Die Autobahn nach Gaza
TL;DR: „Nicht alles war schlecht“ – so beginnt die rhetorische Entlastung. Wer Autobahnen oder Schulen gegen Terror aufrechnet, verschiebt den Zweck hinter die Fassade. Infrastruktur ist kein moralisches Gegengewicht. Entscheidend ist, welchem politischen Projekt sie dient. Wie Sozialpolitik zur Entlastungsrhetorik von Antisemiten wird wird „Nicht alles war schlecht.“ Mit diesem Satz beginnt jede nachträgliche Amnestie. Er klingt wie eine Differenzierung, ist aber eine Verschiebung. Plötzlich geht es nicht mehr um Vernichtung, sondern um Beton. Nicht mehr um Ideologie, sondern um Asphalt. Verwaltung statt Gewalt. „Dass Nazis Autobahnen bauten, ist m. E. keine Lüge“, heißt es in einem der Tweets. Richtig. Es ist keine 100% Lüge aber eben auch keine 100% Warheit. Es ist Propaganda , die, nach 1945 zur Volks-Mythologie wurde, ähnlich war wie die Kyffhäusersage . Aber es ist auch kein Argument. Die Autobahn ist Faktum. Ihre argumentative Funktion entscheidet. Die Forschung ist e...