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Ceuta und der alte Verdacht im neuen Gewand

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TL;DR: Die Ceuta-Krise wurde zur Grundlage einer von Rechten und Linken verbreiteten Verschwörungserzählung, nach der Israel und die USA den Grenzansturm organisiert hätten. Der Artikel zeigt, wie aus politischen Spannungen vermeintliche Beweise werden und wie der alte Verdacht einer verborgenen jüdischen Macht im Vokabular des Antizionismus wiederkehrt. Entscheidend ist nicht die Härte der Kritik an Israels Politik, sondern ob sie konkrete Handlungen belegt oder Israel zum universellen Drahtzieher erklärt. Wie die Ceuta-Krise zur Projektionsfläche wurde – und warum aus Kritik an Israels Politik eine Theorie vom allmächtigen Drahtzieher werden kann Zehntausende Menschen durchbrachen am 30. und 31. Juli 2026 die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta; mindestens 57, später 67 Tote wurden gemeldet. Während spanische Behörden Schleusernetzwerke, soziale Not und die Fehlinterpretation eines Gerichtsurteils als Ursachen nannten, verbreiteten Politiker, Aktivisten und pro...

Keine Bomben - keine Analyse

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TL;DR: „Keine Bomben!“ ruft die Antikapitalistische Linke – und erklärt den Krieg zur Weltformel des Imperialismus. Moralisch eindeutig, analytisch dünn. Wer alles mit Hegemonie erklärt, erspart sich die Mühe des Denkens. Parolen ersetzen keine Politik. Wie die Antikapitalistische Linke den Krieg gegen die iranische Diktatur zur imperialistischen Weltformel erklärt Es ist ein beruhigendes Gefühl: Man kann gegen alles sein. Gegen Bomben sowieso. Gegen „US-Imperialismus“. Gegen „israelischen Kolonialismus“. Gegen Monarchisten, gegen Mullahs, gegen Hegemonie. Man kann sogar gegen „Weltneuordnungskriege“ sein. Und während man so umfassend Nein sagt, bleibt man moralisch sauber, politisch eindeutig, gedanklich unangreifbar – weil man gar nicht erst in die Nähe einer Zumutung kommt: der Wirklichkeit. Die Stellungnahme der Antikapitalistischen Linken vom 1. März 2026 trägt den Titel: „Sofortiger Stopp der Intervention im Iran! Keine Befreiung durch US-amerikanische Bomben!“ Der Titel...

Israels Diaspora-Minister sucht den Schulterschluss – mit einem britischen Rechtsaußen

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TL;DR :   Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Manchester lädt Israels Diaspora-Minister Amichai Chikli ausgerechnet Tommy Robinson nach Israel ein – einen Antisemiten & Rechtsaußen, den die britischen Juden ablehnen. Ein Zeichen der Solidarität ist das nicht. Nach dem Anschlag auf eine britische Synagoge lädt Israels Diaspora-Minister den rechtsextremen Tommy Robinson ein – und macht aus Solidarität eine Rechenschwäche. Am Tag nach dem ersten tödlichen Anschlag auf eine Synagoge in der Geschichte Großbritanniens – einem Land, das auch ohne Blutvergießen genügend antisemitischen Bodensatz kennt – findet Israels Minister für Diaspora-Angelegenheiten Amichai Chikli einen bemerkenswerten Weg, auf das Grauen zu reagieren: Er lädt Tommy Robinson nach Israel ein. Den Mann, der in Großbritannien als personifiziertes Ressentiment gegen Migranten gilt, als Straßenprediger des antimuslimischen Furors, als Schlägertyp, so die größte jüdische Organisation des Landes, „ der die schl...

Warum es Israel geben muss – und nicht nur als Idee.

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TL;DR:   Israel existiert nicht  trotz , sondern  wegen  Auschwitz. Wer Zionismus heute als Verbrechen deutet, stellt nicht den Staat infrage,  sondern das Recht der Jüdischen Menschen,  sich zu  schützen .   Die Existenz Israels ist kein Geschenk, das die Welt den  Jüdischen Menschennach Auschwitz gemacht hat – sondern eine Notwendigkeit, die sich aus dem fortwährenden Zwang ergab, irgendwo auf diesem Planeten zu existieren, ohne jederzeit mit der eigenen Vernichtung rechnen zu müssen. Jean-Paul Sartre wusste: Der Jude ist nicht der, der sich dazu erklärt, sondern der, den der Antisemit als solchen markiert. Man kann nicht aufhören, Jude zu sein, so wenig wie man dem Blick des Antisemiten entkommen kann, der aus dem Hinterzimmer der Geschichte nie verschwunden ist. Antizionismus ist oftmals das Alibi des salonfähigen Antisemitismus. Er kommt im Gewand vermeintlich moralischer Kritik daher, nennt sich „Israelkritik“ – ein Begriff, ...

Israel, die Palästinenser*innen und die sektiererische, autoritäre Linke

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 TL;DR:  „Israelkritik“ ist selten Kritik, meist das alte Geschäft: Judenfeindschaft mit neuem Etikett. Linke, die beim G20 Kapitalismus und Nationen bekämpfen, kneifen bei Hamas & Scharia. Emanzipation heißt: Befreiung von Besatzung und Klerikern – nicht Applaus für "Blut und Boden".Israel, die Palästinenser*innen und die sektiererische, autoritäre Linke. Wer „Israelkritik“ betreibt, meint selten Kritik, sondern das uralte Geschäft: der „Jude als Brunnenvergifter, Pestverbreiter, Kindermörder“, nur heute eben mit Pass und Parlament. Kein Volk der Erde, so will es die Logik der „Israelkritik“, hat Anspruch auf einen Staat – außer allen, nur nicht den Jüdischen Menschen. Belgienkritiker, Ghana-Skeptiker, Korea-Gegner? Gibt es nicht. Aber Israelkritiker*innen stehen Schlange. Zur Klarstellung: Kritik an der israelischen Regierung, ihren Parteien oder der Armee – insbesondere, wenn sie sich auf Menschenrechte, Völkerrecht und demokratische Prinzipien beruft – ist legitim un...

Die Moral der Anklage – oder: Wenn der Vorsitzende der Partei Die Linke Israel zum „Hungermörder" erklärt

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TL;DR:  Wer, wie Jan van Aken, Israel zum „Hungermörder“ erklärt, ersetzt Analyse durch Attitüde. Van Akens Rhetorik und Bax’ Schonraum-Journalismus zeigen: Wo Moral regiert, verstummen Geschichte, Kontext und Verantwortung. Kritik ja – aber mit Kompass, nicht mit Empörung. Wer moralisch spricht, kann politisch entwaffnen – oft wirksamer als mancher Antrag. Jan van Aken beherrscht diese Technik. Sein Satz „Keine Solidarität mit Hungermördern“ zielt nicht auf Diskussion, sondern auf Urteil. Wen er meint, muss er nicht sagen – es ist längst eingeschrieben in die Tonlage des Satzes. Und wer ihn liest, weiß: Es geht um Israel. Die Sprache der Anklage – wenn Kritik zur Verlautbarung wird Van Aken vermeidet den Begriff „Völkermord“, doch seine Sprache dreht beständig um ihn herum: genozidale Handlungen , Apartheid , Verbrechen . Der Konjunktiv dient hier nicht der Vorsicht, sondern der Aufladung. Das Sagbare wird vorsätzlich ins Unausgesprochene verlegt – mit der gewünschten Wirkung. Di...

Kritik zum nd-Interview „Sie hat sich hier einen Strohmann aufgestellt“ mit Jakob Reimann

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TL;DR:   Im Interview mit Jakob Reimann lässt sich nd-Journalist Monroy auf reine Mikrofonhalterei ein. Kritiklos darf Reimann Israel dämonisieren und Preisler diffamieren – ohne auch nur andeutungsweise Kritik an der Hamas zu üben. Das hat mit Journalismus nichts zu tun. Der nd -Journalist Matthias Monroy, der sich in „Sie hat sich hier einen Strohmann aufgestellt“ als Verteidiger der freien Rede geriert, hat in seinem Interview mit Jakob Reimann einen jener Momente produziert, in denen man sich wünscht, die Pressefreiheit wäre durch Geschmackspflicht reguliert.   Es beginnt mit einer Frage, die klingt wie die Ouvertüre eines Opferoratoriums: „Was ist da passiert?“ Was folgt, ist eine fast 1000-Worte lange Selbstentlastung durch Jakob Reimann, der – in bester anti-imperialistischer Tradition – nicht nur die israelische Armee, sondern gleich noch den deutschen Journalismus, die Justiz, die Polizei und natürlich Springer mit in den Kriegsverbrecherdock zerrt. Dass Monroy d...

Die Denunzianten-Mission

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TL;DR:  Canary Mission: digitale Pranger mit Ablasshandel. Kritik an Israel z.B. an Nwird als Hass gelistet, Ein Pranger, der Angst statt Argumente produziert und Amnestie für Entschuldigungen anbietet. McCarthyismus im Cloud-Zeitalter. Die „Canary Mission“ ist das, was dabei herauskommt, wenn selbsternannte Freunde Israels glauben, sie müssten Kritik an der Besatzungspolitik mit digitaler Denunziation beantworten. Wer sich durch ihre Seite scrollt, könnte meinen, den Gebetszettel eines mittelalterlichen Ablasshändlers zu lesen, der gegen Bezahlung jeden Sünder aufnimmt, solange die Münze in der Kasse klingt  Hier wird nicht diskutiert, hier wird registriert. Namen, Gesichter, Meinungen, Kinderfotos – jede Regung gegen die Besatzung, jeder Tweet, der nicht ins Hasbara-Liederbuch passt, landet in einem Dossier, das aussieht, als habe ein sozialpsychologischer Praktikant der McCarthy-Stiftung gerade das Internet entdeckt. Wer es betreibt, bleibt anonym, aber jeder, der dort la...