Posts

Posts mit dem Label "BSW" werden angezeigt.

Die Alternative zur AfD?

Bild
TL;DR: Das BSW trat mit dem Anspruch an, Unzufriedenen eine Alternative zur AfD zu bieten. Die dargestellte Wählerwanderung zeichnet jedoch ein paradoxes Bild: Von 49.000 Nettozugängen sollen lediglich 2.000 von der AfD stammen. Der Kommentar fragt deshalb, ob das BSW die AfD tatsächlich schwächt – oder durch die Übernahme rechter Problemdeutungen am Ende genau jene politische Verschiebung normalisiert, die es angeblich verhindern wollte. Das BSW wollte der AfD enttäuschte Wähler abnehmen. Doch ausgerechnet die eigene Wählerwanderung erzählt eine andere Geschichte: Die „Alternative zur Alternative“ gewinnt fast überall – nur kaum bei der AfD. 49.000 Wählende meldet das Bündnis Sahra Wagenknecht( BSW) nach der Wahl in Sachsen-Anhalt und weil eine Partei Zahlen hauptsächlich deshalb veröffentlicht, damit niemand über ihre Bedeutung nachdenkt, wird der Nettozugewinn gleich in einen schönen roten Pfeil verwandelt. Ausgerechnet die kleinste Zahl erzählt die Geschichte. 2.000. Vo...

44 Prozent Machtanspruch

Bild
TL;DR: Sachsen-Anhalts BSW Spitzenkandidatin Claudia Wittig erklärt es am 06. September, nur wenige Minuten nach der 1 Prognose zut Landtagswahl  für „völlig undemokratisch“, die AfD bei 44 Prozent nicht an einer Regierung zu beteiligen. Damit verwechselt sie Wahlerfolg mit Regierungsanspruch: 44 Prozent müssen parlamentarisch repräsentiert werden, begründen aber kein Recht auf Regierungsmacht. Wer eine AfD-Regierungsbeteiligung ablehnt, entrechtet deren Wähler nicht. Wittig verkauft so die Anerkennung eines Machtanspruchs als Respekt vor dem Wählerwillen – und macht aus einer politischen Entscheidung gegen die AfD vermeintlich ein Demokratieproblem. Sachsen-Anhalts BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig bereitet mit dem Satz, es sei „völlig undemokratisch, die AfD nicht an einer Regierung zu beteiligen“, die Unterstützung der Machtübernahme der AfD vor. Sie verkauft die Anerkennung eines Machtanspruchs als Anerkennung des Wählerwillens. Man muss Claudia Wittig dankbar sein für d...

Lafontaine: der Faschismus als Wanderpokal

Bild
TL;DR: Lafontaine trifft einen wunden Punkt: Brandmauer, mediale Selbstgerechtigkeit und soziale Verwerfungen erklären den Aufstieg der AfD nicht weg. Doch seine Gegenrechnung scheitert am eigenen Moralismus. Wer Aufrüstung, Israel-Unterstützung und westliche Außenpolitik kurzerhand mit Faschismus verbindet, macht aus einem historischen Begriff einen politischen Wanderpokal. Eine materialistische Linke müsste stattdessen Militarismus, Nationalismus, Antisemitismus und autoritäre Herrschaft unabhängig davon kritisieren, aus welchem geopolitischen Lager sie kommen. Oskar Lafontaine will den Faschismusvorwurf gegen das BSW zurückweisen und reicht ihn dafür an fast alle anderen weiter. Das Ergebnis ist keine materialistische Faschismusanalyse, sondern eine politische Moralgeografie, in der das Etikett zuverlässig dort klebt, wo der Gegner steht. Es gibt Wörter, die durch häufigen Gebrauch nicht genauer werden. „Faschismus“ gehört zu ihnen. Wer mit ihm hantiert, könnte sich für die hist...

Das BSW oder die Freiheit, nicht verantwortlich zu sein

Bild
TL;DR: Das BSW möchte zugleich Opposition, Machtfaktor und unschuldiger Zuschauer sein. Wenn seine Enthaltung der AfD nützt, sollen die „Alt-Parteien“ schuld sein; wenn Verdi daraus Konsequenzen zieht, ist plötzlich die Demokratie bedroht. Verdis Entscheidung ist diskutierbar – Kings Opferinszenierung beantwortet jedoch nicht die entscheidende Frage nach der politischen Verantwortung des BSW. Das BSW will parlamentarischen Einfluss, aber keine Haftung für dessen Folgen. Verdi zieht daraus eine antifaschistische Konsequenz – und Alexander King erklärt die verlorene Podiumseinladung kurzerhand zum Demokratieproblem. Die Dienstleistungsgewerkschaft  Verdi (Landesbezirk Berlin-Brandenburg) hat Alexander King, den Berliner Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), offiziell von einer politischen Podiumsdiskussion ausgeladen . King, der selbst Verdi-Mitglied ist, sollte ursprünglich am 31. August 2026 im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeor...

Nastić: Am Ende wieder die falsche Partei

Bild
TL; DR: Zaklin Nastić tritt aus dem BSW aus und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Parteiführung: Intransparenz, Elitenbildung und Anpassung an Medien. Zugleich kritisiert sie die fehlende Zusammenarbeit mit der AfD. Der Konflikt ist weniger neu als strukturell – und wiederholt ein bekanntes Muster politischer Enttäuschung. Nach Die Linke nun auch Wagenknechts BSW: Nastić kritisiert Machtpolitik, Medienanpassung – und das Ausbleiben von Nähe zur AfD. Zaklin Nastić geht. Wieder einmal. Diesmal aus dem BSW, das mal das Bündnis Sahra Wagenknecht war und das sie mit aufgebaut hat. Zuvor ging sie aus der Linkspartei. Dazwischen lag die Hoffnung, nun aber wirklich die Partei gefunden zu haben, die keine Partei sein wollte wie die anderen. Man kennt diese Hoffnung: Sie hält ungefähr so lange wie ein Aufnahmeverfahren. Der Text, den sie zum Abschied vorlegt, ist kein nüchternes Protokoll, sondern eine Selbstvergewisserung in der Form der Anklage. Wer ihn liest, erfährt weniger über die St...

Die Friedensfreunde vom Rand

Bild
TL;DR: AfD, Linke und BSW rufen „Frieden“ – und meinen doch Verschiedenes. Mal schützt er den Benzinpreis, mal das Völkerrecht, mal das eigene Weltbild. So wird „Frieden“ zur Parole und zur bequemen Ausrede – und erspart die Frage, was die Menschen im Iran statt dieser Diktatur wollen.   Wie Linke, BSW und AfD den Frieden zur Parole und zur Ausrede machen Es ist ein seltener Moment politischer Harmonie, wenn AfD, Linke und BSW im selben Ton sprechen.  Der Angriff auf Iran? Ein Fehler. Eine „Destabilisierung“. Eine „Gefahr für die Region“. Die Vokabeln klingen wie aus einem Restposten der politischen Moraltheologie. Nur die Motive unterscheiden sich – noch. Die AfD, die sich gern als letzte Bastion gegen den politischen Islam geriert, entdeckt plötzlich ihre pazifistische Ader. Nicht aus Sympathie für die Mullahs, versteht sich, sondern aus Sympathie für das eigene Benzinpreisniveau. Außenpolitik, das ist für sie vor allem Heizkostenabrechnung mit Fernwirkung. Wer inte...

Russenhass ebenso verwerflich wie Antisemitismus - Verwechslung mit Systemfehler

Bild
TL;DR: Wenn Oskar Lafontaine „Russenhass“ und Antisemitismus gleichsetzt, wird aus Erinnerung Ideologie. Israel wird zum Täter, Putin zum Kulturträger – und die Shoah zur Fußnote geopolitischer Gleichsetzung. Geschichtsvergessenheit mit Sendungsbewusstsein. Wenn Russenhass bei Oskar Lafontaine die Shoah relativiert und Israel statt Deutschland zum Täter wird Wenn die Geschichte als moralischer Prämienmarkt begriffen wird, auf dem sich Schuld und Mitgefühl rabattfähig gegeneinander aufwiegen lassen, dann ist das Resultat selten Einsicht, fast immer Ideologie. So auch bei Oskar Lafontaine, der seinen Artikel „Russenhass ist deutsche Staatstradition“   aus der Weltwoche und den NachDenkSeiten später auf Facebook bewusst zum „Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ unter dem Titel „Der Russenhass ist ebenso verwerflich wie der Antisemitismus“ zweitverwertete – mit einer flammenden Anklage gegen das Gedächtnis, gerichtet nicht an die Täter, sondern an dere...

Sevim Dağdelens Gedenken ohne Gedächtnis

Bild
TL;DR:  Gedenken als Geopolitik: Sevim Dağdelen erklärt Auschwitz zum Friedenssymbol zwischen Deutschen und Russen – und lässt dabei die jüdischen Opfer verschwinden. Wer so erinnert, spricht nicht über die Shoah, sondern über sich selbst. Über Sevim Dağdelens Geschichtsdeutung im Gewand des Gedenkens „ Am 27. Januar 1945 beendete die Rote Armee im antifaschistischen Krieg den Holocaust durch die Befreiung von Auschwitz “ – ein Satz, wie mit Hammer und Sichel in den Marmor gemeißelt. Nur leider nicht in den der Erinnerung, sondern in den des geopolitischen Recyclings. Dass Auschwitz nicht befreit, sondern entdeckt wurde – zu spät für über eine Million Ermordete –, stört in diesem Memorial-Realismus der besonderen Art offenbar nicht. Geschichte wird hier nicht erinnert, sie wird geglättet, gefaltet und auf dem Altar tagespolitischer Loyalitäten geopfert. Die Autorin, Ex-Bundestagsabgeordnete und diplomatische Spezialistin im Dienste des autoritären Internationalismus, versteigt ...

BSW-Nachwuchs gibt „Compact“-Interview bei Demo in Berlin

Bild
 TL;DR:  Anastasia Wirsing, 21, Chefin der BSW-Jugend, spricht im ersten Interview ausgerechnet mit dem für verschwörun in der BSW-Jugend, spricht im ersten Interview ausgerechnet mit dem für verschwörungsideologische, rechtsextreme und israelfeindliche gsideologische, rechtsextreme und israelfeindliche Inhalte bekannten  Compact -Magazin. Die Vergangenheit klopft – und die Jugend öffnet. Anastasia Wirsing, 21, studiert Lehramt, gibt Interviews – und lernt schnell. Das erste Gespräch als frisch gekürte Chefin der Jugendorganisation von Sahra Wagenknechts BSW führte sie ausgerechnet mit dem rechtsextremen Propaganda-Outlet Compact . Ein Medium, das dem Bundesverfassungsgericht zu verfassungsfeindlich, aber nicht „prägend“ genug erschien. Jetzt darf es wieder hetzen, medal of Putin inklusive. Dass sich die frisch gegründete „Jugend im BSW“ ausgerechnet dort Gehör verschafft, wo Reichsbürger, Russlandfreunde und Ewiggestrige sich guten Tag sagen, ist kein Ausrutscher – es is...

Roger Waters am 13. September 2025 per Video am Brandenburger Tor gegen die Welt besonders gegen "das unsagbare Verbrechen des Zionismus"

Bild
  TL;DR:   Roger Waters nennt Zionismus am 1 3.9. per Video beim BSW am Brandenburger Tor    ein „unsagbares Verbrechen“ und erklärt Demokratie zum „Theater“. Er beklagt westliche Doppelmoral – schweigt aber zu russischem Imperialismus. Was als Protest beginnt, endet als Pose mit fataler Schlagseite.    Die BSW-Kundgebung am Brandenburger Tor wird zur Bühne eines globalen Anklägers – doch seine Botschaft wirft mehr Fragen auf als sie Antworten gibt. Die Bühne ist digital, das Pathos live: Roger Waters, Ex-Pink-Floyd-Bassist, meldet sich per Video zur BSW-Kundgebung am Brandenburger Tor. „So, here we are. 13th of September, Brandenburg Gate. Very happy to be here.“ Doch was folgt, ist weniger ein musikalischer Gruß als ein ideologisches Traktat – und eine Lektion darin, wie politische Leidenschaft zur intellektuellen Falle werden kann. Waters redet viel. Über die Ukraine, über Gaza, über England, Kolonialismus, Churchill, Elbit-Systems, Trump, ...

Besser Scheitern Wagenknecht (BSW) – ein Kleinparteientango in Moll

Bild
  TL;DR:   Besser scheitern mit Wagenknecht: 0,1 % in NRW, dafür große Legendenbildung. Von 60 % der Kreise gefaselt, aber nur in 47 von 427 angetreten. NRW? Steht nicht auf Kreml-Kitsch. Die Linke reinigt sich, BSW verklärt das Scheitern zum Systemfehler.       In Nordrhein-Westfalen, wo Kommunalwahlen selten die Massen begeistern, hat das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) eine neue Disziplin entdeckt: die Kunst der politischen Selbstmythisierung. Mit einem landesweiten Stimmenanteil von 0,1 % und der tröstlichen Rubrik „Andere“ als einzigem Medienplatz, arbeitet man beim BSW bereits an der nächsten Legende: Man sei behindert worden . Nicht von der Realität, sondern vom System. Amid Rabieh, Landesvorsitzender und amtierender Märtyrerbeauftragter, beklagt öffentlich die „Behinderung von Kleinparteien“. 30.000 Unterstützungsunterschriften habe man sammeln müssen, um „ in rund 60 Prozent der Kreise und Großstädte “ antreten zu dürfen. Das klingt dramatisch...