Der Antisemitismus war wieder einmal nicht eingeplant
TL;DR: Eine Kritik nicht nur der „Yalla Yalla Intifada“-Rufe bei einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken, sondern vor allem der anschließenden politischen Rituale: Entsetzen, Distanzierung, angekündigte „Konsequenzen“. Die entscheidende Frage lautet, ob es sich tatsächlich um einen lokalen Ausrutscher handelt – oder ob Teile der Berliner Linken ein grundsätzliches Problem mit der Grenze zwischen Kritik an israelischer Regierungspolitik, Antizionismus und der Verharmlosung politischer Gewalt haben. Zugleich wendet sich der Text gegen pauschale Urteile über die gesamte Partei. Glaubwürdigkeit zeigt sich nicht in Pressemitteilungen, sondern dort, wo klare Grenzen innerparteilich tatsächlich etwas kosten. Die Berliner Linke erklärt den Neuköllner Antisemitismus Skandal zum Betriebsunfall. Das Problem ist nur: Wer immer wieder Betriebsunfälle produziert, sollte irgendwann die Betriebsanleitung lesen. Es gibt politische Skandale, deren anschließende Aufarbeitung so zu...