Benjamin-Immanuel Hoff versucht, die Linke zum Denken zu zwingen
TL;DR: Benjamin-Immanuel Hoff kritisiert den antizionistischen Beschluss der niedersächsischen Linken als analytisch falsch und politisch gefährlich. Seine Stärke liegt in der präzisen Zerlegung ideologischer Vereinfachungen – seine Schwäche in der Hoffnung, eine Partei, die zunehmend in Bekenntnissen denkt, durch Argumente zurückzugewinnen. Für eine Partei, die sich für eine lernende hält, wäre es zumindest folgerichtig, diesen Text zu lesen. Über einen Text, der Differenz verteidigt, wo andere Gewissheit suchen – und der gerade darin seine Überzeugungskraft wie auch seine Grenze findet. Benjamin-Immanuel Hoff hat einen Text gegen eine Versuchung geschrieben, die in der Linken älter ist als viele ihrer heutigen Vertreter: die Versuchung, Analyse durch Haltung zu ersetzen und Haltung durch Bekenntnis zu stabilisieren. Schon der Titel ist weniger Beschreibung als Intervention: „ Die Linke ist eine Partei – keine Glaubensgemeinschaft .“ Das ist richtig. Und zugleich verräterisch. Den...