, Treibstoffquoten und steigende Kosten legen Ernten lahm. Bauern zahlen für Moskaus Kriegswirtschaft – und akut drohen weltweit höhere Weizenpreise und neue Risiken für die Ernährungssicherheit. Wie Russlands Kriegswirtschaft Raffinerien, Felder und Bauern derselben Mangelordnung unterwirft – und die Rechnung bis auf den Weltmarkt reicht. Russland, das größte Land der Erde, verfügt über Erdöl, Erdgas, Kohle, Atomwaffen und einen Präsidenten, der sich bei jeder Gelegenheit vor Landkarten fotografieren lässt. Was Russland offenbar nicht in ausreichender Menge besitzt, ist Diesel für den Mähdrescher . Das Landwirtschaftsministerium hat vorgeschlagen, d ie Treibstoffmengen zu begrenzen, welche die Regionen für ihre Bauern anfordern dürfen . Eine Obergrenze für den Mangel also. Wo nicht genug vorhanden ist, wird gerecht verteilt, was fehlt. Das nennt sich Planung, wenn der Staat es tut, und Misswirtschaft, wenn der...

Keine Toleranz der Intoleranz: Das verlogene Gedenken der AfD

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 TL;DR: Ein Kranz macht noch keine demokratische Haltung. Die AfD beruft sich auf den Widerstand gegen Hitler, während sie Geschichte relativiert, Gegner diffamiert und Intoleranz normalisiert. Demokratie darf das nicht mit Toleranz verwechseln. „Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet und die Toleranz mit ihnen.“ ( Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 1945) Der AfD-Kranz im Bendlerblock war kein Zeichen des Erinnerns, sondern der Versuch, sich an den Toten des Widerstands politisch reinzuwaschen. Am Ende war der Kranz beschädigt, und damit schien der Skandal gefunden. Tobias Korenke, Großneffe des evangelischen Theologen und NS-Widerstandskämpfers  Dietrich Bonhoeffer , hatte versucht...

Ein Platz für alle – nur nicht in den bestehenden Verhältnissen

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TL;DR: Die im Juni 2026 neue gegründete jüdisch-arabische Partei „A Place for Us All“ (auf Hebräisch Makom Lekulanu , auf Arabisch Maku Kulanu ) erhebt Gleichheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit zum gemeinsamen politischen Programm. Gerade deshalb wirkt sie in einer Gesellschaft, die Juden und Araber politisch trennt, wie eine Provokation. Ihr größtes Risiko ist die Sperrklausel von 3,25 Prozent: Scheitert sie daran, könnten Stimmen der Opposition verloren gehen. Ihr größtes Potenzial liegt jedoch darin, junge palästinensische Bürger und arabische Frauen zu mobilisieren, die bisher nicht wählen wollten. Entscheidend ist daher nicht nur, ob die Partei in die Knesset einzieht, sondern ob Gleichheit überhaupt noch als realistische Politik gelten kann. Die im Juni neue gegründete jüdisch-arabische Partei „A Place for Us All“ verspricht nichts Utopischeres als Gleichheit. Dass dies in Israel bereits als politisches Wagnis gilt, sagt mehr über die Ordnung aus als über ihre Gegner. Am...

Spahns Familie verdient Schutz – seine Politik Kritik

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TL;DR: Regenbogenfamilien verdienen uneingeschränkten Schutz vor rechter und homophober Hetze. Das macht weder Jens Spahns politische Skandale noch die Ausbeutungsverhältnisse kommerzieller Leihmutterschaft weniger kritikwürdig. Jens Spahn muss gegen homophobe Hetze verteidigt werden – und zugleich für seine Maskenpolitik, seine politischen Verbindungen und die Nutzung kommerzieller Leihmutterschaft kritisiert werden. Jens Spahn hat eine bemerkenswerte Fähigkeit: Wo andere Politiker einen Interessenkonflikt haben, besitzt er eine Bekanntschaft. Wo öffentliche Aufträge fragwürdig vergeben werden, kennt er jemanden, den man „einschätzen“ kann. Wo Milliardenrisiken entstehen, war die Not groß. Und wo politische Verantwortung beginnt, endet zuverlässig die strafrechtliche Zuständigkeit. Das Verfahren gegen Spahn im Zusammenhang mit den Maskenkäufen wurde nach den vorliegenden Angaben eingestellt, weil die Ermittlungsbehörden keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Straftat sahen....

El Obeid: Zuflucht unter Belagerung

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 W ährend immer mehr Vertriebene in der Hauptstadt Nord-Kordofans Schutz suchen, greifen die Rapid Support Forces Straßen, Strom- und Wasserversorgung an. El Obeid wird zum Zufluchtsort und verliert zugleich die Grundlagen, die ein Überleben dort ermöglichen. Seit Anfang Juli 2026 sind Zehntausende Menschen aus Süd- und West-Kordofan nach El Obeid geflohen. Gleichzeitig schneiden die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) die Stadt durch Drohnenangriffe und eine faktische Blockade zunehmend von ihren Versorgungswegen ab. Strom und Wasser fallen aus, Treibstoff wird knapp, Arbeitsplätze verschwinden, medizinische Hilfe ist immer schwerer erreichbar. Gerade ihre strategische Bedeutung macht die Stadt zum Schutzraum und Angriffsziel zugleich. UNICEF warnt, dass bis zu 500.000 Zivilisten gefährdet sein könnten. Kindern drohe , „getötet, verletzt, vertrieben oder anderen schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt zu werden“. El Obeid liegt rund 360 Kilometer südwestlich vo...