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Huthi-Siege als gute Nachricht? Der irritierende Antiimperialismus der SAV

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TL;DR: DDie Polemik fragt, was von marxistischer Gesellschaftskritik übrig bleibt, wenn geopolitische Frontstellungen wichtiger werden als die Verhältnisse, für die eine Bewegung selbst steht. Im Artikel „Offensive der ‚Huthis‘ im Jemen: Schwere Niederlage für Saudi-Arabien“ von Claus Ludwig auf Sozialismus.info der Sozialistischen Alternative (SAV) erscheint der Vormarsch der Huthis vor allem als schwere Niederlage des US-geführten Machtblocks. Ihr reaktionärer gesellschaftlicher Charakter rückt erst dort ins Zentrum, wo eine marxistische Analyse eigentlich enden müsste. Eine Niederlage hat die Sozialistischen Alternative (SAV) auf Sozialismus.info zu vermelden – und nicht irgendeine . Saudi-Arabiens Armee sei „zahnlos“, der amerikanische „Schutzschirm für die Golfstaaten“ Geschichte, der US-Imperialismus stehe vor den „Trümmern seines wahnsinnigen Krieges“. Ansar Allah hingegen überrennt Gegner, schießt eine saudische F-15 ab und greift mit Raketen und Drohnen an. Ihr „militär...

Eine Synagoge brennt, schuld sind die Juden

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TL;DR: Nach dem Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge kurz vor Jom Kippur kursiert in sozialen Medien sofort eine Erklärung: „Zionisten“, Israel oder der Mossad könnten selbst dahinterstecken. Der Kommentar zeigt, wie aus vermeintlicher Israelkritik antisemitische Täter-Opfer-Umkehr und „False Flag“-Verschwörungsdenken werden – noch bevor die Ermittlungen das Motiv geklärt haben. In Wuppertal ermittelt noch die Polizei, während im Netz Juden, „Zionisten“, Israel und Mossad bereits als Täter feststehen. Am 20. September 2026 beginnt am Abend Jom Kippur. Wenige Tage vorher versucht in Wuppertal jemand, an einem Nebeneingang einer Synagoge Feuer zu legen. Der Brand wird schnell gelöscht, niemand wird verletzt, der Sachschaden bleibt gering, ein Verdächtiger wird festgenommen. Man könnte nun auf die geradezu abwegige Idee kommen, zunächst die Kriminalpolizei ermitteln zu lassen. Das Internet ist schneller. Für die Twitter-Forensik ist die lästige Ermittlungsarbeit bereits ab...

Mit einer Fälschung gegen Antisemitismus

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TL;DR: Ein gefälschter „Intifada“-Sticker wird Elif Eralp und der Linken zugeschrieben. CDU-Staatssekretär Falko Liecke verbreitet das Motiv und verbindet es mit einem pauschalen Antisemitismusvorwurf gegen die Partei. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost stammt der Sticker jedoch nicht von der Linken. Wer Antisemitismus kritisieren will, sollte sich auf echte Aussagen und tatsächliches Handeln stützen. Fälschungen machen diese Auseinandersetzung unglaubwürdiger. Wer Antisemitismus in der Linken kritisieren will, braucht dafür keine erfundenen Belege. Im Gegenteil: Gerade Fälschungen schwächen die Glaubwürdigkeit einer notwendigen Kritik. Ein Satz wie „ Yallah Intifada mit Elif Eralp: Intifada ins Abgeordnetenhaus wählen “ wäre kaum eine harmlose Wahlkampfidee. Würde ein solcher Sticker tatsächlich von der Linken stammen, gäbe es einiges zu erklären: Warum wirbt eine Partei mit einem Begriff, der auch mit Terroranschlägen, Morden und antisemitischer Gewalt verbunden ist? We...

Gegen jeden Antisemitismus, sofern er nur religiös ist?

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TL;DR:  Der Kreisverband Die Linke im Kreis Konstanz erklärt seine Solidarität mit Jüdischen Menschen, die „allein aufgrund ihres Glaubens“ angegriffen werden. Genau diese Formulierung verengt Antisemitismus auf Religionsfeindschaft und blendet rassistische, verschwörungsideologische oder als „Protest“ aus. Gleichzeitig verwendet der Kreisverband selbst einen weiteren Antisemitismusbegriff, wenn er Politik und Medien die kollektive Vereinnahmung jüdischer Menschen vorwirft. Der Widerspruch: Der Begriff wird eng, sobald die eigene Sprache zur Debatte steht, und weit, wenn politische Gegner kritisiert werden. Wer „jeden Antisemitismus“ bekämpfen will, wie der Beschluss des Bundesparteitages am 21. Juni 2026 es auch für Die Linke im Kreis Konstanz verspricht, muss auch mit antisemitischen Mustern im eigenen politischen Umfeld rechnen. Wie der Kreisverband Die Linke im Kreis Konstanz den Begriff Antisemitismus erst verengt und ihn anschließend als Herrschaftsinstrument denunziert D...

Kampf gegen Antisemitismus als Verrat an der Basis?

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TL;DR: Die LAG Palästinasolidarität Sachsen erklärt Christian Schafts Eingeständnis eines Antisemitismusproblems in der Linken zum Verrat an der Basis. Die Polemik zeigt die Widersprüche dieses Framings: Antisemitismuskritik wird als „Staatsräson“ verdächtigt, innerparteilicher Pluralismus nur selektiv eingefordert und konkrete Belege für behauptete Doppelstandards fehlen. Eine glaubwürdige Linke muss zugleich palästinensische Rechte verteidigen, israelische Regierungspolitik kritisieren und Antisemitismus in den eigenen Reihen bekämpfen.   Ein Instagram-Post der LAG Palästinasolidarität Sachsen gegen den Thüringer Linken Fraktionsvorsitzenden Christian Schaft zeigt vor allem eines: Widerspruch gegen das eigene Weltbild wird schnell zum politischen Verrat erklärt. Der Instagram-Post der LAG Palästinasolidarität Sachsen mit dem Titel „Rechter Parteiflügel ♥ B ü rgerliche Presse“ zeichnet Christian Schaft als rechten Funktionär, der sich bei Markus Lanz der „bürgerlichen Pres...

Die Alternative zur AfD?

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TL;DR: Das BSW trat mit dem Anspruch an, Unzufriedenen eine Alternative zur AfD zu bieten. Die dargestellte Wählerwanderung zeichnet jedoch ein paradoxes Bild: Von 49.000 Nettozugängen sollen lediglich 2.000 von der AfD stammen. Der Kommentar fragt deshalb, ob das BSW die AfD tatsächlich schwächt – oder durch die Übernahme rechter Problemdeutungen am Ende genau jene politische Verschiebung normalisiert, die es angeblich verhindern wollte. Das BSW wollte der AfD enttäuschte Wähler abnehmen. Doch ausgerechnet die eigene Wählerwanderung erzählt eine andere Geschichte: Die „Alternative zur Alternative“ gewinnt fast überall – nur kaum bei der AfD. 49.000 Wählende meldet das Bündnis Sahra Wagenknecht( BSW) nach der Wahl in Sachsen-Anhalt und weil eine Partei Zahlen hauptsächlich deshalb veröffentlicht, damit niemand über ihre Bedeutung nachdenkt, wird der Nettozugewinn gleich in einen schönen roten Pfeil verwandelt. Ausgerechnet die kleinste Zahl erzählt die Geschichte. 2.000. Vo...

Der abstrakte Jude wird beschützt, die konkrete Jüdin Charlotte Knobloch beschimpft

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TL;DR: In den Facebook-Kommentaren wird behauptet, jüdisches Leben müsse vor Muslimen und Linken geschützt werden. Doch wenn die Holocaustüberlebende Charlotte Knobloch vor der AfD warnt, wird sie „senil“, „strohdumm“, „alte Ledertasche“ und „vollkommen Dement“ genannt. Der abstrakte Jude dient als Schutzobjekt und Kronzeuge gegen andere – die konkrete Jüdin wird beschimpft, entmündigt und gefragt: „Wer bezahlt sie?“ Die Jüdische Allgemeine teilt auf ihrem Facebook-Account einen Beitrag über Charlotte Knoblochs erneutes Plädoyer für ein Verbotsverfahren gegen die AfD. In den daraufhin eingegangenen Facebook-Kommentaren wird der jüdischen  Holocaustüberlebenden  erklärt, vor wem Juden sich tatsächlich zu fürchten haben. Charlotte Knobloch hat etwas getan, was eine 93-jährige deutsche Jüdin, Holocaustüberlebende und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern nach Ansicht zahlreicher Kommentatoren offenbar besser unterlassen hätte: Sie hat eine po...