Frieden als Pose, Israel als Projektionsfläche: Die Linke zwischen Eifler und Ramelow
TL;DR: Die Auseinandersetzung zwischen Ulrike Eifler und Bodo Ramelow zeigt eine tiefere Spaltung der Linken: Während Eifler politische Gewissheit behauptet und Kritik – etwa an Antisemitismus – in einer Form der Selbstimmunisierung kategorisch zurückweist, erkennt Ramelow zwar die Eskalation der Begriffe, bleibt aber analytisch unentschlossen. Eiflers „Antikrieg“-Position erweist sich dabei weniger als universeller Maßstab denn als selektive politische Chiffre, insbesondere in Bezug auf Israel. Das Ergebnis ist eine Linke zwischen moralischer Selbstgewissheit und analytischer Sprachlosigkeit – und eine Debatte, die mehr bestätigt als erklärt. Wenn Begriffe kämpfen und Gewissheiten siegen Es beginnt, wie es oft beginnt: mit einem Streit über Worte. Und endet, wie es derzeit häufig endet: mit der Gewissheit, längst alles verstanden zu haben. Bodo Ramelow formuliert Zweifel, wenn er schreibt: „ Wenn Begriffe zur Keule werden und Freund/Feind zum Kampfpla...