Der Antisemitismus, den das Kapital bestellt hat?
TL;DR: Springers Interesse an bestehenden Eigentumsverhältnissen ist real - daraus folgt aber nicht, dass Antisemitismusvorwürfe gegen Teile der Linken falsch sind. Die Kolumne kritisiert die Reduktion der Debatte durch die junge welt & Schambergers auf Klasseninteressen ebenso wie pauschale Antisemitismusurteile des Zentralrates der Juden und anderer über die gesamte Partei Die Linke. Entscheidend ist die Differenzierung: Die Interessen des Anklägers entscheiden nicht über die Wahrheit der Anklage. Wer Springers Klasseninteresse erkennt, hat noch keinen Antisemitismusvorwurf widerlegt – denn die Interessen des Anklägers entscheiden nicht über die Wahrheit der Anklage Es gibt eine besonders bequeme Form der Gesellschaftskritik. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Gesellschaft am Ende weniger kompliziert aussieht als vorher. Kerem Schamberger liefert dafür in drei Sätzen das Taschenmodell : „ Es geht ihnen nicht um Antisemitismus. Es geht ihnen um die Verhinderung vo...