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Die Waffen der anderen nieder

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TL;DR:  Über den „Aufruf für die Demonstrationen am 3. Oktober 2026“, über einen deutschen Pazifismus, der den Krieg abschaffen will, indem er dem Angreifer das Gewinnen ermöglichen will – und über eine Friedenskoalition, in der Teile der Partei Die Linke mit BSW, dieBasis, kommunistischen Gruppen und traditionellen Pazifisten eine Querachse bilden, deren kleinster gemeinsamer Nenner weniger eine gemeinsame Vorstellung von Emanzipation ist als die abstrakte Beschwörung des Wortes „Frieden“. Wo die Frage nach den Opfern aufhört, kann Frieden zur Ruhe werden, die der Sieger herstellt. „Hier ist nichts ungefährlich, nicht mal die Begeisterung für den Frieden.“ — Wolfgang Pohrt, Ein Volk, ein Reich, ein Frieden (1981) Über die deutsche Sehnsucht nach einem Frieden, den andere bezahlen Der Deutsche, wenn er schon wieder kriegstüchtig werden soll, möchte wenigstens dagegen sein. Das ist verständlich. Weniger verständlich ist, warum deshalb der Russische Staat, realitätsfern, ...

Wollt ihr die totale Befreiung?

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  TL;DR: Die Kolumne analysiert, wie ein Demonstrationsaufruf den 7. Oktober zum „Leuchtfeuer der Standhaftigkeit“ verklärt. Seine zentrale Kritik: Wo Täter, Opfer und konkrete Handlungen hinter Begriffen wie „Widerstand“, „Kolonisator“ und „Befreiung“ verschwinden, wird Geschichte zur moralischen Absolution. Je „vollständiger“ die Befreiung gedacht wird, desto unsichtbarer wird der einzelne Mensch. Wie aus einem Massaker ein „Leuchtfeuer“ wird und ein Berliner Demonstrationsaufruf den 7. Oktober in ein Erlösungsdrama verwandelt. Der Aufruf „ UNTIL TOTAL LIBERATION “ hat einen Vorzug: Er erspart seinem Kritiker die Detektivarbeit. Man muss keine Chiffren knacken und keine verborgenen Absichten erraten. Der Text sagt es selbst. Der 7. Oktober, ein Massaker an 1.200 zumeist Jüdischen Menschen wird schließlich zum „Leuchtfeuer der Standhaftigkeit“ erklärt . Bemerkenswert ist das Subjekt dieser Erzählung . Nicht bewaffnete Organisationen oder einzelne Täter handeln, sondern „di...

Der Antisemit braucht keinen Grund

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TL; DR: Robert Habeck will legitime Kritik an Israels Politik vor vorschnellen Antisemitismusvorwürfen schützen. Doch indem er die aktuelle „Konjunktur“ des Antisemitismus mit Israels Vorgehen in Gaza erklärt, verschiebt er Verantwortung. Israelische Politik darf und muss kritisiert werden. Antisemitismus bleibt jedoch immer in der Verantwortung der Antisemiten. Für Deutsche kommt hinzu: Auschwitz ist kein Schweigegebot, aber die historische Voraussetzung jedes Redens über Juden und Israel. Robert Habeck will Antisemitismus bekämpfen und Israel kritisieren. Doch beim Versuch, beides auseinanderzuhalten, erklärt er den Aufschwung des Antisemitismus mit israelischem Handeln. Habecks Ausgangspunkt klingt vernünftig . „Jede Form von Antisemitismus“ müsse „benannt und bekämpft werden“. Daraus dürfe kein „Schweigeverbot“ entstehen, das Kritik an Israel oder der Regierung Netanjahu unterbindet. Kritik an Israel ist nicht antisemitisch, Kritik an Antisemitismus kein Beifall für Israels ...

Stuttgarter Demo: Der 7. Oktober ohne jüdische Opfer

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TL;DR:   Ein von Die Linke Stuttgart unterzeichneter Demonstrationsaufruf erklärt den 7. Oktober zum „Tag des Genozids“, erwähnt aber weder das Massaker der Hamas noch die ermordeten, zumeist jüdischen, Israelis oder die verschleppten Geiseln. Das Problem ist nicht die Solidarität mit Palästinenser:innen und auch nicht die Kritik an israelischer Politik. Es ist eine antiimperialistische Erzählung, in der Israel dauerhaft als Täter erscheint, während „palästinensischer Widerstand“ und sogar das größte Antisemitische Massaker seit dem 8. Mai 1945 zur moralisch entlasteten Gegenkraft wird. Die entscheidende Frage ist deshalb: Warum braucht eine Linke wieder eine Seite, deren Verbrechen sie nicht sehen muss? Ein von der Partei Die Linke unterzeichneter Stuttgarter Demonstrationsaufruf lügt den Jahrestag des Massakers der Hamas und ihrer verbündeter an israelischen, zumeist Jüdischen, Zivilist:innen Faktenfrei zum Beginn des „Genozids in Gaza“ um. Das Hamas-Massaker, ermordete israel...

AKL: Kein Linker Antisemitismus! Nirgends?

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TL;DR: Die Antikapitalistische Linke verlangt belastbare Faktenchecks, wenn Antisemitismusvorwürfe erhoben werden. Gleichzeitig erklärt sie Die Linke ohne erkennbare Prüfung für vollständig frei von einem Antisemitismusproblem. Genau um diesen Widerspruch geht es hier. Politische Selbstbeschreibungen, Vergleiche mit anderen Fällen und Vermutungen über die Motive von Kritikern können eine Prüfung konkreter Vorwürfe nicht ersetzen. Damit sind die Vorwürfe nicht bewiesen. Widerlegt hat die Stellungnahme sie allerdings auch nicht.  Die Antikapitalistische Linke kritisiert, dass Antisemitismusvorwürfe ohne ausreichende Prüfung erhoben würden. Beim Vorwurf gegen die eigene Partei fällt ihr Urteil jedoch schon fest, bevor eine solche Prüfung überhaupt stattfindet. Die Stellungnahme „Politischer Gegner in Panik – Solidaritätmit Ferat Koçak“ des Bundessprecher der Antikapitalistischen Linken setzt nicht bei der naheliegenden Frage an, was an den Vorwürfen gegen Die Linke und Ferat Koça...

Der Antisemitismus, den das Kapital bestellt hat?

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TL;DR: Springers Interesse an bestehenden Eigentumsverhältnissen ist real -   daraus folgt aber nicht, dass Antisemitismusvorwürfe gegen Teile der Linken falsch sind. Die Kolumne kritisiert die Reduktion der Debatte durch die junge welt & Schambergers auf Klasseninteressen ebenso wie pauschale Antisemitismusurteile des Zentralrates der Juden und anderer über die gesamte Partei Die Linke. Entscheidend ist die Differenzierung: Die Interessen des Anklägers entscheiden nicht über die Wahrheit der Anklage. Wer Springers Klasseninteresse erkennt, hat noch keinen Antisemitismusvorwurf widerlegt – denn die Interessen des Anklägers entscheiden nicht über die Wahrheit der Anklage Es gibt eine besonders bequeme Form der Gesellschaftskritik. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Gesellschaft am Ende weniger kompliziert aussieht als vorher. Kerem Schamberger liefert dafür in drei Sätzen das Taschenmodell : „ Es geht ihnen nicht um Antisemitismus. Es geht ihnen um die Verhinderung vo...

Der Fall Hannah Bruns!

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TL;DR: Der Ausschlussantrag gegen Hannah Bruns ist mehr als ein Personalstreit der Berliner Linken. Er stellt die Frage, ob Antisemitismus auch dann erkannt und bekämpft wird, wenn er sich als Antikolonialismus und „Widerstand“ präsentiert – und ob ein Parteiausschluss wirkliche Selbstkritik ersetzt oder nur ein politisches Problem personell entsorgt. Der Ausschlussantrag gegen Hannah Bruns stellt die Berliner Linke vor eine unangenehme Frage: Gilt der Kampf gegen Antisemitismus auch dann, wenn er die eigenen Genossen etwas kostet? Es gibt Sätze, die durch Erläuterung nicht besser werden. „Ich werde mich von gar nichts distanzieren“ ist so einer. Hannah Bruns, Sprecherin der Berliner LAG Palästinasolidarität der Linken, sagte ihn im Juli 2025, nachdem ein Reporter wissen wollte, ob ih r „gerechtfertigter Kampf gegen das israelische Kolonialregime“ auch das Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 einschließe. Man kann über politische Distanzierungsrituale einiges sagen. Parteien li...