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Die Pose der Verfolgten: Wie der autoritäre Kommunismus sich als Opfer des Staates verkleidet

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TL;DR: Matthias Rude erklärt in „Vorgaben des Staates“ in der junge welt Kritik an autoritären linken Gruppen pauschal zur staatlichen Kampagne und vermeidet so die inhaltliche Auseinandersetzung. Die Broschüre „Die Erben Stalins“ hat zwar Schwächen, benennt aber reale Probleme wie Kaderstrukturen, Gewaltästhetik und problematische Formen von Antizionismus. Statt diese zu prüfen, diskreditiert Rude die Kritik als „Red Scare“ und verschiebt die Debatte: Nicht autoritäre Tendenzen stehen im Fokus, sondern ihre Thematisierung. Die Kolumne hält dagegen: Staatliche Herkunft ist kein Gegenargument, und Antizionismus ist nicht automatisch unproblematisch. Wer Kritik reflexhaft als Herrschaftsinstrument abwehrt, verharmlost reale Entwicklungen und ersetzt Analyse durch Ideologie. Über den Reflex, Kritik zu denunzieren am Beispiel von „ Vorgaben des Staates “ Es gehört inzwischen zum guten Ton einer bestimmten Linken, Kritik nicht zu prüfen, sondern zu entlarven. Nicht als falsch – das wäre...

Wie ein jw- Porträt sich seine Gegner erfindet

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TL;DR: Der Artikel will eine ideologische Verschiebung der Linkspartei nachweisen, ersetzt aber Analyse durch Unterstellung. Er arbeitet mit Deutungen statt mit Belegen und kritisiert Vereinfachung, indem er selbst vereinfacht. Wie das Porträt „ Diskursprofis des Tages: Gysi, Bartsch, Ramelow “, von Nico Popp in der junge welt, die den Diskurs ordnen will, ihn aber vorher verengt – und damit mehr über ihre Methode verrät als über ihr Objekt. Das Porträt von Nico Popp über Gysi, Bartsch, Ramelow will mehr sein als eine billige Polemik gegen drei altgediente Linke Politiker. Er gibt sich als Korrektur einer Verschiebung: weg vom Antiimperialismus, hin zur „ Staatsräson “. Was er liefert, ist eher ein Beispiel dafür, wie diese Verschiebung behauptet wird, ohne sie zu zeigen. Schon der Einstieg verrät die Methode. Wenn Gysi, Bartsch und Ramelow „ eigentlich meinen “, dass Antizionisten Israel „ von der Landkarte verschwinden “ sehen wollen, dann hält Popp ihnen nicht eine Gegenpositi...

Feindbild statt Lektüre: Witt-Stahls Jagdfieber

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TL;DR: Die Rezension von Witt-Stahl kritisiert Nicholas Potter für Vereinfachung und Feindmarkierung – greift dabei jedoch selbst auf solche Mittel zurück. Statt Argumente zu prüfen, werden Motive unterstellt und Gegensätze zugespitzt. So entsteht weniger eine Buchkritik als eine Gegenpolemik, die mehr über ihre eigene Logik verrät als über das kritisierte Werk. Eine Kritik, die den Vorwurf der Vereinfachung erhebt – und dabei selbst auf Differenz verzichtet. Über eine Rezension, die mehr zuschreibt als überprüft. Susanne Witt-Stahl will in „ Autoritäres Jagdfieber “ in der junge welt vom 23.03.2026 ein Buch kritisieren. Heraus kommt ein Text, der weniger das Buch trifft als das, was sie darin wiedererkennt – oder wiedererkennen möchte. Schon der erste Satz setzt den Rahmen: Potter lege „mit der Ideologieschrotflinte auf alle Gegner des imperialen Westens an “. Das ist ein Bild, kein Argument. Es ersetzt die Frage, wie Potter argumentiert, durch die Behauptung, warum er es ange...

Die behauptete Kampagne als Antwort auf Kritik

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  TL;DR:  Tweets von Ulrike Eifler und ein Kommentar der jungen Welt reagieren auf Kritik, indem sie sie zur „Kampagne“ erklären. Durch moralische Selbstzuschreibung („humanistisch“) und Anti-Establishment-Rhetorik entsteht ein geschlossenes Deutungsmuster, das sich der Prüfung entzieht – und so den ursprünglichen Vorwurf ersetzt.   Über eine Argumentation, die Kritik nicht widerlegt, sondern zur „Kampagne“ erklärt – und sich so ihrer Prüfung entzieht. Am Anfang steht kein Argument, sondern eine Umdeutung. „ Die aktuelle Kampagne … ist politisch motiviert “, schreibt Ulrike Eifler, und mit diesem Satz verschiebt sich der Gegenstand. Was als Kritik beginnt, erscheint nun als Angriff. Der Vorwurf wird nicht geprüft, sondern verortet. Kernsatz: Nicht der Antisemitismusvorwurf soll geklärt werden, sondern die Kritik selbst wird zur erklärungsbedürftigen „Kampagne“ umcodiert. Von hier aus entfaltet sich eine Logik, die weniger widerlegt als ersetzt. „ Die Linke hat ...

Zu „Bombenschütze des Tages: Stephan Grigat“ von Matthias Rude in der junge welt

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TL;DR: Rudes „Bombenschütze des Tages“ etikettiert statt zu analysieren. Zitate ersetzen Kontext, Metaphern die Auseinandersetzung. Wer Grigat kritisiert, müsste seine Bedrohungsanalyse prüfen – nicht ihn zum Typus erklären. So bleibt Polemik ohne Vergleich und Positionsbekundung ohne Argument. Wie politische Parteinahme zur publizistischen Gefolgschaft wird – und Analyse im Dienst der Frontstellung verschwindet Matthias Rude hat mit seinem Text „ Bombenschütze des Tages: Stephan Grigat “ nicht einfach eine Kritik an Stephan Grigat geschrieben. Er hat eine Figur gebaut. Und wie bei solchen Figuren üblich, ist sie weniger ein Gegenstand der Analyse als ein Träger der Abneigung. Der Titel setzt den Ton: „Bombenschütze des Tages“. Das ist keine These, sondern ein Etikett. Wer so einsteigt, will nicht prüfen, sondern festlegen. Man könnte auch sagen: Der Text weiß schon, was er von seinem Gegenstand zu halten hat, bevor er ihn zitiert. Rude schreibt, Grigat habe „schon 2007 ‚geziel...

Rechte Festwochen – oder: ‚junge Welt‘-Realitätsverzerrung

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  TL;DR : Die junge Welt verklärt Ramsis Kilani zum Opfer – einen, der Gewalt gegen Israelis mit den Worten „Es wird mehr als, einen Mord an Israelis‘ brauchen“  rechtfertigt. Wer das nicht kritisiert, sondern verteidigt, verabschiedet sich nicht von Israel, sondern vom Antisemitismusbegriff. Linke, lernt wieder unterscheiden. Zur Faktischen Verharmlosung von Gewalt gegen Israelis in der ' junge Welt ' Was tun Redakteure der jungen Welt , wenn sie den Ausschluss eines Mannes erklären sollen, der schrieb: „Es wird mehr als ‚einen Mord an Israelis‘ brauchen“, der „ wegen des Vorwurfs anti-israelischer und teils antisemitischer Hetze “ so der ‚Tagsspiegel‘, der in einer ‚Völkerrechtspartei‘   im Gegensatz zum Völkerrecht* infrage stellt das, „ israelische Bürger tatsächlich als Zivilisten zu behandeln seien, schließlich habe jeder Israeli irgendwann in seinem Leben den Wehrdienst abgeleistet “, aus der Partei Die Linke ausgeschlossen wurde. Sie erklären, der Mann sei ...

Der van Aken spricht Klartext – die junge Welt im Grigutsch-Artikel „Freund oder Feind“ lieber nicht

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TL;DR:   Van Aken sagt im ARD-Sommerinterview klar: „Die Hamas ist eine faschistische Organisation.“ Die  junge Welt  lässt das im Grigutsch-Artikel weg – und verschiebt Kontext, bis Klarheit wie Lavieren wirkt. Kritik wird nicht widerlegt, sondern entkernt.  Zur politischen Reduktion im Grigutsch  junge Welt  Artikel „Freund oder Feind“ ( jungen Welt , 19.08.2025) Max Grigutsch tut in seinem am 19. August 2025 erschienenen Bericht zum ARD-Sommerinterview mit Jan van Aken in der jungen Welt das, was in Teilen der sektiererischen Linken noch immer für Analyse gehalten wird: Er zitiert. Selektiv. Reduziert. Nicht auf Erkenntnis hin, sondern zur Absicherung der eigenen Erzählung. In seiner Darstellung bleibt ausgerechnet das zentrale Moment unerwähnt: Van Akens klare Verurteilung der Hamas als „faschistische Organisation“, verbunden mit dem Satz: „Hamas kann niemals Partner sein.“ Dass ein Bezirksverband der Linken „so was gemacht“ habe – gemeint ist die Ei...

Zur „Pressemitteilung von United4Gaza zur Demonstration am 21. Juni 2025“ oder Der Sieg der reinen Gesinnung

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TL;DR:  Laut  Pressemitteilung  " ü ber 70.000 marschieren in Berlin – gegen Israel, gegen Deutschland, für ein verkürztes Weltbild. Kein Wort zu islamistischem Terror, kein Zweifel am Antizionismus. Wer „Nie wieder“ ruft, aber Juden meint, schweigt zu Auschwitz – und verrät die Aufklärung. Laut  Pressemitteilung  marschierten  "üb er 70.000 Menschen" (in der Realität waren es ungefähr 15.000 Menschen) in Berlin und verkünden, der Feind heiße Israe l, die Schuldige sei Deutschland, und der Genozid finde – natürlich – nicht in Ruanda, in Syrien oder im Sudan statt, sondern einzig und allein dort, wo sich Juden gegen ihre Auslöschung verteidigen. Die  Pressemitteilung  zur Demonstration „ United4Gaza “ liest sich wie das Sprechblatt einer moralisch durchtherapierten Linken, die gelernt hat, dass Antisemitismus kein Makel ist, solange man ihn „Antizionismus“ nennt. Man inszeniert sich als Widerstand gegen ein „imperialistisches System“ – das heißt:...

„Heulsuse des Tages“ oder Sabotage der Linken durch die „junge Welt“

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TL;DR:   „Heulsuse des Tages“? Die  junge Welt  verspottet Ramelow, weil er die Lebensverhältnisse der Menschen verändern will, statt einem sektiererischen Katechismus zu folgen. Wer Kompromisse sucht, gilt dort als Ketzer. So sabotiert man linke Politik – im Namen der reinen Lehre, fern jeder Realität. Die junge Welt gehört zu jenen Überresten der Linken, die nicht nur an den Weltuntergang glauben – sie erwarten ihn voller Sehnsucht. Nicht aus Pessimismus, sondern aus Notwehr: Wenn alles in Trümmern liegt, muss man nichts mehr erklären. Politik wird dort betrieben wie ein Gottesdienst im Angesicht der Apokalypse – Kompromisse gelten als Ketzerei. Dass Bodo Ramelow zur „Heulsuse des Tages“ erklärt wurde, passt ins Weltbild. Wer nicht unentwegt gegen das Bestehende wettert, sondern versucht, es unter Schmerzen ein wenig zu verbessern, wird nicht kritisiert – sondern verspottet. Weil er die Wirklichkeit nicht als Bühne für große Reden versteht, sondern als Ort für ...