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Daniel Bax: Die Linke als Notausgang

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TL;DR: Die Linke kann parlamentarisch nötig sein, um eine AfD-Regierung zu verhindern. Daraus folgt aber weder ihre politische Unbedenklichkeit noch, dass Kritik an Antisemitischen Ausfällen aus ihren Reihen gegen sie bloß vorgeschoben ist. Bax verwechselt taktische Nützlichkeit mit politischer Entlastung. Wer die AfD verhindern will, soll nach  Daniel Bax  die Linke brauchen. Nur verwechselt er parlamentarische Nützlichkeit mit politischer Wahrheit – und Opportunismus mit Widerlegung. Daniel Bax hat in seinem Kommentar „ Wer die AfD verhindern will, muss auf die Linke setzen “ in der taz eine gute Nachricht: Die Republik ist gerettet. Das BSW zerfällt, die AfD droht, die CDU regiert, und irgendwo sitzt noch die Linke herum und besitzt Stimmen. Mehr braucht es offenbar nicht, um aus ihr den „ Fels in der Brandung “ zu machen. In Thüringen stützt sie eine CDU-geführte Minderheitsregierung, in Sachsen-Anhalt könnte sie dasselbe tun. Daraus folgt für Bax, dass alle bösen ...

Der Skandal, der für das nd keiner sein soll

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TL;DR:  Özge Yaka deutet die Kritik an Elif Eralp als politisch inszenierten Antisemitismusskandal. Der Gegenkommentar zeigt die Leerstelle dieser These: Wer Wahlkampfinstrumentalisierung kritisiert, widerlegt damit nicht den Gegenstand der Kritik. Der Dahabflex-Song enthält neben Gaza-Solidarität auch positive Bezüge auf PFLP und Leila Khaled sowie „Tod der IDF“ und Molotowcocktail-Rhetorik. Kontext erklärt solche Aussagen – er macht sie nicht automatisch emanzipatorisch. Wer, wie Özge Yaka am 03.09.2026 im nd, Gewaltparolen zum „Kontext“ erklärt, kritisiert nicht die Instrumentalisierung des Antisemitismusvorwurfs, sondern immunisiert die eigene Erzählung gegen den Text, über den gestritten wird. Der Kommentar „Inquisitorisches Ritual gegen Elif Eralp“ hat eine klare These: Nicht ein problematischer Auftritt der Neuköllner Linken sei der Gegenstand des Streits, sondern ein von Medien und Konkurrenzparteien inszenierter Antisemitismusskandal, der Elif Eralp als linke Kandidatin...

Angriff auf die Vernunft

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TL;DR: Loren Balhorn, Chefredakteur von Jacobin, erklärt die Kontroverse um Dahabflex vor allem zum Versuch, die Berliner Linke politisch in die Defensive zu drängen. „Angriff auf die Vernunft“ hält dagegen: Dieser Versuch scheitert am Gegenstand selbst. Die Interessen und die Heuchelei der Kritiker widerlegen deren Kritik nicht. Wer „Tod für die IDF“, PFLP- und Leila-Khaled-Referenzen sowie Blut-, Volks-, Opfer- und Gewaltpathos zum bloßen Kommunikationsproblem erklärt, betreibt keine Kritik mehr. Er ersetzt sie durch Lagerdenken – und hält den Inhalt offenbar schon deshalb für progressiv, weil die Falschen ihn kritisieren. Wie aus Gewaltpathos eine Medienfrage wird und aus Kritik am eigenen Lager ein Verrat an der guten Sache. Loren Balhorns Kommentar „ In der Politik ist Angriff immer die beste Verteidigung “ hat eine erfreulich klare These: Die Berliner Linke soll sich durch die Affäre um den Rapper Dahabflex nicht in die Defensive treiben lassen. Statt „Aufarbeitung“ und „Kon...

Der Antisemitismus war wieder einmal nicht eingeplant

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TL;DR: Eine Kritik nicht nur der „Yalla Yalla Intifada“-Rufe bei einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken, sondern vor allem der anschließenden politischen Rituale: Entsetzen, Distanzierung, angekündigte „Konsequenzen“. Die entscheidende Frage lautet, ob es sich tatsächlich um einen lokalen Ausrutscher handelt – oder ob Teile der Berliner Linken ein grundsätzliches Problem mit der Grenze zwischen Kritik an israelischer Regierungspolitik, Antizionismus und der Verharmlosung politischer Gewalt haben. Zugleich wendet sich der Text gegen pauschale Urteile über die gesamte Partei. Glaubwürdigkeit zeigt sich nicht in Pressemitteilungen, sondern dort, wo klare Grenzen innerparteilich tatsächlich etwas kosten.   Die  Berliner Linke erklärt den Neuköllner  Antisemitismus   Skandal zum Betriebsunfall.  Das Problem ist nur: Wer immer wieder Betriebsunfälle produziert, sollte irgendwann die Betriebsanleitung lesen. Es gibt politische Skandale, deren anschlie...

Die mächtigste Splittergruppe der Welt

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TL;DR: Rechte wie Hans-Georg Maaßen und autoritäre "Linke" stehen politisch auf verschiedenen Seiten – und machen doch dieselbe kleine, heterogene Strömung zum übermächtigen Gegner. Die einen sehen in „Antideutschen“ Deutschlandhasser*innen im Mainstream, die anderen Zionist*innen und Verräter*innen an der Linken. Die Inhalte unterscheiden sich, die Methode ähnelt sich: Homogenisierung, Kontaktschuld und Ausschluss. Der Zwerg muss zum Riesen werden, damit er als Feind taugt. Wie Rechte und autoritäre Linke die „Antideutschen“ zum übermächtigen Feind erklären Deutschland ist wieder in Gefahr. Nicht durch jene, die Ausländer *innen durch die Straßen jagen, nicht durch Reichsbürger, die Minister entführen möchten, und schon gar nicht durch Deutsche, die Deutschland für eine ausgezeichnete Idee halten. Die Gefahr kommt diesmal von Leuten, die Deutschland nicht mögen. Hans-Georg Maaßen hat sieentdeckt: die Antideutschen . Das Kunststück besteht zunächst darin, eine seit d...

Wenn der ‚Nazi‘ zum verfolgten Juden phantasiert wird

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TL;DR: Waldemar Hartmann erklärt „Werbt nicht bei Nazis“ zur Umkehrung von „Kauft nicht bei Juden“. Damit reduziert er den NS-Boykott von 1933 auf das abstrakte Mittel „Boykott“ und blendet dessen historischen Charakter aus: Juden wurden als antisemitisch definierte Minderheit systematisch aus Wirtschaft und Gesellschaft verdrängt. Die Analogie macht so aus politisch Boykottierten imaginierte historische Opfer – und aus konkreter Geschichte eine beliebig verwendbare Empörungsformel. Wie aus „Werbt nicht bei Nazis“ die Wiederkehr von „Kauft nicht bei Juden“ konstruiert wird – und der Unterschied zwischen politischem Boykott und antisemitischer Verfolgung verschwindet. Waldemar Hartmann ist fassungslos. Das ist sein gutes Recht und vermutlich auch die günstigste Voraussetzung für einen Tweet. Eine Boykottliste von Campact, schreibt er, bedeute „ im Prinzip ja nix anderes alsdie Umkehrung der Nazi-Parole: Kauft nicht bei Juden “. Heute heiße es: „Werbt nicht bei Nazis.“ Und weil der R...

Der Lackmustest der Gesinnung

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TL;DR: Die Kolumne kritisiert den Versuch, Palästina oder Israel zum moralischen Lackmustest linker Politik zu machen. Weder deutsche Staatsräson noch Antizionismus dürfen der Kritik entzogen werden. Solidarität mit Palästinensern verlangt keine Verklärung Palästinas zum revolutionären Kollektivsubjekt; jüdische Selbstbehauptung rechtfertigt nicht jede israelische Regierungspolitik. Der eigentliche Verrat linker Politik beginnt dort, wo Bekenntnis die Kritik ersetzt.   Wenn Palästina zum Prüfstein jeder linken Politik und Israel zur Prüfung deutscher Moral wird, ist das Ergebnis vor allem eines: viel Gewissheit und wenig Kritik. Der Streit in der Partei DIE Linke zeigt, wie schnell aus Gesellschaftsanalyse ein Bekenntnisritual werden kann. Die deutsche Linke hat ein neues Verfahren zur Wahrheitsfindung entdeckt: den Lackmustest der Gesinnung. Man prüft nicht mehr, ob eine politische Behauptung stimmt, sondern ob derjenige, der sie äußert, auf der richtigen Seite steht. Besond...