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Wie Daniel Bax den Antizionismus-Beschluss der Linken rhetorisch entschärft – und Özlem Alev Demirel Beifall spendet

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TL;DR: Der taz-Kommentar von Daniel Bax verharmlost den umstrittenen Antizionismus-Beschluss der Linken, indem er zentrale Inhalte wie „Genozid“ und „Apartheid“ ausblendet und ihn auf bloße Regierungskritik reduziert. Das Gefällt Özlem Alev Demirel die auf Twitter Daniel Bax „ für diesen weisen Kommentar. “ lobt. Statt den Inhalt zu analysieren, verschiebt Bax den Fokus auf Streitkultur und politische Wirkung. Das Lob aus dem antiimperialistischen Parteiflügel zeigt, wem diese Darstellung nützt. So entsteht keine Analyse, sondern eine rhetorische Entschärfung: Ein grundlegender politischer Konflikt wird verkleinert, ohne gelöst zu werden – und kehrt deshalb zwangsläufig wieder zurück. Wie ein radikaler Beschluss verharmlost wird – und was dabei unsichtbar blei Man kann einen politischen Text kritisieren. Man kann ihn verteidigen. Oder man kann ihn verkleinern, bis er in die eigene Argumentation passt. Die dritte Variante hat einen Vorteil: Sie erspart die Auseinandersetzung. Wora...

„Einfach mal die Klappe halten“, Frau Knaul?

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TL;DR: Susanne Knaul rät zum Schweigen – natürlich nicht sich selbst. Josef Schuster dürfe denken, sogar recht haben, nur bitte nicht öffentlich sprechen. Denn wer als Präsident des Zentralrats redet, überschreitet für Susanne Knaul offenbar seine Zuständigkeit. Meinung ja. Stimme lieber nicht. Einfach mal die Klappe halten . Ein guter Rat. Nur richtet Susanne Knaul ihn nicht an sich selbst. Sie richtet ihn an Josef Schuster. Nicht ausdrücklich natürlich. Die Form bleibt höflich, der Ton moderat, der Gedanke aber ist klar: Schuster darf denken, vielleicht auch fühlen. Reden sollte er lieber nicht. Jedenfalls nicht über das, was er tatsächlich gesagt hat. Denn Knaul beginnt mit Verständnis. Sie schreibt: „Niemand nimmt Schuster das Recht, die Angriffe zu befürworten.“ Das klingt großzügig. Fast liberal. Doch der Satz funktioniert wie eine Tür, die nur kurz geöffnet wird, damit man sie gleich wieder schließen kann. Denn kaum ist das Recht zugestanden, folgt die Einschränkun...

Friedensnobelpreis für Trump? Nein – aber Jäckels Mythos vom Schuldigen Trump ersetzt Analyse durch Legende

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TL;DR:   Kein Applaus für Trump? Richtig. Aber auch nicht für Jäckels Kommentar, der Analyse durch Moralisieren ersetzt – und die Hamas, durch das Verschweigen ihrer Täterrolle im Gaza-Krieg, faktisch vom Täter zum Opfer macht. So verfehlt man den Kern des Konflikts.   Zu Pauline Jäckels Trump-Kommentar „Warum Trump nicht einmal Applaus verdient“ in der taz Pauline Jäckels Kommentar trägt den Titel „Warum Trump nicht einmal Applaus verdient“. Schon der Titel ein Crescendo der Selbstgewissheit, das vor allem eines ausstrahlt: moralische Hygiene. Das Problem beginnt nicht bei der These, sondern bei der Struktur des Denkens, die hinter ihr liegt. „Niemand außer dem US-Präsidenten hätte diesen Krieg beenden können, und zwar genau deshalb, weil er derjenige ist, der sein Fortführen überhaupt möglich gemacht hat.“ Das ist nicht nur eine steile Dialektik, sondern ein Hütchenspiel. Wer den Krieg ermöglicht, so Jäckels Logik, hat ihn zu verantworten – wer ihn beendet, erhält ...

Die Moral als Marschbefehl

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 TL;DR:  Bax ruft in der taz zur Intervention gegen Israel, doch sein Kommentar blendet den 7. Oktober aus. Wer moralisch urteilt, darf den Kontext nicht streichen. Kritik braucht Maß, nicht Pathos – und Verantwortung beginnt mit vollständiger Erinnerung. Zu Daniel Bax' Ruf in der taz nach „humanitärer Intervention“ Daniel Bax will nicht nur beschreiben, sondern eingreifen. Sein Text zur Lage in Gaza ist kein analytischer Essay, sondern ein Aufruf im Gewand eines Kommentars– getragen von moralischer Dringlichkeit, gerichtet an eine Weltgemeinschaft, die aus seiner Sicht zu lange weggesehen hat. Israel begehe Kriegsverbrechen. Die internationale Gemeinschaft müsse handeln. Und wenn die UNO schweigt, müsse „der Westen“ sprechen – mit Sanktionen, Embargos, notfalls mit Intervention. Doch was Bax als „humanitäre Pflicht“ vorträgt, verliert durch das, was fehlt, an intellektueller Erdung. Der 7. Oktober, der Ausgangspunkt des aktuellen Krieges, erscheint in seinem Text nicht...

Wenn Solidarität gelernt werden soll, ist die Frage erlaubt, wer lehrt, wer prüft – und was durchfällt.

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 TL;DR:  Solidarität, die dort endet, wo Jüdische Menschen beginnen, hat ihren Namen verloren. Kranenbergs Text berichtet vom Angriff, doch statt Klarheit folgt Ausweichen. Viel Camp-Rhetorik, wenig Haltung. Der Ernstfall wurde benannt – und übergangen. Zu:  „Solidarität lernen in Zeiten der Klimakrise“ von Charlotte Kranenberg, taz, 25.05.2025 Der Artikel von Charlotte Kranenberg möchte über ein Camp berichten, das sich als Schule der Solidarität begreift – und gerät dabei selbst in eine Probe aufs Exempel. Er dokumentiert, was geschehen ist: Der Angriff auf jüdische Gegendemonstrant*innen, rote Farbe, Geiselbilder im Müll, antisemitische Parolen – die Polizei bestätigt. Und doch bleibt, was folgt, auffallend sprachlos. Was wie eine offene Darstellung beginnt, kippt nach wenigen Absätzen in eine Art rhetorisches Ausweichmanöver. Der Bericht nimmt den Vorfall auf – um ihn gleich wieder im Dickicht des Positiven verschwinden zu lassen. Kaum ist der Farbbeutel erwähnt, ...

Widerstand ohne Inhalt – ein taz-Gespräch mit einem Phantom

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 TL;DR:  Ein Hamas-Sprecher redet, doch sagt nichts – nur alte Parolen, Schuldumkehr, kein Wort zu Massakern. Sophia Maier bleibt sachlich, stellt präzise Fragen und zeigt: Hier gibt es keinen Diskurs, nur Ideologie. Ein Interview, das entlarvt – nicht erklärt. Taz-Interview mit Hamas-Funktionär Walid Kilani offenbart ideologische Erstarrung – Maier bleibt standhaft inmitten politischer Trümmer Ein Gespräch mit einem Sprecher der Hamas, geführt im Juli 2025 per Telefon, mitten in seinem libanesischen Exil, ist kein Spaziergang über einen universellen Marktplatz der Meinungen – es ist der Sturz in einen monologischen Schacht. Was die taz-Redakteurin Sophia Maier dort vorlegt, ist dennoch ein journalistisches Kunststück – sie befragt einen Mann, der antwortet, ohne zu antworten, und behauptet, ohne zu begründen. Walid Kilani,d er Gesprächspartner:, Sprecher der Hamas im Libanon. Der Anlass: die internationale Isolation der Hamas nach dem 7. Oktober 2023 – und insbesondere die...