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Die Wiederkehr des Judenmords

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TL;DR: Am 7. Oktober 2023 wurden Juden massakriert. Zwei Jahre später gilt nicht der Täter als barbarisch, sondern der Verteidiger als Kriegsverbrecher. Die Aufklärung ist dort gescheitert, wo man Vernichtung „Widerstand“ nennt – und die Geisel zum Schuldigen macht. Zur Regression der Aufklärung in linken Milieus nach dem 7. Oktober Es gibt Ereignisse, die die Zeit nicht nur in ein Davor und Danach spalten, sondern die auch das Gedächtnis in Geiselhaft nehmen. Der 7. Oktober 2023 ist so ein Tag. Für Israel war es ein Pogrom. Für die Hamas: ein Triumph. Für viele Linke im Westen: ein Betriebsunfall in der Argumentation. Denn während am Shabbat in israelischen Kibbuzim Menschen verbrannten, verstümmelt, vergewaltigt und entführt wurden – unter Allahu-Akbar-Rufen, die nicht nur zu Göttern sprechen wollten, sondern zur Weltöffentlichkeit –, verteilten Hamas-Anhänger*innen in Berlin- Neukölln - Süßigkeiten. Es war die Art von Empathie, die ihre eigene Abwesenheit feiert. Und es war ...

Wenn ein Liede zu Anklagen wird – Bruce Springsteenss "Streets of Minneapolis"

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Mit „Streets of Minneapolis“ erhebt Bruce Springsteen seine Stimme gegen staatliche Gewalt – für zwei Menschen, deren Leben im Januar 2026 durch ICE-Beamte brutal beendet wurde: Alex Pretti , ein 37-jähriger Intensivpfleger, und Renee Good , dreifache Mutter. In einer Stadt, die unter der winterlichen Kälte und politischem Frost gleichermaßen leidet, erinnert Springsteen an ihre Namen – und klagt die Realität eines gewaltsamen Einwanderungssystems an. „Und da waren blutige Fußspuren, wo Barmherzigkeit hätte stehen sollen…“ Pretti filmte die Konfrontation mit seinem Handy, wurde überwältigt – und erschossen. Good saß in ihrem Auto, als ein Schuss sie traf. Die Regierung sprach von „Selbstverteidigung“. Doch unabhängige Recherchen und Videoanalysen zeichnen ein anderes Bild. „Glaub bloß nicht deinen Augen, es ist unser Blut und unsere Knochen, unsere Pfeifen und Telefone gegen Millers und Noems schmutzige Lügen.“ Springsteen nennt Trump den „König“, seine Bundesbeamten eine „Pr...

Antisemitismus als Lackmustest – und „Die Linke“ fällt durch

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TL;DR:  Antisemitismus ist das ideologische Bindeglied unserer Zeit – das auszusprechen reicht, um die Linke ins ideologische Schneckenhaus zu treiben. Statt Debatte gibt’s Psychologisierung. Wer so reagiert, bestätigt nur, was er bestreiten will. Warum die Twitter-Austausch zwischen Andreas Büttner und Özlem Alev Demirel mehr verrät, als beiden lieb sein dürfte Manchmal reicht ein einziger Tweet, um den politischen Zustand einer ganzen Partei auf den Punkt zu bringen. Andreas Büttner, Mitglied der Linken in Brandenburg und dort auch Antisemitismusbeauftragter des Landes, wagte es, das Offensichtliche auszusprechen: „ Antisemitismus ist das ideologische Bindeglied unserer Zeit. Rechtsextreme, Linksextreme und Islamisten – drei Gruppen, die sonst nichts verbindet, außer der tief verwurzelte Hass auf Jüdinnen und Juden .“ Ein Satz, so klar wie unbequem. Denn wer sich dieser Diagnose stellt, muss mehr tun, als nur die Ränder der Gesellschaft zu beschimpfen. Er oder sie müsste in...

Russenhass ebenso verwerflich wie Antisemitismus - Verwechslung mit Systemfehler

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TL;DR: Wenn Oskar Lafontaine „Russenhass“ und Antisemitismus gleichsetzt, wird aus Erinnerung Ideologie. Israel wird zum Täter, Putin zum Kulturträger – und die Shoah zur Fußnote geopolitischer Gleichsetzung. Geschichtsvergessenheit mit Sendungsbewusstsein. Wenn Russenhass bei Oskar Lafontaine die Shoah relativiert und Israel statt Deutschland zum Täter wird Wenn die Geschichte als moralischer Prämienmarkt begriffen wird, auf dem sich Schuld und Mitgefühl rabattfähig gegeneinander aufwiegen lassen, dann ist das Resultat selten Einsicht, fast immer Ideologie. So auch bei Oskar Lafontaine, der seinen Artikel „Russenhass ist deutsche Staatstradition“   aus der Weltwoche und den NachDenkSeiten später auf Facebook bewusst zum „Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ unter dem Titel „Der Russenhass ist ebenso verwerflich wie der Antisemitismus“ zweitverwertete – mit einer flammenden Anklage gegen das Gedächtnis, gerichtet nicht an die Täter, sondern an dere...

Sevim Dağdelens Gedenken ohne Gedächtnis

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TL;DR:  Gedenken als Geopolitik: Sevim Dağdelen erklärt Auschwitz zum Friedenssymbol zwischen Deutschen und Russen – und lässt dabei die jüdischen Opfer verschwinden. Wer so erinnert, spricht nicht über die Shoah, sondern über sich selbst. Über Sevim Dağdelens Geschichtsdeutung im Gewand des Gedenkens „ Am 27. Januar 1945 beendete die Rote Armee im antifaschistischen Krieg den Holocaust durch die Befreiung von Auschwitz “ – ein Satz, wie mit Hammer und Sichel in den Marmor gemeißelt. Nur leider nicht in den der Erinnerung, sondern in den des geopolitischen Recyclings. Dass Auschwitz nicht befreit, sondern entdeckt wurde – zu spät für über eine Million Ermordete –, stört in diesem Memorial-Realismus der besonderen Art offenbar nicht. Geschichte wird hier nicht erinnert, sie wird geglättet, gefaltet und auf dem Altar tagespolitischer Loyalitäten geopfert. Die Autorin, Ex-Bundestagsabgeordnete und diplomatische Spezialistin im Dienste des autoritären Internationalismus, versteigt ...

Das Grundsatzprogramm der BAG Palästinasolidarität - ein völkisches Opfer-Narrativ als verbalradikales Programm

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TL;DR: Das Grundsatzprogramm der BAG Palästinasolidarität stilisiert Israel zum Täterstaat, verklärt Pogrome als Widerstand und immunisiert sich gegen Kritik – es ist kein linkes Konzept, sondern völkischer Moralradikalismus im antiimperialistischen Gewand. Warum die „BAG Palästinasolidarität“ nicht links, sondern bloß „anti“ ist Wer heutzutage bei einem Papier aus der Partei Die Linke – gar einem, das sich ‚Grundsatzprogramm‘ nennt – das Wort ‚Genozid‘ findet, darf – bei klarem Verstand – skeptisch werden. Wenn dann auch noch ‚Deutschland‘ der Mittäterschaft bezichtigt wird, und das Ganze sich nicht auf 1941, sondern auf 2024 bezieht, stehen wir nicht vor der ‚Aufarbeitung deutscher Verantwortung‘, sondern vor ihrer Entsorgung So geschehen im Grundsatzprogramm der BAG Palästinasolidarität der Partei Die Linke . Dort heißt es: „ Durch Waffenlieferungen und diplomatische Rückendeckung für Israel hat sich Deutschland erneut an Kriegsverbrechen und an einem Genozid schuldig gemacht.“ Wo...

„Wir haben uns etwas versprochen“ – Michel Friedmans Rede gegen Gleichgültigkeit und für demokratische Verantwortung

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TL;DR:  „Jeder ist jemand. Aber die Partei des Hasses erklärt: Einige Menschen sind niemand“, sagte Friedman in seiner Rede zum Holocaust-Gedenken im Niedersächsischen Landtag über die AfD. Seine Rede am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus war kein Ritual, sondern ein Weckruf: Demokratie stirbt nicht nur am Hass – sondern an der Gleichgültigkeit ihrer Verteidiger   Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus konfrontiert Friedman den niedersächsischen Landtag mit unbequemen Wahrheiten über Vergangenheit, Gegenwart – und die Bequemlichkeit der Demokratieverteidiger. Ein Tag der Erinnerung, ein Redner mit Gedächtnis. Am 27. Januar 2026 sprach Michel Friedman im Landtag von Niedersachsen . Es war der offizielle Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus – und die Rede des ehemaligen Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden war weder Trostritual noch Pflichtprogramm. Sondern ein Weckruf. Adressat: alle Demokratinnen und Demokraten. Ziel: die Wiederb...