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Wie die Ruhrbarone Migranten zur Gefahr erklären

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TL;DR: Grevens Text erklärt gesellschaftliche Konflikte nicht, sondern übersetzt soziale Probleme in kulturelle Feindbilder. Migration wird zur Ursache für Unsicherheit, Gewalt und politischen Zerfall erklärt, während ökonomische Ungleichheit und politische Versäumnisse aus dem Blick geraten. Die Polemik zeigt, wie aus individuellen Straftaten kollektive Schuld konstruiert und Ängste politisch organisiert werden. Wie man in den Ruhrbaronen Migranten zur Gefahr erklärt – Über die Verwandlung sozialer Konflikte in kulturelle Feindbilder. Wie aus sozialen Konflikten kulturelle Feindbilder werden – und warum Ludwig Grevens Text weniger über Migration verrät als über die Krise nationaler Gewissheiten Ludwig Grevens Text „ Migranten: Härte statt Laissez-faire “ verfolgt eine ebenso einfache wie folgenreiche These: Die offene Gesellschaft werde nicht durch soziale Ungleichheit, politische Fehlentscheidungen oder ökonomische Verwerfungen bedroht, sondern durch Menschen, die von außen komm...

Der Hauptfeind und die roten Gespenster

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TL;DR: Der Streit zwischen Fabian Lehr und Neo-Avantgarde zeigt zwei Schwächen der deutschen Linken: geopolitisches Lagerdenken und moralische Ausgrenzung. Eine glaubwürdige dritte Position müsste deutsche Aufrüstung ebenso ablehnen wie russischen Nationalismus und autoritäre Repression. Taktische Zusammenarbeit darf dabei weder mit Gefolgschaft noch mit politischer Reinheit verwechselt werden. Wie der Streit zwischen Fabian Lehr und Neo-Avantgarde mehr über die Krise der Linken verrät als über Russland Es gibt politische Milieus, die über Strategien, Programme und Macht streiten. Und es gibt politische Milieus, die sich gegenseitig zu Faschisten erklären. Die deutsche Linke des Jahres 2026 scheint entschlossen, beide Wege gleichzeitig zu gehen. Der Anlass wirkt zunächst klein: zwei YouTube-Videos – „ ROTE FASCHISTEN (außer Fabian Lehr) “ vom Kanal Neo-Avantgarde, veröffentlicht am 26. Juli 2026, und die zwei Tage später erschienene Antwort „ Sind die DKP und ich rote Faschisten...

Putin, die AfD und der CSD-Anschlag: Die Anatomie eines Verschwörungsmythos

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TL;DR: Obwohl der Marxismus Verschwörungsmythen traditionell als verkürzte Welterklärungen ablehnt, verbreitet der linke Influencer DerDara in einem Video zum Anschlag auf den Berliner CSD selbst eine Erzählung über vermeintliche Verbindungen zwischen Islamismus, AfD und Kreml. Der Fall zeigt, wie ideologische Weltbilder konkrete Ereignisse umdeuten und politische Dramaturgie an die Stelle von Beweisen setzen. DerDara zeigt, wie politische Weltbilder reale Ereignisse umdeuten und aus Tatsachen Verdachtsmomente machen. Der klassische wie der moderne Marxismus begegnen Verschwörungsmythen traditionell mit Skepsis. Während Verschwörungserzählungen gesellschaftliche Entwicklungen auf das geheime Handeln einzelner Personen oder Gruppen zurückführen, richtet sich der marxistische Blick auf wirtschaftliche Strukturen, Klassenverhältnisse und die Zwänge des Kapitals. Ausbeutung, Konkurrenz und soziale Ungleichheit entstehen demnach nicht aus finsteren Geheimabsprachen, sondern aus den off...

Die Toten des CSD und ihre politischen Erben

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TL;DR: Der Anschlag auf den Berliner CSD war eine gezielte islamistische und queerfeindliche Tat. Wer daraus eine Anklage gegen Muslime und Migration macht, betreibt rassistische Verallgemeinerung. Wer den islamistischen Hintergrund aus Angst vor rechter Vereinnahmung verschweigt, verweigert die notwendige Analyse. Und wer die Tat zum Vorwand für mehr Überwachung und staatliche Kontrolle nimmt, schützt nicht die Freiheit, sondern baut sie ab. Eine glaubwürdige linke Antwort muss Islamismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit zugleich bekämpfen und die Betroffenen ins Zentrum stellen. Wie Rechte, Regierung und Teile der Linken den Anschlag auf den Berliner CSD für ihre jeweilige Wahrheit zurechtlegen – und dabei die Angegriffenen aus dem Blick verlieren Kaum war das Blut auf dem Asphalt des Berliner Christopher Street Day getrocknet, hatte die Republik bereits ihre alten Rollen verteilt. Die Rechten wussten, dass die Migration schuld sei. Die Regierung wusste, dass unsere offene Gese...

Die falschen Freunde der Freiheit

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TL;DR: Die Kolumne kritisiert zwei Lager, die Freiheit durch Bündnistreue ersetzen: Teile der Linken verklären autoritäre und islamistische Kräfte, sobald diese gegen Israel oder den Westen auftreten. Zugleich macht die JFDA aus Parolen vorschnell Tatbeweise und erklärt den deutschen Rechtsstaat zur moralischen Gegenwelt. Beide Seiten vermeiden die entscheidende Frage: Woran lassen sich politische Verbündete messen, wenn nicht an ihren tatsächlichen Zielen und Taten?   Wie Lagerdenken aus Reaktion Befreiung macht – und aus Deutschland gleich noch deren Schutzmacht Freiheit hat viele Freunde, besonders unter denen, die sie anderen nicht gönnen. Die einen marschieren unter Regenbogenfahnen und erklären Regime zu Verbündeten, die Homosexuelle verfolgen. Die anderen sehen darin den Beweis, dass der deutsche Staat schon deshalb emanzipatorisch sei, weil seine Gegner es nicht sind. So treffen sich zwei Lager, die einander verachten, in derselben Denkform: Politik heißt, den richtig...

Der Anschlag auf den CSD und seine politischen Dolmetscher

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TL;DR;  Die Kolumne zeigt, wie ein islamistischer Anschlag auf den Berliner CSD von verschiedenen politischen Lagern vereinnahmt wird. Der Staat ersetzt mögliche Rechenschaft durch Trauerrhetorik, Rechte machen aus einem Täter eine Anklage gegen Muslime und Migranten, während Teile der Linken den islamistischen Hintergrund aus ihrem Weltbild herausfiltern. Gefordert wird eine Kritik, die Islamismus klar benennt, Rassismus zurückweist und den Opfern keine nachträgliche politische Identität aufzwingt. Ein islamistischer Anschlag trifft den Berliner CSD. Noch bevor die Opfer versorgt sind, beginnt der Wettbewerb um ihre weltanschauliche Verwertung. Eine Frau ist tot, 29 Menschen sind verletzt . Nach den zusammengetragenen Berichten steuerte ein Mann im Tiergarten einen Kleinbus in Menschen und griff anschließend Passanten mit einer Machete an. Der Tatverdächtige galt als Islamist , als Sympathisant des „Islamischen Staates“ und als polizeilicher Gefährder. Das ist der Kern. Er ist...

Anschlag auf den CSD Berlin: Der Täter, der für manche Linke keiner sein darf

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TL;DR: Ist eine islamistische Tatmotivation belegt, muss sie benannt werden; Muslime kollektiv verantwortlich zu machen, bleibt rassistische Hetze. Wer den islamistischen Charakter der Tat aus lagerpolitischer Rücksichtnahme ausblendet und stattdessen unbelegt „rechte Kräfte“ zu ihren Bodenbereitern erklärt, ersetzt Analyse durch ideologische Selbstbestätigung. Die rechte Ausschlachtung des Anschlags ist ebenso zurückzuweisen wie das Raunen über Wahlen, Geheimdienste und „hybride Kriegsführung“. Aufklärung verlangt konkrete Täter, konkrete Ideologie, konkrete Bedingungen und belegbare politische Nutznießer. Wer den Islamismus verschweigt wie es teile, der Linken tun, z.B. Die Linke Neukölln und sich links gebende Einzelpersonen, bekämpft nicht den Rassismus; wer aus dem Islamisten „die Muslime“ macht, bekämpft nicht den Islamismus. Beide Seiten benötigen das Opfer nur als Material für ihr Lagerbild. Nach der Tat arbeiten die Deutungskombinate. Die einen kennen den Täter schon, bev...