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Die Wiederkehr des Judenmords

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TL;DR: Am 7. Oktober 2023 wurden Juden massakriert. Zwei Jahre später gilt nicht der Täter als barbarisch, sondern der Verteidiger als Kriegsverbrecher. Die Aufklärung ist dort gescheitert, wo man Vernichtung „Widerstand“ nennt – und die Geisel zum Schuldigen macht. Zur Regression der Aufklärung in linken Milieus nach dem 7. Oktober Es gibt Ereignisse, die die Zeit nicht nur in ein Davor und Danach spalten, sondern die auch das Gedächtnis in Geiselhaft nehmen. Der 7. Oktober 2023 ist so ein Tag. Für Israel war es ein Pogrom. Für die Hamas: ein Triumph. Für viele Linke im Westen: ein Betriebsunfall in der Argumentation. Denn während am Shabbat in israelischen Kibbuzim Menschen verbrannten, verstümmelt, vergewaltigt und entführt wurden – unter Allahu-Akbar-Rufen, die nicht nur zu Göttern sprechen wollten, sondern zur Weltöffentlichkeit –, verteilten Hamas-Anhänger*innen in Berlin- Neukölln - Süßigkeiten. Es war die Art von Empathie, die ihre eigene Abwesenheit feiert. Und es war ...

Antisemitismus als Lackmustest – und „Die Linke“ fällt durch

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TL;DR:  Antisemitismus ist das ideologische Bindeglied unserer Zeit – das auszusprechen reicht, um die Linke ins ideologische Schneckenhaus zu treiben. Statt Debatte gibt’s Psychologisierung. Wer so reagiert, bestätigt nur, was er bestreiten will. Warum die Twitter-Austausch zwischen Andreas Büttner und Özlem Alev Demirel mehr verrät, als beiden lieb sein dürfte Manchmal reicht ein einziger Tweet, um den politischen Zustand einer ganzen Partei auf den Punkt zu bringen. Andreas Büttner, Mitglied der Linken in Brandenburg und dort auch Antisemitismusbeauftragter des Landes, wagte es, das Offensichtliche auszusprechen: „ Antisemitismus ist das ideologische Bindeglied unserer Zeit. Rechtsextreme, Linksextreme und Islamisten – drei Gruppen, die sonst nichts verbindet, außer der tief verwurzelte Hass auf Jüdinnen und Juden .“ Ein Satz, so klar wie unbequem. Denn wer sich dieser Diagnose stellt, muss mehr tun, als nur die Ränder der Gesellschaft zu beschimpfen. Er oder sie müsste in...

Das Grundsatzprogramm der BAG Palästinasolidarität - ein völkisches Opfer-Narrativ als verbalradikales Programm

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TL;DR: Das Grundsatzprogramm der BAG Palästinasolidarität stilisiert Israel zum Täterstaat, verklärt Pogrome als Widerstand und immunisiert sich gegen Kritik – es ist kein linkes Konzept, sondern völkischer Moralradikalismus im antiimperialistischen Gewand. Warum die „BAG Palästinasolidarität“ nicht links, sondern bloß „anti“ ist Wer heutzutage bei einem Papier aus der Partei Die Linke – gar einem, das sich ‚Grundsatzprogramm‘ nennt – das Wort ‚Genozid‘ findet, darf – bei klarem Verstand – skeptisch werden. Wenn dann auch noch ‚Deutschland‘ der Mittäterschaft bezichtigt wird, und das Ganze sich nicht auf 1941, sondern auf 2024 bezieht, stehen wir nicht vor der ‚Aufarbeitung deutscher Verantwortung‘, sondern vor ihrer Entsorgung So geschehen im Grundsatzprogramm der BAG Palästinasolidarität der Partei Die Linke . Dort heißt es: „ Durch Waffenlieferungen und diplomatische Rückendeckung für Israel hat sich Deutschland erneut an Kriegsverbrechen und an einem Genozid schuldig gemacht.“ Wo...

Antifaschistische Restvernunft mit rotem Rückgrat: Ein Nachsatz zu #le1701

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TL;DR: #le1701 war keine Machtdemonstration der „palästinasolidarischen“ Anti-Antifa, sondern ihr Offenbarungseid. Während rechte Querfrontfilmer durch die reihen der „palästinasolidarischen“ Anti-Antifa liefen und Live Berichteten, stand Antifa-Connewitz mit Rückgrat vor dem linXXnet. Klartext statt Querfront. Stabil statt verschwurbelt. In Leipzig demonstriert Die Linke Sachsen, unterstützt von Linken Funktionär*innen und Mandatsträger*innen aus dem Rest der Republik  sowie der BAG Shalom  vor dem #linxxnet antifaschistische Solidarität – gegen eine „pro-palästinensische“ Anti-Antifa Demonstration – angemeldet von der stellv. BSW-Geschäftsführerin im Leipziger Stadtrat. Sie bleiben politisch stabil an einem Schauplatz mit Widersprüchen, die nicht nur semantischer Natur sind. Während sich  am Connewitzer Kreuz ein Trupp von maximal 300 „palästinasolidarischen“ Anti-Antifa- Aktivist*innen– mobilisiert von Handala Leipzig, Lotta_antifa und der BAG Palästinasolidarität...

Wahrheit als Waffe oder Wunschvorstellung?

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TL;GR: Lea Reisner, Nicole Gohlke, Özlem Alev Demirel zitieren Luxemburg: „Zu sagen, was ist…“ – und behaupten, statt zu analysieren. Antisemitismus wird zum Herrschaftsvorwurf, Palästina zur Klassenfrage, Israel zur Projektion. Revolutionär ist nicht Pose. Revolutionär ist Kritik. Zu „Zwischen Staatsräson und Repression: Die Linke muss Haltung zeigen“ (Lea Reisner, Nicole Gohlke, Özlem Alev Demirel; etos.media, 12. Januar 2026)   „Zu sagen, was ist, bleibt die revolutionärste Tat.“ Ein schöner Satz. Rosa Luxemburg wusste, dass Wahrheit ohne Risiko nur Statistik ist. Die Autorinnen dieses Textes hingegen führen Luxemburg wie ein Talisman vor sich her – als wäre das richtige Zitieren bereits das richtige Handeln. Es ist diese symbolpolitische Choreografie, die sich durch den gesamten Text zieht: viel Haltung, wenig Substanz. Viel Empörung, wenig Analyse. Die Umkehr der Anklage: Vom Antisemitismusvorwurf zur Herrschaftstechnik „In der deutschen Debatte wird der Kampf geg...

„Antifaschismus“ ohne Antifaschist*innen: Die Linke BAG Palästinasolidarität

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TL;DR: „Antifaschismus“, der nur noch Gesinnung prüft, statt Faschismus zu bekämpfen: Die BAG Palästinasolidarität marschiert lieber gegen Linke in Connewitz als gegen Rechte in Sachsen – Applaus von Neonazis inklusive. Was für ein Offenbarungseid. Wie eine Solidaritätsgruppe den Antifaschismus zum Gesinnungstest erklärt – und dabei das Wesentliche vergisst. Wenn „Israelkritik“ zur Ersatzhandlung wird und Faschismus nur noch dort erkannt wird, wo er ideologisch passt. Es ist eine absurde Zeit, in der selbsternannte Antifaschist*innen von Neonazis Applaus bekommen. Noch absurder ist nur, dass sie es selbst nicht merken – oder, schlimmer: es in Kauf nehmen. In Leipzig marschiert am 17. Januar ein Bündnis vorgeblich palästinasolidarische und autoritäre Sektiererische -Gruppen unter dem Motto „Antifa means Free Palestine“ durch Connewitz, dem linken Stadtteil, der einst Neonazis als Hort des „linken Gesindels“ galt. Heute steht er unter Beschuss – von links. Beziehungsweise: von dene...

„Ein Angriff auf eine von uns“ – und auf das Urteilsvermögen

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TL;DR:   „Ein Angriff auf eine von uns“ – und auf das Urteilsvermögen: Wenn  Ines Schwerdtner & Jan van Aken  Solidarität wichtiger wird als klare Haltung gegen Antisemitismus, verkommt politische Einigkeit zur Selbstverleugnung. Die Linke rettet das Boot – auch wenn es längst leck schlägt. Wie ein Aufruf zur Solidarität den Blick auf Antisemitismus verstellt – eine Kolumne über den Text „Ein Angriff auf eine von uns ist ein Angriff auf uns alle“ von Ines Schwerdtner & Jan van Aken (Linksbewegt, 06. Januar 2026) Ein Haus brennt. Kein Symbol, keine Metapher – ein echter Brandanschlag auf Andreas Büttner, Antisemitismusbeauftragter in Brandenburg. An seiner Tür: ein rotes Dreieck, Emblem der Hamas. In einer besseren Welt wäre die Empörung der Linken ungeteilt, unmissverständlich und uneingeschränkt. In der unsrigen veröffentlicht sie lieber einen Aufruf zur Geschlossenheit. Titel: „ Ein Angriff auf eine von uns ist ein Angriff auf uns alle “ . Das klingt na...

Antifaschismus nach Drehbuch – oder: Warum Israel wieder einmal schuld ist

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TL;DR: Wer „Antifa means free Palestine“ ruft, aber zum 7. Oktober schweigt, Holocaust als Kampfbegriff gegen Israel benutzt, sich mit einer Holocaust-Relativirerin Solidarisiert und wie der Stalinismus Zionismus mit Rassismus gleichsetzt, betreibt keine Solidarität – sondern politische Geschichtsvergessenheit. Eine Erklärungsoffensive der BAG Palästinasolidarität ringt um politische Eindeutigkeit – und tappt mit Anlauf in die ältesten ideologischen Fallen. Wenn alte Parolen neue Kleider tragen, bleibt meist der Stoff derselbe. „ Antifa means free Palestine “ steht da, in verschnörkelter Klarheit, auf einem Instagram-Post der BAG Palästinasolidarität in der Partei Die Linke . Eine Parole wie aus dem Baukasten politischer Entschlossenheit, flankiert von der Frage: „ Was heißt das?“ – als wäre die Unschärfe des Slogans nicht gerade sein eigentlicher Zweck. Man kündigt eine Demonstration an. Man klagt, empört sich, fordert. Und man weiß: Wer heute noch von „ beiden Seiten “ spric...

Özlem Alev Demirel - Die Linke, die sich selbst genug ist

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TL;DR: Wer, wie Özlem Alev Demirel, Maduros Gegnerin Machado für „nicht friedlich“ hält, aber zu Morden & Folter durch seine Milizen schweigt, stellt sich nicht gegen Imperialismus – sondern auf die Seite der Unterdrücker. Özlem Alev Demirels Tweet ist ein Politischer Offenbarungseid. Zum Tweet von Özlem Alev Demirel über María Corina Machado – und was er über ihren Charakter und Autoritär-Sektiererisch linke Politik verrät Wer in der politischen Pose die Wahrheit sucht, landet mit erstaunlicher Verlässlichkeit in der Requisite. Frau Demirel twittert: „Diese Frau steht für vieles, aber nicht für Frieden und Gerechtigkeit für das venezolanische Volk.“ Gemeint ist María Corina Machado, Gegnerin des Maduro-Regimes, Kritikerin eines Staatsapparats, der laut Amnesty International „außergerichtliche Hinrichtungen“ organisiert, Jugendliche foltert und Armut als Herrschaftsinstrument verwaltet. Doch Frau Demirel weiß es besser – weil die USA. Dass politische Kurzschlüsse auf Twitter ni...