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‚Generation Deutschland‘: ein Gegenbeweis, der keiner ist

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TL;DR: Ein „Generation Deutschland“ -Funktionär mit Migrationsgeschichte wird zum „Beweis“ gegen den Vorwurf des Völkischen erklärt. Doch weder ersetzt eine Biografie politische Analyse, noch hebt eine Ausnahme strukturelle Widersprüche auf. Was als Entlastung präsentiert wird, erweist sich bei näherem Hinsehen als Teil der Argumentation selbst. Wie aus einer Person ein Argument gemacht wird – und warum genau darin das Problem liegt In Hessen wird Nafiur Rahman, ein junger Mann mit Migrationsgeschichte, zum Landesvorsitzenden der AfD-Parteijugend „Generation Deutschland“ gewählt – und plötzlich soll das der lebende Beweis dafür sein, dass an AfD und „Generation Deutschland“ gar nichts völkisch, nichts ausschließend, nichts rechts sei. Ein einzelner Biografiesplitter als Generalabsolution. Das ist ungefähr so schlüssig wie ein Nichtraucher im Raucherclub als Beweis für gesunde Luft. „ Als klar gewählter Mandatsträger der AfD bin ich der lebendige Gegenbeweis “ – gegen den Vorwurf...

Wie ein jw- Porträt sich seine Gegner erfindet

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TL;DR: Der Artikel will eine ideologische Verschiebung der Linkspartei nachweisen, ersetzt aber Analyse durch Unterstellung. Er arbeitet mit Deutungen statt mit Belegen und kritisiert Vereinfachung, indem er selbst vereinfacht. Wie das Porträt „ Diskursprofis des Tages: Gysi, Bartsch, Ramelow “, von Nico Popp in der junge welt, die den Diskurs ordnen will, ihn aber vorher verengt – und damit mehr über ihre Methode verrät als über ihr Objekt. Das Porträt von Nico Popp über Gysi, Bartsch, Ramelow will mehr sein als eine billige Polemik gegen drei altgediente Linke Politiker. Er gibt sich als Korrektur einer Verschiebung: weg vom Antiimperialismus, hin zur „ Staatsräson “. Was er liefert, ist eher ein Beispiel dafür, wie diese Verschiebung behauptet wird, ohne sie zu zeigen. Schon der Einstieg verrät die Methode. Wenn Gysi, Bartsch und Ramelow „ eigentlich meinen “, dass Antizionisten Israel „ von der Landkarte verschwinden “ sehen wollen, dann hält Popp ihnen nicht eine Gegenpositi...

Die guten Antisemiten

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  TL;DR:  Die Kolumne argumentiert, dass die deutsche Linke Antisemitismus vor allem dann erkennt und bekämpft, wenn er von rechts kommt – während sie eigene Formen davon oft übersieht oder umdeutet. Durch sprachliche Verschiebungen („Jude“ → „Zionist“), historische Kontinuitäten und aktuelle Beispiele (z. B. innerparteiliche Konflikte, Buchenwald-Aktion) entsteht eine Sichtfeldbegrenzung. Das Problem ist weniger bewusster Hass als ideologische Selbstgewissheit: Wer sich moralisch im Recht sieht, hinterfragt die eigenen Narrative nicht. Die zentrale Frage bleibt offen: Bekämpft die Linke Antisemitismus wirklich – oder nur den der anderen? Über teile einer politischen Strömung, die Antisemitismus bekämpfen – solange er nicht aus den eigenen Reihen kommt. Es beginnt, wie es in Deutschland oft beginnt, wenn es unangenehm wird: mit einer guten Absicht. In Buchenwald, jener Ort, an dem das Erinnern nicht Dekoration, sondern Verpflichtung ist, wollen Aktivisten am Jahresta...

Feindbild statt Lektüre: Witt-Stahls Jagdfieber

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TL;DR: Die Rezension von Witt-Stahl kritisiert Nicholas Potter für Vereinfachung und Feindmarkierung – greift dabei jedoch selbst auf solche Mittel zurück. Statt Argumente zu prüfen, werden Motive unterstellt und Gegensätze zugespitzt. So entsteht weniger eine Buchkritik als eine Gegenpolemik, die mehr über ihre eigene Logik verrät als über das kritisierte Werk. Eine Kritik, die den Vorwurf der Vereinfachung erhebt – und dabei selbst auf Differenz verzichtet. Über eine Rezension, die mehr zuschreibt als überprüft. Susanne Witt-Stahl will in „ Autoritäres Jagdfieber “ in der junge welt vom 23.03.2026 ein Buch kritisieren. Heraus kommt ein Text, der weniger das Buch trifft als das, was sie darin wiedererkennt – oder wiedererkennen möchte. Schon der erste Satz setzt den Rahmen: Potter lege „mit der Ideologieschrotflinte auf alle Gegner des imperialen Westens an “. Das ist ein Bild, kein Argument. Es ersetzt die Frage, wie Potter argumentiert, durch die Behauptung, warum er es ange...

Raul Zelik irrt: Warum Hannah Arendt nicht zur Linken Niedersachsen passt

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TL;DR: Raul Zelik behauptet, Hannah Arendt stehe der niedersächsischen Linken näher als der Parteiführung. Das stimmt nur oberflächlich. Arendt kritisierte den Zionismus analytisch, nicht moralisch. Während Niedersachsen urteilt und die Parteiführung moderiert, dachte Arendt in politischen Möglichkeiten. Wer sie zuordnet, verfehlt sie. Wie man  Hannah Arendt i n die Nähe einer Parteiposition presst – und dabei alles verliert, was sie dachte „Hannah Arendts Position zur israelischen Staatsgründung ist näher bei der niedersächsischen Linken als bei der Parteiführung und deren Bekenntnis zu Israel.“ (aus „ Linker Streit über Nahost: Nicht gleich nervös werden “ von Raul Zelik, nd, 22.03.2026) Es gibt Sätze, die wirken wie gute Pointen: knapp, merkfähig, zitierfähig. Sie setzen sich fest, gerade weil sie nicht lange erklären, sondern schnell einordnen. Raul Zelik hat so einen Satz geschrieben. Er ist eingängig. Und genau deshalb sollte man ihm misstrauen. Denn er stimmt – abe...

Die behauptete Kampagne als Antwort auf Kritik

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  TL;DR:  Tweets von Ulrike Eifler und ein Kommentar der jungen Welt reagieren auf Kritik, indem sie sie zur „Kampagne“ erklären. Durch moralische Selbstzuschreibung („humanistisch“) und Anti-Establishment-Rhetorik entsteht ein geschlossenes Deutungsmuster, das sich der Prüfung entzieht – und so den ursprünglichen Vorwurf ersetzt.   Über eine Argumentation, die Kritik nicht widerlegt, sondern zur „Kampagne“ erklärt – und sich so ihrer Prüfung entzieht. Am Anfang steht kein Argument, sondern eine Umdeutung. „ Die aktuelle Kampagne … ist politisch motiviert “, schreibt Ulrike Eifler, und mit diesem Satz verschiebt sich der Gegenstand. Was als Kritik beginnt, erscheint nun als Angriff. Der Vorwurf wird nicht geprüft, sondern verortet. Kernsatz: Nicht der Antisemitismusvorwurf soll geklärt werden, sondern die Kritik selbst wird zur erklärungsbedürftigen „Kampagne“ umcodiert. Von hier aus entfaltet sich eine Logik, die weniger widerlegt als ersetzt. „ Die Linke hat ...

Wie Daniel Bax den Antizionismus-Beschluss der Linken rhetorisch entschärft – und Özlem Alev Demirel Beifall spendet

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TL;DR: Der taz-Kommentar von Daniel Bax verharmlost den umstrittenen Antizionismus-Beschluss der Linken, indem er zentrale Inhalte wie „Genozid“ und „Apartheid“ ausblendet und ihn auf bloße Regierungskritik reduziert. Das Gefällt Özlem Alev Demirel die auf Twitter Daniel Bax „ für diesen weisen Kommentar. “ lobt. Statt den Inhalt zu analysieren, verschiebt Bax den Fokus auf Streitkultur und politische Wirkung. Das Lob aus dem antiimperialistischen Parteiflügel zeigt, wem diese Darstellung nützt. So entsteht keine Analyse, sondern eine rhetorische Entschärfung: Ein grundlegender politischer Konflikt wird verkleinert, ohne gelöst zu werden – und kehrt deshalb zwangsläufig wieder zurück. Wie ein radikaler Beschluss verharmlost wird – und was dabei unsichtbar blei Man kann einen politischen Text kritisieren. Man kann ihn verteidigen. Oder man kann ihn verkleinern, bis er in die eigene Argumentation passt. Die dritte Variante hat einen Vorteil: Sie erspart die Auseinandersetzung. Wora...