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Die Alternative zur AfD?

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TL;DR: Das BSW trat mit dem Anspruch an, Unzufriedenen eine Alternative zur AfD zu bieten. Die dargestellte Wählerwanderung zeichnet jedoch ein paradoxes Bild: Von 49.000 Nettozugängen sollen lediglich 2.000 von der AfD stammen. Der Kommentar fragt deshalb, ob das BSW die AfD tatsächlich schwächt – oder durch die Übernahme rechter Problemdeutungen am Ende genau jene politische Verschiebung normalisiert, die es angeblich verhindern wollte. Das BSW wollte der AfD enttäuschte Wähler abnehmen. Doch ausgerechnet die eigene Wählerwanderung erzählt eine andere Geschichte: Die „Alternative zur Alternative“ gewinnt fast überall – nur kaum bei der AfD. 49.000 Wählende meldet das Bündnis Sahra Wagenknecht( BSW) nach der Wahl in Sachsen-Anhalt und weil eine Partei Zahlen hauptsächlich deshalb veröffentlicht, damit niemand über ihre Bedeutung nachdenkt, wird der Nettozugewinn gleich in einen schönen roten Pfeil verwandelt. Ausgerechnet die kleinste Zahl erzählt die Geschichte. 2.000. Vo...

AfD-Wähler:innen als verhinderte Sozialist:innen

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TL;DR: Soziale Not erklärt politische Wut – aber weder Rassismus noch Nationalismus. Die AfD profitiert von realer gesellschaftlicher Ohnmacht, bietet darauf jedoch eine autoritäre Antwort: Abwertung statt Solidarität. Eine Linke darf deshalb weder den Status quo verteidigen noch AfD-Wähler zu verhinderten Klassenkämpfer verklären. Sie muss die Verhältnisse bekämpfen, die Ressentiments begünstigen – und zugleich den Ressentiments selbst widersprechen.   Sebastian Rave erklärt den Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt aus sozialer Verwüstung und der Schwäche der Linken. Die Diagnose trifft einen wichtigen Zusammenhang – und droht doch, rechte Wähler:innen zu verhinderte Klassenkämpfer:innen zu verklären. Soziale Wut ist noch kein Klassenbewusstsein. Sebastian Rave von der akl in Bremen hat am 10. September 2026 " Radikal gewinnt, brav verliert.7 Thesen zur Wahl in Sachsen-Anhalt" auf der Webseite der akl präsentiert. Sebastian Raves sieben Thesen zur Wahl in Sachsen-Anhalt...

Rechts wählen ist kein Missverständnis

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TL;DR: Soziale Unsicherheit, Kontrollverlust und mangelnde Anerkennung können erklären, warum Beschäftigte die AfD wählen. Sie erklären aber nicht den Nationalismus selbst. Rechte Politik deutet reale soziale Konflikte um Arbeit, Wohnen und gesellschaftliche Macht in Kämpfe um Herkunft und Zugehörigkeit um. Eine linke Antwort muss deshalb beides leisten: soziale Ohnmacht bekämpfen und zugleich Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus widersprechen. Wer rechte Wähler:innen ausschließlich als Opfer ihrer Verhältnisse versteht, unterschätzt ihre politische Entscheidung.     Soziale Unsicherheit, verlorene Kontrolle und mangelnde Anerkennung helfen zu erklären, warum Beschäftigte die AfD wählen. Doch wer im Nationalismus nur falsch verstandenen sozialen Protest sieht, unterschätzt, dass seine Anhänger:innen nicht nur Verhältnisse erleiden, sondern politische Entscheidungen treffen. Es gehört zu den Vorzügen von Rainer Beneckes Beitrag „ Warum Arbeiterinnen die AfD wählen ...

Der Faschist als enttäuschter Sozialdemokrat

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  TL;DR: Die AfD wird nicht bloß aus Protest gewählt. Wer ihren Erfolg allein mit sozialer Unsicherheit erklärt wie Thies Gleiss, unterschätzt Nationalismus, Rassismus und autoritäre Überzeugungen. Eine eigenständige Linke muss Klassenpolitik betreiben, ohne Arbeiter zu romantisieren, und zugleich die AfD verhindern, ohne deshalb die CDU zum politischen Verbündeten zu erklären. Die AfD wird nicht aus Versehen gewählt. Wer den Rechtsruck bekämpfen will, muss deshalb nicht nur über soziale Verhältnisse reden, sondern über Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und den politischen Willen derer, die rechts wählen. Thies Gleiss hat über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit " RECHTSRUCK HÄLT AN – LINKE STELLT SICH SELBST EIN BEIN, Zum Ausgang der Landtagswahlen Sachsen-Anhalt 2026 “ einen Text geschrieben, der dort stark ist, wo er die übliche demokratische Selbstberuhigung verweigert. Die AfD, schreibt er sinngemäß, ist keine bloße Protestpartei mehr, sondern politisch gewoll...

44 Prozent Machtanspruch

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TL;DR: Sachsen-Anhalts BSW Spitzenkandidatin Claudia Wittig erklärt es am 06. September, nur wenige Minuten nach der 1 Prognose zut Landtagswahl  für „völlig undemokratisch“, die AfD bei 44 Prozent nicht an einer Regierung zu beteiligen. Damit verwechselt sie Wahlerfolg mit Regierungsanspruch: 44 Prozent müssen parlamentarisch repräsentiert werden, begründen aber kein Recht auf Regierungsmacht. Wer eine AfD-Regierungsbeteiligung ablehnt, entrechtet deren Wähler nicht. Wittig verkauft so die Anerkennung eines Machtanspruchs als Respekt vor dem Wählerwillen – und macht aus einer politischen Entscheidung gegen die AfD vermeintlich ein Demokratieproblem. Sachsen-Anhalts BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig bereitet mit dem Satz, es sei „völlig undemokratisch, die AfD nicht an einer Regierung zu beteiligen“, die Unterstützung der Machtübernahme der AfD vor. Sie verkauft die Anerkennung eines Machtanspruchs als Anerkennung des Wählerwillens. Man muss Claudia Wittig dankbar sein für d...

Luigi Pantisano irrt: Ein anderer Busfahrplan schafft den Nationalismus nicht ab

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TL;DR:  Pantisano benennt die AfD zu Recht als rechtsextreme Gefahr und will ihre Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt verhindern. Doch seine Erklärung ihres Erfolgs greift zu kurz: Soziale Unsicherheit allein erklärt weder Nationalismus noch Rassismus und Antisemitismus. Bessere Krankenhäuser, Busverbindungen und Arbeitsplätze sind notwendig – aber sie beseitigen kein Ressentiment. Besonders problematisch bleibt, dass Pantisano von den „Erfahrungen unserer Geschichte“ spricht, ohne Auschwitz, die Shoah und Antisemitismus ausdrücklich zu benennen. Luigi Pantisano  erkennt nach der Wahl in Sachsen-Anhalt die rechtsextreme Gefahr der AfD. Doch seine Erklärung ihres Erfolgs bleibt eigentümlich beruhigend: Hinter dem Rechtsruck vermutet er vor allem enttäuschte soziale Interessen. Nationalismus und Rassismus werden damit zur falschen Antwort auf eigentlich richtige Fragen – und Antisemitismus kommt natürlich überhaupt nicht vor. Man könnte Luigi Pantisano zugutehalten, dass...

Sachsen-Anhalt - 29.706 Tage nach dem 8. Mai 1945

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TL;DR: 44,4 Prozent für die Faschistische AfD sind kein Versehen mehr. 29.706 Tage nach der Kapitulation Nazideutschlands ist es zu spät für die Formel „Nie wieder ist jetzt“ – dieses Jetzt läuft längst. Entscheidend ist nicht nur, welche Regierung in Sachsen-Anhalt gebildet wird, sondern was ein solcher Rechtsruck für migrantisierte und geflüchtete Menschen, Jüdinnen /Juden, Muslim:innen , Frauen , Queers , Antifaschist : innen und eine plurale Gesellschaft bedeutet. Wer seit Jahren gegen die extreme Rechte recherchiert, organisiert und widerspricht, braucht mehr als Respekt: Solidarität, Ressourcen und Schutz. 29.706 Tage – nach dem 8. Mai, der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands ist es zu spät, „Nie wieder“ zu sagen. 44,4 % für die Faschistische #AfD heißt: wir sind mittendrin. Da ist es zu spät, um „Nie wieder“ zu sagen. „Nie wieder“ war gestern. Jetzt geht es um Solidarität & den Schutz aller, die von rechter Politik bedroht sind. „Nie wieder“ war gestern! Jetzt...