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Kampf gegen Antisemitismus als Verrat an der Basis?

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TL;DR: Die LAG Palästinasolidarität Sachsen erklärt Christian Schafts Eingeständnis eines Antisemitismusproblems in der Linken zum Verrat an der Basis. Die Polemik zeigt die Widersprüche dieses Framings: Antisemitismuskritik wird als „Staatsräson“ verdächtigt, innerparteilicher Pluralismus nur selektiv eingefordert und konkrete Belege für behauptete Doppelstandards fehlen. Eine glaubwürdige Linke muss zugleich palästinensische Rechte verteidigen, israelische Regierungspolitik kritisieren und Antisemitismus in den eigenen Reihen bekämpfen.   Ein Instagram-Post der LAG Palästinasolidarität Sachsen gegen den Thüringer Linken Fraktionsvorsitzenden Christian Schaft zeigt vor allem eines: Widerspruch gegen das eigene Weltbild wird schnell zum politischen Verrat erklärt. Der Instagram-Post der LAG Palästinasolidarität Sachsen mit dem Titel „Rechter Parteiflügel ♥ B ü rgerliche Presse“ zeichnet Christian Schaft als rechten Funktionär, der sich bei Markus Lanz der „bürgerlichen Pres...

Die Alternative zur AfD?

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TL;DR: Das BSW trat mit dem Anspruch an, Unzufriedenen eine Alternative zur AfD zu bieten. Die dargestellte Wählerwanderung zeichnet jedoch ein paradoxes Bild: Von 49.000 Nettozugängen sollen lediglich 2.000 von der AfD stammen. Der Kommentar fragt deshalb, ob das BSW die AfD tatsächlich schwächt – oder durch die Übernahme rechter Problemdeutungen am Ende genau jene politische Verschiebung normalisiert, die es angeblich verhindern wollte. Das BSW wollte der AfD enttäuschte Wähler abnehmen. Doch ausgerechnet die eigene Wählerwanderung erzählt eine andere Geschichte: Die „Alternative zur Alternative“ gewinnt fast überall – nur kaum bei der AfD. 49.000 Wählende meldet das Bündnis Sahra Wagenknecht( BSW) nach der Wahl in Sachsen-Anhalt und weil eine Partei Zahlen hauptsächlich deshalb veröffentlicht, damit niemand über ihre Bedeutung nachdenkt, wird der Nettozugewinn gleich in einen schönen roten Pfeil verwandelt. Ausgerechnet die kleinste Zahl erzählt die Geschichte. 2.000. Vo...

Der abstrakte Jude wird beschützt, die konkrete Jüdin Charlotte Knobloch beschimpft

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TL;DR: In den Facebook-Kommentaren wird behauptet, jüdisches Leben müsse vor Muslimen und Linken geschützt werden. Doch wenn die Holocaustüberlebende Charlotte Knobloch vor der AfD warnt, wird sie „senil“, „strohdumm“, „alte Ledertasche“ und „vollkommen Dement“ genannt. Der abstrakte Jude dient als Schutzobjekt und Kronzeuge gegen andere – die konkrete Jüdin wird beschimpft, entmündigt und gefragt: „Wer bezahlt sie?“ Die Jüdische Allgemeine teilt auf ihrem Facebook-Account einen Beitrag über Charlotte Knoblochs erneutes Plädoyer für ein Verbotsverfahren gegen die AfD. In den daraufhin eingegangenen Facebook-Kommentaren wird der jüdischen  Holocaustüberlebenden  erklärt, vor wem Juden sich tatsächlich zu fürchten haben. Charlotte Knobloch hat etwas getan, was eine 93-jährige deutsche Jüdin, Holocaustüberlebende und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern nach Ansicht zahlreicher Kommentatoren offenbar besser unterlassen hätte: Sie hat eine po...

AfD-Wähler:innen als verhinderte Sozialist:innen

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TL;DR: Soziale Not erklärt politische Wut – aber weder Rassismus noch Nationalismus. Die AfD profitiert von realer gesellschaftlicher Ohnmacht, bietet darauf jedoch eine autoritäre Antwort: Abwertung statt Solidarität. Eine Linke darf deshalb weder den Status quo verteidigen noch AfD-Wähler zu verhinderten Klassenkämpfer verklären. Sie muss die Verhältnisse bekämpfen, die Ressentiments begünstigen – und zugleich den Ressentiments selbst widersprechen.   Sebastian Rave erklärt den Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt aus sozialer Verwüstung und der Schwäche der Linken. Die Diagnose trifft einen wichtigen Zusammenhang – und droht doch, rechte Wähler:innen zu verhinderte Klassenkämpfer:innen zu verklären. Soziale Wut ist noch kein Klassenbewusstsein. Sebastian Rave von der akl in Bremen hat am 10. September 2026 " Radikal gewinnt, brav verliert.7 Thesen zur Wahl in Sachsen-Anhalt" auf der Webseite der akl präsentiert. Sebastian Raves sieben Thesen zur Wahl in Sachsen-Anhalt...

Rechts wählen ist kein Missverständnis

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TL;DR: Soziale Unsicherheit, Kontrollverlust und mangelnde Anerkennung können erklären, warum Beschäftigte die AfD wählen. Sie erklären aber nicht den Nationalismus selbst. Rechte Politik deutet reale soziale Konflikte um Arbeit, Wohnen und gesellschaftliche Macht in Kämpfe um Herkunft und Zugehörigkeit um. Eine linke Antwort muss deshalb beides leisten: soziale Ohnmacht bekämpfen und zugleich Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus widersprechen. Wer rechte Wähler:innen ausschließlich als Opfer ihrer Verhältnisse versteht, unterschätzt ihre politische Entscheidung.     Soziale Unsicherheit, verlorene Kontrolle und mangelnde Anerkennung helfen zu erklären, warum Beschäftigte die AfD wählen. Doch wer im Nationalismus nur falsch verstandenen sozialen Protest sieht, unterschätzt, dass seine Anhänger:innen nicht nur Verhältnisse erleiden, sondern politische Entscheidungen treffen. Es gehört zu den Vorzügen von Rainer Beneckes Beitrag „ Warum Arbeiterinnen die AfD wählen ...

Die Reinheit der Ohnmacht

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TL;DR: Die Kritik an gescheiterten linken Regierungsbeteiligungen ist berechtigt. Falsch wird sie dort, wo aus diesen Niederlagen die prinzipielle Überlegenheit der Opposition folgt. Wer gesellschaftliche Verhältnisse verändern will, muss außerparlamentarische Gegenmacht organisieren und zugleich institutionelle Macht nutzen können. Radikalität bemisst sich nicht an der Distanz zur Macht, sondern daran, ob sie reale Verhältnisse verändert. Die Berliner „ Linke in der Linken “ will den Kapitalismus bekämpfen, aber auf keinen Fall beim Regieren ertappt werden. Ihre Erklärung zeigt, wie aus berechtigter Kritik an linker Regierungspraxis eine politische Tugendlehre werden kann, in der Opposition schon deshalb radikal erscheint, weil sie Opposition bleibt. Es gehört zu den zuverlässigeren Erfahrungen der parlamentarischen Linken, dass sie in der Regierung Dinge tut, gegen die sie in der Opposition demonstriert hätte. Wer mitregiert, entdeckt Sachzwänge, Haushaltslöcher und Koalitionspartn...

Der Faschist als enttäuschter Sozialdemokrat

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  TL;DR: Die AfD wird nicht bloß aus Protest gewählt. Wer ihren Erfolg allein mit sozialer Unsicherheit erklärt wie Thies Gleiss, unterschätzt Nationalismus, Rassismus und autoritäre Überzeugungen. Eine eigenständige Linke muss Klassenpolitik betreiben, ohne Arbeiter zu romantisieren, und zugleich die AfD verhindern, ohne deshalb die CDU zum politischen Verbündeten zu erklären. Die AfD wird nicht aus Versehen gewählt. Wer den Rechtsruck bekämpfen will, muss deshalb nicht nur über soziale Verhältnisse reden, sondern über Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und den politischen Willen derer, die rechts wählen. Thies Gleiss hat über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit " RECHTSRUCK HÄLT AN – LINKE STELLT SICH SELBST EIN BEIN, Zum Ausgang der Landtagswahlen Sachsen-Anhalt 2026 “ einen Text geschrieben, der dort stark ist, wo er die übliche demokratische Selbstberuhigung verweigert. Die AfD, schreibt er sinngemäß, ist keine bloße Protestpartei mehr, sondern politisch gewoll...