Posts

Posts mit dem Label "Linksjugend [‘solid]" werden angezeigt.

Benjamin-Immanuel Hoff über Stalin-Nostalgie in der Linken

Bild
TL;DR: Benjamin-Immanuel Hoff kritisiert linke Lagerblindheit: Wer Stalinismus, Antisemitismus oder autoritäres Denken nur deshalb verteidigt, weil die Kritik von der falschen Seite kommt, ersetzt Analyse durch Reflex und beschädigt die demokratische Linke. Benjamin-Immanuel Hoff erinnert daran, dass linke Kritik nicht beim Gegner beginnen darf, sondern beim Inhalt. Wer Stalinismus, Antisemitismus und autoritäres Denken aus Lagerloyalität schont, verrät die eigene Tradition. Benjamin-Immanuel Hoff hat einen Text geschrieben, der anetwas erinnert, was in Teilen der Linken regelmäßig verschüttgeh t: Aus Unfug wird keine Dialektik, nur weil er eine rote Fahne trägt. Es geht um junge Genossen, für die Stalin, Mao oder die DDR nicht historische Desaster mit realen sozialen Widersprüchen sind, sondern schlecht erzählte Heldensagen, die man nur endlich richtig lesen müsse. Hoff tut dabei das Seltene und Richtige: Er hält Herkunft nicht für Wahrheit. Wenn der Bayerische Rundfunk über Sta...

Zum bayerischen Ausweichmanöver über den Stalino-Dreck aus der Linksjugend

Bild
TL;DR: Zur Kritik das Ausweichmanövers der Linken Bayern: Statt auf konkrete Vorwürfe gegen Funktionäre der Linksjugend einzugehen, werde über Kontext, Medienkritik und angebliche Kampagnen gesprochen. Der Kernvorwurf bleibt: Wer politische Sätze äußert, muss sich zu ihnen verhalten. Wie Die Linke Bayern auf handfeste Vorwürfe mit Nebelmaschinen antwortet – und warum das mehr über den Zustand der Debatte sagt als über den Bayerischen Rundfunk Die Pointe liegt nicht in dem, was gesagt wird. Sie liegt in dem, was fehlt. Es gibt politische Erklärungen, die wie ein Dementi klingen. Es gibt andere, die eher einem Geständnis ähneln. Und dann gibt es Texte wie die „Stellungnahme zur Hetzkampagne“ der Linken Bayern: ein Lehrstück darüber, wie man von einem Vorwurf spricht, ohne ihn anzufassen. Der Bayerische Rundfunk hat schwere Vorwürfe gegen Funktionäre der Linksjugend öffentlich gemacht. Nicht wegen eines missglückten Nebensatzes. Nicht wegen eines aus dem Zusammenhang gefallenen K...

Die Wiederkehr der Gewissheit

Bild
TL;DR: Eine Kolumne darüber, dass in Teilen der Linksjugend stalinistische, DDR-verklärende und antizionistische Denkmuster wieder salonfähig werden. Sie warnt: Eine demokratische Linke verliert ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie den antistalinistischen Bruch von 1989 vergisst und Freiheit erneut dem Versprechen politischer Gewissheit opfert. Stalinismus in der Linksjugend und die Krise einer Linken, die ihre Geschichte verlernt Manche politischen Sätze sind keine Meinungen. Sie ziehen eine Grenze. Als Michael Schumann am 16. Dezember 1989 auf dem außerordentlichen Parteitag der SED sagte: „Wir brechen unwiderruflich mit dem Stalinismus als System“, sprach er nicht eine Fußnote der Wendezeit. Er lieferte auch keine Notformel für eine Partei im Einsturz. Er benannte die Bedingung, unter der diese Partei überhaupt weiterexistieren konnte. Aus der SED wurde die PDS, später Die Linke. Dieser Weg führte nicht um den Bruch mit dem Stalinismus herum. Er führte durch ihn hindurch. Die PDS k...

Zwischen Antizionismus und Antisemitismus: Wie die Linke ihren Politische Kompass verliert

Bild
  TL;DR: In der Linkspartei und ihrer Jugendorganisation wird Israel als „Genozidstaat“ verurteilt, jüdische Selbstbestimmung als „rassistisch“ gebrandmarkt – und Hamas-nahe Gruppen verklärt. Was einst Sektierertum war, ist heute Beschlusslage mit Parteilogo. In der Partei Die Linke und ihrer Jugendorganisation Solid formiert sich eine ideologische Front, die „Israelkritik“ zum Dogma erhebt – und sich damit in gefährlicher Nähe zu antisemitischer Rhetorik bewegt. Ein politischer Bericht aus dem Inneren einer postkolonial verklärten Linken. Ungewöhnlich für die Entscheidungsfindung einer Partei begann es nicht mit Basisberatungen und nicht mit einem Beschluss auf einem Parteitag. Es begann mit einem Massaker.  Am 7. Oktober 2023 drangen Hamas-Kämpfer, unterstützt von PIJ, PFLP, DFLP – Gruppen , deren Logos auf so mancher Berliner Demo und Linken Versammlungen heute auf Fahnen wehen, in israelisches Gebiet ein. Sie töteten über 1.200 Menschen, vergewaltigten Frauen, entführt...

Solidarität bis zur Geschichtslosigkeit

Bild
TL;DR: Wenn der Holocaust zur Metapher wird, bleibt vom Antifaschismus nur Pose. Was Martha Chiara Wüthrich, die Linksjugend ['solid]  und die Linke Baden-Württemberg zeigen: Erinnerung ist in der Linken verhandelbar geworden. Wie Teile der Linken den Holocaust relativieren – und sich dabei für besonders antifaschistisch halten. „ Das ist ein Völkermord. Das ist ein Holocaust. Das ist der Holocaust! “ Drei Sätze, gesprochen in die Kamera eines Smartphones. Gesagt von Martha Chiara Wüthrich, Sprecherin der Linksjugend ['solid], in einem TikTok-Video, das schneller gelöscht wurde, als man „historische Verantwortung“ buchstabieren kann. Wer so redet, hat nicht nur das politische Urteilsvermögen verloren – sondern auch jeden Maßstab für Geschichte. Die Relativierung der Shoah – von rechts bekannt, von links bagatellisiert Holocaustrelativierung wird in der Regel dem rechtsextremen Lager zugeordnet – dort ist sie beheimatet. Doch auch in Teilen der Linken hat sie längst...

Linksjugend [’solid]: „Nie wieder schweigen“ – es sei denn, es geht um unsere stalinistische Reinkarnation.

Bild
 TL;DR:  „Nie wieder schweigen“ ruft die Linksjugend – und meint: außer über autoritäre Rhetorik, Säuberungslogik und antisemitische Dogmen im Gewand von Antiimperialismus. [’solid] bedeutet 2025 merheitlich Agitation statt Analyse, Parole statt Denken, Moralisierend statt Marxistisch. Die Revolutionäre Jugend bzw. die Antizionist*innen, die sich dafür halten ist jung, wütend und hat WLAN. Und wenn sie beim Linksjugend-Kongress 2025 anklopft, dann nicht mit Flugblättern, sondern mit Zimmerbesuchen . Die Protokolle der neuen Anständigkeit sind eindeutig: Wer sich nicht radikal genug gegen Israel positioniert, bekommt es nicht mit Argumenten zu tun, sondern mit psychischem Druck. Ein Teilnehmer spricht gar von „ Psychoterror aus den eigenen Reihen “. Manch einer reiste vorzeitig ab – offenbar hatte niemand Lust auf inquisitorische Nachtschichten im Hotelzimmer. Man könnte meinen, das sei übertrieben. Es sei eben hitzige Debatte unter Jungen Genoss*innen. Doch dann liest man ...