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Issa Remmo, ein jüdische Gütesiegel und Linker Antisemitismus

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TL:DR: Der Besuch Issa Remmos auf einer öffentlichen Wahlparty beweist keine politische Nähe zur Linken. Interessanter ist, wie die Partei über sich selbst spricht: Wenn eine jüdische Kandidatin als Beleg für „Diversität“ präsentiert wird, wird ausgerechnet ihre Herkunft zum politischen Gütesiegel. Wer beurteilen will, ob die Linke ein Antisemitismusproblem hat, sollte deshalb weniger auf Partygäste als auf Aussagen, Bündnisse und politische Praxis schauen.  Issa Remmo auf einer Wahlparty beweist wenig. Aussagekräftiger wird es, wenn eine jüdische Kandidatin zum Diversitätsnachweis ihrer Partei gerät. Über Antisemitismus, Tokenismus und die sonderbare linke Sehnsucht nach dem richtigen Gütesiegel. Ja, die Berliner Linke hat eine Antisemitismusdebatte. Aber der Besuch Issa Remmos auf einer ihrer Wahlpartys beweist ungefähr so zuverlässig politische Nähe wie der Besuch eines Taschendiebs im KaDeWe dessen Geschäftsmodell. Die Feier war öffentlich zugänglich, Remmo nach Angaben...

DER SPIEGEL: Marx widerlegt, Linke erledigt?

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TL;DR: Christian Reiermann erklärt linke Reformpolitik kurzerhand zum Marxismus und deren vermeintliches Scheitern zur Widerlegung von Marx. Doch wer Mietpolitik, Umverteilung und Staatsintervention mit Marx’ Kapitalismuskritik gleichsetzt, widerlegt vor allem ein selbst geschaffenes Zerrbild. Christian Reiermann erklärt in Der Spiegel vom 17. September unter dem Titel "Die drei Lebenslügen von Reichinnek, Eralp und Mamdani" Reformpolitik zur Wiederkehr des Marxismus à la DDR – und widerlegt dann Marx mit den Fehlern eines Programms, das er ihm selbst erst zugeschrieben hat. Christian Reiermanns Polemik beginnt mit einem Gespenst und endet mit einem Kalauer. Dazwischen liegt eine geradlinige Beweisführung: Die neue Linke fordert Enteignungen, Umverteilung und mehr Staat; Marx gilt als geistiger Ahnherr; historische sozialistische Staaten scheiterten; also seien Marx und die heutigen Linken gemeinsam widerlegt. Der Text formuliert das ohne Zögern: „Es gibt wenig, was gr...

Huthi-Siege als gute Nachricht? Der irritierende Antiimperialismus der SAV

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TL;DR: Die SAV beschreibt den Vormarsch der Huthis ausführlich als Niederlage der USA und Saudi-Arabiens. Ihr islamistischer, patriarchaler und antisemitisch aufgeladener Charakter rückt dagegen erst spät ins Zentrum. Die Polemik fragt, was von marxistischer Gesellschaftskritik übrig bleibt, wenn geopolitische Frontstellungen wichtiger werden als die Verhältnisse, für die eine Bewegung selbst steht. Im Artikel „Offensive der ‚Huthis‘ im Jemen: Schwere Niederlage für Saudi-Arabien“ von Claus Ludwig auf Sozialismus.info der Sozialistischen Alternative (SAV) erscheint der Vormarsch der Huthis vor allem als schwere Niederlage des US-geführten Machtblocks. Ihr reaktionärer gesellschaftlicher Charakter rückt erst dort ins Zentrum, wo eine marxistische Analyse eigentlich enden müsste. Eine Niederlage hat die Sozialistischen Alternative (SAV) auf Sozialismus.info zu vermelden – und nicht irgendeine . Saudi-Arabiens Armee sei „zahnlos“, der amerikanische „Schutzschirm für die Golfstaaten...

Eine Synagoge brennt, schuld sind die Juden

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TL;DR: Nach dem Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge kurz vor Jom Kippur kursiert in sozialen Medien sofort eine Erklärung: „Zionisten“, Israel oder der Mossad könnten selbst dahinterstecken. Der Kommentar zeigt, wie aus vermeintlicher Israelkritik antisemitische Täter-Opfer-Umkehr und „False Flag“-Verschwörungsdenken werden – noch bevor die Ermittlungen das Motiv geklärt haben. In Wuppertal ermittelt noch die Polizei, während im Netz Juden, „Zionisten“, Israel und Mossad bereits als Täter feststehen. Am 20. September 2026 beginnt am Abend Jom Kippur. Wenige Tage vorher versucht in Wuppertal jemand, an einem Nebeneingang einer Synagoge Feuer zu legen. Der Brand wird schnell gelöscht, niemand wird verletzt, der Sachschaden bleibt gering, ein Verdächtiger wird festgenommen. Man könnte nun auf die geradezu abwegige Idee kommen, zunächst die Kriminalpolizei ermitteln zu lassen. Das Internet ist schneller. Für die Twitter-Forensik ist die lästige Ermittlungsarbeit bereits ab...

Mit einer Fälschung gegen Antisemitismus

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TL;DR: Ein gefälschter „Intifada“-Sticker wird Elif Eralp und der Linken zugeschrieben. CDU-Staatssekretär Falko Liecke verbreitet das Motiv und verbindet es mit einem pauschalen Antisemitismusvorwurf gegen die Partei. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost stammt der Sticker jedoch nicht von der Linken. Wer Antisemitismus kritisieren will, sollte sich auf echte Aussagen und tatsächliches Handeln stützen. Fälschungen machen diese Auseinandersetzung unglaubwürdiger. Wer Antisemitismus in der Linken kritisieren will, braucht dafür keine erfundenen Belege. Im Gegenteil: Gerade Fälschungen schwächen die Glaubwürdigkeit einer notwendigen Kritik. Ein Satz wie „ Yallah Intifada mit Elif Eralp: Intifada ins Abgeordnetenhaus wählen “ wäre kaum eine harmlose Wahlkampfidee. Würde ein solcher Sticker tatsächlich von der Linken stammen, gäbe es einiges zu erklären: Warum wirbt eine Partei mit einem Begriff, der auch mit Terroranschlägen, Morden und antisemitischer Gewalt verbunden ist? We...

Gegen jeden Antisemitismus, sofern er nur religiös ist?

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TL;DR:  Der Kreisverband Die Linke im Kreis Konstanz erklärt seine Solidarität mit Jüdischen Menschen, die „allein aufgrund ihres Glaubens“ angegriffen werden. Genau diese Formulierung verengt Antisemitismus auf Religionsfeindschaft und blendet rassistische, verschwörungsideologische oder als „Protest“ aus. Gleichzeitig verwendet der Kreisverband selbst einen weiteren Antisemitismusbegriff, wenn er Politik und Medien die kollektive Vereinnahmung jüdischer Menschen vorwirft. Der Widerspruch: Der Begriff wird eng, sobald die eigene Sprache zur Debatte steht, und weit, wenn politische Gegner kritisiert werden. Wer „jeden Antisemitismus“ bekämpfen will, wie der Beschluss des Bundesparteitages am 21. Juni 2026 es auch für Die Linke im Kreis Konstanz verspricht, muss auch mit antisemitischen Mustern im eigenen politischen Umfeld rechnen. Wie der Kreisverband Die Linke im Kreis Konstanz den Begriff Antisemitismus erst verengt und ihn anschließend als Herrschaftsinstrument denunziert D...

Kampf gegen Antisemitismus als Verrat an der Basis?

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TL;DR: Die LAG Palästinasolidarität Sachsen erklärt Christian Schafts Eingeständnis eines Antisemitismusproblems in der Linken zum Verrat an der Basis. Die Polemik zeigt die Widersprüche dieses Framings: Antisemitismuskritik wird als „Staatsräson“ verdächtigt, innerparteilicher Pluralismus nur selektiv eingefordert und konkrete Belege für behauptete Doppelstandards fehlen. Eine glaubwürdige Linke muss zugleich palästinensische Rechte verteidigen, israelische Regierungspolitik kritisieren und Antisemitismus in den eigenen Reihen bekämpfen.   Ein Instagram-Post der LAG Palästinasolidarität Sachsen gegen den Thüringer Linken Fraktionsvorsitzenden Christian Schaft zeigt vor allem eines: Widerspruch gegen das eigene Weltbild wird schnell zum politischen Verrat erklärt. Der Instagram-Post der LAG Palästinasolidarität Sachsen mit dem Titel „Rechter Parteiflügel ♥ B ü rgerliche Presse“ zeichnet Christian Schaft als rechten Funktionär, der sich bei Markus Lanz der „bürgerlichen Pres...