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Gegen jeden Antisemitismus, sofern er nur religiös ist?

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TL;DR:  Der Kreisverband Die Linke im Kreis Konstanz erklärt seine Solidarität mit Jüdischen Menschen, die „allein aufgrund ihres Glaubens“ angegriffen werden. Genau diese Formulierung verengt Antisemitismus auf Religionsfeindschaft und blendet rassistische, verschwörungsideologische oder als „Protest“ aus. Gleichzeitig verwendet der Kreisverband selbst einen weiteren Antisemitismusbegriff, wenn er Politik und Medien die kollektive Vereinnahmung jüdischer Menschen vorwirft. Der Widerspruch: Der Begriff wird eng, sobald die eigene Sprache zur Debatte steht, und weit, wenn politische Gegner kritisiert werden. Wer „jeden Antisemitismus“ bekämpfen will, wie der Beschluss des Bundesparteitages am 21. Juni 2026 es auch für Die Linke im Kreis Konstanz verspricht, muss auch mit antisemitischen Mustern im eigenen politischen Umfeld rechnen. Wie der Kreisverband Die Linke im Kreis Konstanz den Begriff Antisemitismus erst verengt und ihn anschließend als Herrschaftsinstrument denunziert D...

Kampf gegen Antisemitismus als Verrat an der Basis?

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TL;DR: Die LAG Palästinasolidarität Sachsen erklärt Christian Schafts Eingeständnis eines Antisemitismusproblems in der Linken zum Verrat an der Basis. Die Polemik zeigt die Widersprüche dieses Framings: Antisemitismuskritik wird als „Staatsräson“ verdächtigt, innerparteilicher Pluralismus nur selektiv eingefordert und konkrete Belege für behauptete Doppelstandards fehlen. Eine glaubwürdige Linke muss zugleich palästinensische Rechte verteidigen, israelische Regierungspolitik kritisieren und Antisemitismus in den eigenen Reihen bekämpfen.   Ein Instagram-Post der LAG Palästinasolidarität Sachsen gegen den Thüringer Linken Fraktionsvorsitzenden Christian Schaft zeigt vor allem eines: Widerspruch gegen das eigene Weltbild wird schnell zum politischen Verrat erklärt. Der Instagram-Post der LAG Palästinasolidarität Sachsen mit dem Titel „Rechter Parteiflügel ♥ B ü rgerliche Presse“ zeichnet Christian Schaft als rechten Funktionär, der sich bei Markus Lanz der „bürgerlichen Pres...

Daniel Bax: Die Linke als Notausgang

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TL;DR: Die Linke kann parlamentarisch nötig sein, um eine AfD-Regierung zu verhindern. Daraus folgt aber weder ihre politische Unbedenklichkeit noch, dass Kritik an Antisemitischen Ausfällen aus ihren Reihen gegen sie bloß vorgeschoben ist. Bax verwechselt taktische Nützlichkeit mit politischer Entlastung. Wer die AfD verhindern will, soll nach  Daniel Bax  die Linke brauchen. Nur verwechselt er parlamentarische Nützlichkeit mit politischer Wahrheit – und Opportunismus mit Widerlegung. Daniel Bax hat in seinem Kommentar „ Wer die AfD verhindern will, muss auf die Linke setzen “ in der taz eine gute Nachricht: Die Republik ist gerettet. Das BSW zerfällt, die AfD droht, die CDU regiert, und irgendwo sitzt noch die Linke herum und besitzt Stimmen. Mehr braucht es offenbar nicht, um aus ihr den „ Fels in der Brandung “ zu machen. In Thüringen stützt sie eine CDU-geführte Minderheitsregierung, in Sachsen-Anhalt könnte sie dasselbe tun. Daraus folgt für Bax, dass alle bösen ...

Der Antisemitismus war wieder einmal nicht eingeplant

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TL;DR: Eine Kritik nicht nur der „Yalla Yalla Intifada“-Rufe bei einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken, sondern vor allem der anschließenden politischen Rituale: Entsetzen, Distanzierung, angekündigte „Konsequenzen“. Die entscheidende Frage lautet, ob es sich tatsächlich um einen lokalen Ausrutscher handelt – oder ob Teile der Berliner Linken ein grundsätzliches Problem mit der Grenze zwischen Kritik an israelischer Regierungspolitik, Antizionismus und der Verharmlosung politischer Gewalt haben. Zugleich wendet sich der Text gegen pauschale Urteile über die gesamte Partei. Glaubwürdigkeit zeigt sich nicht in Pressemitteilungen, sondern dort, wo klare Grenzen innerparteilich tatsächlich etwas kosten.   Die  Berliner Linke erklärt den Neuköllner  Antisemitismus   Skandal zum Betriebsunfall.  Das Problem ist nur: Wer immer wieder Betriebsunfälle produziert, sollte irgendwann die Betriebsanleitung lesen. Es gibt politische Skandale, deren anschlie...

Der Vorwurf und die Wahrheit

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TL;DR: Die Kolumne kritisiert eine Schieflage im Gespräch von Peter Merg mit Gerhard Hanloser: Der Antisemitismusvorwurf wird als mögliches Herrschaftsinstrument ausführlich analysiert, linker Antisemitismus dagegen als „Dummheit“ oder „Ausnahme“ verharmlost. Beides kann zugleich wahr sein: Der Staat kann Antisemitismusvorwürfe repressiv instrumentalisieren – und der konkrete Vorwurf kann trotzdem zutreffen. Entscheidend ist deshalb zuerst die Frage nach seinem Wahrheitsgehalt, erst danach nach Interessen und politischer Verwendung. Der Antisemitismusvorwurf kann zum Instrument staatlicher Repression werden. Daraus folgt nicht, dass er falsch ist. Das Gespräch von Peter Merg mit Gerhard Hanloser zeigt, wie notwendige Kritik deutscher Staatsräson in linke Selbstentlastung umschlagen kann. Zum Gespräch „ Was bislang ein Diskurs war, hat sich verpolizeilicht „ von Peter Merg   für die junge welt mit Gerhard Hanloser Gerhard Hanloser hat für eine reale Entwicklung ein brauchbares...

Heidegger im Bioladen

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TL;DR: Die taz präsentiert Martin Heidegger als bedeutenden Philosophen und frühen Kritiker von Technik, Wachstum und Naturzerstörung. Dabei droht sein Antisemitismus zur Randnotiz zu werden. Die Kolumne warnt: Heidegger muss gelesen werden – aber ohne seine völkischen Begriffe und die antisemitischen Strukturen seines Denkens von seiner Philosophie zu trennen. Philosophische Größe verleiht keine politische Immunität. Wie aus dem Philosophen des Seins ein Kronzeuge der ökologischen Moderne wird – und warum die linke Begeisterung für seine Technikfeindschaft bisweilen dort endet, wo die Frage nach seinem Antisemitismus erst beginnt. Es gibt in Deutschland kaum eine verlässlichere kulturelle Bewegung als die periodische Wiederkehr Martin Heideggers. Alle paar Jahre steigt der Schwarzwälder Denker metaphysisch nach dem Willen seiner Apologeten aus seiner Hütte herab, diesmal nicht als Existenzphilosoph, nicht als Prophet der Eigentlichkeit und auch nicht als Rektor des Jahres 1933 d...

Der Antiimperialismus und die Juden

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TL;DR: Teile des westlichen Antiimperialismus kritisieren Israel nicht nur, sondern machen es zum Symbol für Imperialismus, Kapitalismus und Kolonialismus. Dadurch wird Antizionismus mit antisemitischen Denkmustern verknüpft und komplexe politische Realitäten auf ein moralisches Schwarz-Weiß-Schema reduziert. Wie Teile einer Linken, die den Menschen befreien wollte, im Antizionismus den zuverlässigsten Ersatz für verlorene Gewissheiten fanden Der westliche Antiimperialismus hat viele Niederlagen erlitten. Die Revolution kam nicht, die Arbeiterklasse blieb widerspenstig unhistorisch, und selbst der Kapitalismus erwies sich als weniger höflich, als nach der Lektüre einiger Flugblätter zusammenzubrechen. Geblieben ist in Teilen des antiimperialistischen Milieus eine Welterklärung, die mit der Wirklichkeit ungefähr so verfährt wie ein schlecht sortierter Werkzeugkasten: Was nicht passt, wird passend geschlagen. Israel nimmt in diesem System eine privilegierte Stellung ein. Der jüdische...