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Posts mit dem Label "Antizionismus" werden angezeigt.

Der Antiimperialismus und die Juden

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TL;DR: Teile des westlichen Antiimperialismus kritisieren Israel nicht nur, sondern machen es zum Symbol für Imperialismus, Kapitalismus und Kolonialismus. Dadurch wird Antizionismus mit antisemitischen Denkmustern verknüpft und komplexe politische Realitäten auf ein moralisches Schwarz-Weiß-Schema reduziert. Wie Teile einer Linken, die den Menschen befreien wollte, im Antizionismus den zuverlässigsten Ersatz für verlorene Gewissheiten fanden Der westliche Antiimperialismus hat viele Niederlagen erlitten. Die Revolution kam nicht, die Arbeiterklasse blieb widerspenstig unhistorisch, und selbst der Kapitalismus erwies sich als weniger höflich, als nach der Lektüre einiger Flugblätter zusammenzubrechen. Geblieben ist in Teilen des antiimperialistischen Milieus eine Welterklärung, die mit der Wirklichkeit ungefähr so verfährt wie ein schlecht sortierter Werkzeugkasten: Was nicht passt, wird passend geschlagen. Israel nimmt in diesem System eine privilegierte Stellung ein. Der jüdische...

Ceuta und der alte Verdacht im neuen Gewand

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TL;DR: Die Ceuta-Krise wurde zur Grundlage einer von Rechten und Linken verbreiteten Verschwörungserzählung, nach der Israel und die USA den Grenzansturm organisiert hätten. Der Artikel zeigt, wie aus politischen Spannungen vermeintliche Beweise werden und wie der alte Verdacht einer verborgenen jüdischen Macht im Vokabular des Antizionismus wiederkehrt. Entscheidend ist nicht die Härte der Kritik an Israels Politik, sondern ob sie konkrete Handlungen belegt oder Israel zum universellen Drahtzieher erklärt. Wie die Ceuta-Krise zur Projektionsfläche wurde – und warum aus Kritik an Israels Politik eine Theorie vom allmächtigen Drahtzieher werden kann Zehntausende Menschen durchbrachen am 30. und 31. Juli 2026 die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta; mindestens 57, später 67 Tote wurden gemeldet. Während spanische Behörden Schleusernetzwerke, soziale Not und die Fehlinterpretation eines Gerichtsurteils als Ursachen nannten, verbreiteten Politiker, Aktivisten und pro...

Die falschen Freunde der Freiheit

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TL;DR: Die Kolumne kritisiert zwei Lager, die Freiheit durch Bündnistreue ersetzen: Teile der Linken verklären autoritäre und islamistische Kräfte, sobald diese gegen Israel oder den Westen auftreten. Zugleich macht die JFDA aus Parolen vorschnell Tatbeweise und erklärt den deutschen Rechtsstaat zur moralischen Gegenwelt. Beide Seiten vermeiden die entscheidende Frage: Woran lassen sich politische Verbündete messen, wenn nicht an ihren tatsächlichen Zielen und Taten?   Wie Lagerdenken aus Reaktion Befreiung macht – und aus Deutschland gleich noch deren Schutzmacht Freiheit hat viele Freunde, besonders unter denen, die sie anderen nicht gönnen. Die einen marschieren unter Regenbogenfahnen und erklären Regime zu Verbündeten, die Homosexuelle verfolgen. Die anderen sehen darin den Beweis, dass der deutsche Staat schon deshalb emanzipatorisch sei, weil seine Gegner es nicht sind. So treffen sich zwei Lager, die einander verachten, in derselben Denkform: Politik heißt, den richtig...

Die Wiederkehr der Gewissheit

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TL;DR: Eine Kolumne darüber, dass in Teilen der Linksjugend stalinistische, DDR-verklärende und antizionistische Denkmuster wieder salonfähig werden. Sie warnt: Eine demokratische Linke verliert ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie den antistalinistischen Bruch von 1989 vergisst und Freiheit erneut dem Versprechen politischer Gewissheit opfert. Stalinismus in der Linksjugend und die Krise einer Linken, die ihre Geschichte verlernt Manche politischen Sätze sind keine Meinungen. Sie ziehen eine Grenze. Als Michael Schumann am 16. Dezember 1989 auf dem außerordentlichen Parteitag der SED sagte: „Wir brechen unwiderruflich mit dem Stalinismus als System“, sprach er nicht eine Fußnote der Wendezeit. Er lieferte auch keine Notformel für eine Partei im Einsturz. Er benannte die Bedingung, unter der diese Partei überhaupt weiterexistieren konnte. Aus der SED wurde die PDS, später Die Linke. Dieser Weg führte nicht um den Bruch mit dem Stalinismus herum. Er führte durch ihn hindurch. Die PDS k...

Anmerkungen zum Tod von Jean Ziegler

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TL;DR: Jean Ziegler hatte mit seiner Kritik globaler Ungleichheit oft recht. Gleichzeitig bediente er in seiner Kapitalismus- und Israelkritik Denkfiguren, die Kritiker als strukturell antisemitisch bewerten. Sein politisches Erbe ist daher widersprüchlich: analytische Schärfe bei Nord-Süd-Fragen, ideologische Blindstellen bei Israel und autoritären Regimen.   Jean Ziegler ist am 11. Juni gestorben. Über ihn stand in konkret einmal, seine Äußerungen zu Israel zeugten „von schlichtem Antisemitismus“, während er „mit seiner Einschätzung dessen, was der Norden mit dem Süden anstellt, leider meistens recht“ habe. Damit ist im Grunde mehr gesagt als in vielen Nachrufen, die jetzt erscheinen. „Über die Toten nur Gutes“, heißt es. Wer sich daran hält, hat es bequem. Im Fall Ziegler wird daraus derzeit ein kleines Heiligenbild: der unbeugsame Kämpfer gegen Hunger und Armut, der Ankläger der Reichen, der unbeirrbare Zeuge globaler Ungerechtigkeit. Das alles war er auch. Nur eben nicht...

Das Ressentiment kommentiert mit

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TL;DR: Die Distanzierung des Zentralrats der Juden in Deutschland von Itamar Ben-Gvir hätte ein Beispiel politischer Differenzierung sein können: Eine jüdische Institution kritisiert öffentlich einen rechten israelischen Minister. Doch im Facebook-Kommentarbereich wird daraus binnen Stunden ein Tribunal gegen „die Juden“, „Israel“, „die Medien“ und angebliche jüdische Machtstrukturen. Die Kolumne zeigt, wie antisemitisches Ressentiment gerade durch solche Distanzierungen aktiviert wird, weil es keine Widersprüche akzeptiert, sondern jede Differenz sofort als Täuschung deutet. Aus legitimer Kritik an Politik wird ethnische Zuschreibung, aus Analyse moralische Totalisierung. Der moderne Antisemitismus erscheint dabei selten offen, sondern tarnt sich als Medienkritik, Elitenverdacht oder vermeintig mutiges „Aussprechen“. Soziale Medien verstärken diese Dynamik, weil sie Vereinfachung belohnen und Differenzierung verdächtig machen. Wie aus der Distanzierung des Zentralrats der Juden in D...