„Leistungsträger“ gegen „Arbeitsunwillige“ – die bequeme Moral der Bayernpartei
TL;DR: Die Bayernpartei beklagt, dass Menschen hart arbeiten und trotzdem zu wenig haben. Doch statt zu fragen, warum Arbeit so wenig einbringt, richtet sie den Blick auf Bürgergeldempfänger. So wird aus einem Verteilungsproblem ein moralischer Gegensatz zwischen „Fleißigen“ und „Arbeitsunwilligen“ – und aus der Kritik gesellschaftlicher Ungleichheit das Ressentiment gegen diejenigen, die noch weniger haben. Die Bayernpartei entdeckt den ausgebeuteten Arbeiter – und erklärt ihm vorsichtshalber den Arbeitslosen zum Problem. Die Bayernpartei sorgt sich um den arbeitenden Menschen. Das ist rührend, denn ihrer eigenen Beschreibung nach geht es ihm miserabel. Er steht „tagtäglich auf“, „schuftet“, zahlt Steuern, bekommt zu wenig heraus und muss fürchten, dass selbst lebenslange Arbeit keine auskömmliche Rente garantiert. Man könnte angesichts dieser Diagnose auf den Gedanken kommen, mit der Arbeitsgesellschaft stimme etwas nicht. Die Bayernpartei kommt auf einen anderen: Irgendwo ...