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Posts mit dem Label "Antizionismus" werden angezeigt.

Die Wiederkehr der Gewissheit

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TL;DR: Eine Kolumne darüber, dass in Teilen der Linksjugend stalinistische, DDR-verklärende und antizionistische Denkmuster wieder salonfähig werden. Sie warnt: Eine demokratische Linke verliert ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie den antistalinistischen Bruch von 1989 vergisst und Freiheit erneut dem Versprechen politischer Gewissheit opfert. Stalinismus in der Linksjugend und die Krise einer Linken, die ihre Geschichte verlernt Manche politischen Sätze sind keine Meinungen. Sie ziehen eine Grenze. Als Michael Schumann am 16. Dezember 1989 auf dem außerordentlichen Parteitag der SED sagte: „Wir brechen unwiderruflich mit dem Stalinismus als System“, sprach er nicht eine Fußnote der Wendezeit. Er lieferte auch keine Notformel für eine Partei im Einsturz. Er benannte die Bedingung, unter der diese Partei überhaupt weiterexistieren konnte. Aus der SED wurde die PDS, später Die Linke. Dieser Weg führte nicht um den Bruch mit dem Stalinismus herum. Er führte durch ihn hindurch. Die PDS k...

Anmerkungen zum Tod von Jean Ziegler

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TL;DR: Jean Ziegler hatte mit seiner Kritik globaler Ungleichheit oft recht. Gleichzeitig bediente er in seiner Kapitalismus- und Israelkritik Denkfiguren, die Kritiker als strukturell antisemitisch bewerten. Sein politisches Erbe ist daher widersprüchlich: analytische Schärfe bei Nord-Süd-Fragen, ideologische Blindstellen bei Israel und autoritären Regimen.   Jean Ziegler ist am 11. Juni gestorben. Über ihn stand in konkret einmal, seine Äußerungen zu Israel zeugten „von schlichtem Antisemitismus“, während er „mit seiner Einschätzung dessen, was der Norden mit dem Süden anstellt, leider meistens recht“ habe. Damit ist im Grunde mehr gesagt als in vielen Nachrufen, die jetzt erscheinen. „Über die Toten nur Gutes“, heißt es. Wer sich daran hält, hat es bequem. Im Fall Ziegler wird daraus derzeit ein kleines Heiligenbild: der unbeugsame Kämpfer gegen Hunger und Armut, der Ankläger der Reichen, der unbeirrbare Zeuge globaler Ungerechtigkeit. Das alles war er auch. Nur eben nicht...

Das Ressentiment kommentiert mit

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TL;DR: Die Distanzierung des Zentralrats der Juden in Deutschland von Itamar Ben-Gvir hätte ein Beispiel politischer Differenzierung sein können: Eine jüdische Institution kritisiert öffentlich einen rechten israelischen Minister. Doch im Facebook-Kommentarbereich wird daraus binnen Stunden ein Tribunal gegen „die Juden“, „Israel“, „die Medien“ und angebliche jüdische Machtstrukturen. Die Kolumne zeigt, wie antisemitisches Ressentiment gerade durch solche Distanzierungen aktiviert wird, weil es keine Widersprüche akzeptiert, sondern jede Differenz sofort als Täuschung deutet. Aus legitimer Kritik an Politik wird ethnische Zuschreibung, aus Analyse moralische Totalisierung. Der moderne Antisemitismus erscheint dabei selten offen, sondern tarnt sich als Medienkritik, Elitenverdacht oder vermeintig mutiges „Aussprechen“. Soziale Medien verstärken diese Dynamik, weil sie Vereinfachung belohnen und Differenzierung verdächtig machen. Wie aus der Distanzierung des Zentralrats der Juden in D...

Antirassismus ohne Juden?

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TL; DR:  Ein Flugblatt, das auf dem Campus der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle aushängt, behauptet, eine Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Halle bedeute die Unterstützung von „Genozid“ – und ersetzt damit Argumente durch moralische Urteile. Es zeigt exemplarisch, wie ein Teil einer sich als antirassistisch verstehenden Generation jüdische Institutionen nur dann akzeptiert, wenn sie in das eigene ideologische Raster passen. Die Gemeinde wird nicht als konkrete, historisch verwundbare Institution wahrgenommen – trotz des rechtsterroristischen Anschlags von 2019 –, sondern als Stellvertreterin für Israel. Gleichzeitig werden „passende“ jüdische Stimmen selektiv aufgewertet. So entsteht ein Antirassismus, der Vielfalt behauptet, aber Unterschiede nicht aushält. Die eigentliche Frage lautet daher: Wann kippt politische Haltung in die Ausgrenzung genau derjenigen, die sie zu schützen vorgibt? Über ein Flugblatt, eine Kunsthochschule und den Antirassismus, der jüdis...

Gaza, Antizionismus und das Elend von Teilen der Linken

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TL;DR: Die Debatte über Gaza, Zionismus und Antizionismus in Teilen der Linken wird von ideologischer Gewissheit statt von Analyse geprägt ist. Der 7. Oktober muss als ein durch Antisemitismus befeuertes Massaker an Zivilist*innen ernst genommen werden; wer das negiert, relativiert oder leugnet verlässt den Boden politischer Urteilskraft. Zugleich darf dieses Massaker nicht zur Rechtfertigung der israelischen Kriegsführung missbraucht werden. Kritik an Israels Krieg, an rechter israelischer Regierungspolitik und an realer Zerstörung in Gaza bleibt notwendig. Sie verliert aber ihren analytischen Wert dort, wo Israel oder der Zionismus zur Chiffre des absolut Bösen gemacht werden. Besonders in Teilen der Linken zeigt sich ein Antizionismus, der – etwa im Beschluss der Linksjugend ['solid] – den Zionismus einseitig als Kolonialismus und Rassismus deutet und seine historische Dimension als Reaktion auf antisemitische Verfolgung ausblendet. Die häufige Berufung auf den Genozidbegrif...

Dekarldent und „Das Ende der Partei Die Linke“

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  TL;DR Nicht  der Antrag der Parteiführung von DIE LINKE gegen jede Form von Antisemitismus ist skandalös, sondern die Dekarldents Reaktion darauf. Ein Bekenntnis gegen Antisemitismus, zur jüdischen Selbstbestimmung und zum Existenzrecht Israels ist kein Bruch mit linker Politik, sondern politischer Mindeststandard. Dass Dekarldent dies als „Freitod“ der Partei deutet, zeigt vor allem eine tiefe Krise der Urteilskraft in Teilen der Linken. Im Zentrum der Kritik steht Dekarldents Redeweise: große moralische Begriffe wie „Völkermord“, „Kolonialstaat“ oder „Zionismus“ werden mit maximaler Gewissheit benutzt, aber ohne hinreichende Differenzierung. Die Kolumne hält dagegen, dass politische Analyse nicht aus Empörung besteht, sondern aus Unterscheidungen: zwischen Israelkritik und Dämonisierung, zwischen Staat und Regierung, zwischen Antizionismus und antisemitischen Mustern. Teile der deutschen Linken haben im Streit über Israel nicht bloß einen politischen Konflikt, son...