Posts

Posts mit dem Label "Antikapitalistische Linke" werden angezeigt.

Politische Klarheit – oder die Rückkehr alter Gewissheiten?

Bild
TL;DR: „Politische Klarheit – oder die Rückkehr alter Gewissheiten?“ kritisiert, dass die AKL „politische Klarheit“ vor allem als Gewissheit versteht. Statt echter Selbstkritik dominierten feste Deutungsmuster zu Gaza, Kapitalismus und Parlamentarismus. So drohe Analyse zur Orthodoxie zu werden. Wer die Welt radikal erklären will, muss zuerst die eigenen Überzeugungen radikal prüfen. Politische Erklärungen beschreiben selten nur die Wirklichkeit. Meist zeigen sie auch, wie jene denken, die sie schreiben. Das gilt auch für die Erklärung des Bundessprecher*innenrates der Antikapitalistischen Linken (AKL) zum Bundesparteitag der Partei Die Linke. Schon der Titel setzt den Ton: „ Politische Klarheit gewonnen – Aufbau einer Klassenpartei pausiert. “ Das klingt sachlich, fast nüchtern. Tatsächlich liest es sich wie ein Erfolgsmeldung mit angehängter Enttäuschung. Politisch, so die Darstellung, sei die Partei auf Kurs; organisatorisch fehle nur noch der nächste Schritt. Gerade diese Trennun...

Die letzte Gewissheit der autoritären Linken: Israel als Weltformel

Bild
TL;DR: Der Antrag G.36 der AKL zum Potsdamer Parteitag der Partei Die Linke ist weniger eine Analyse des Nahostkonflikts als Ausdruck einer  autoritären  Denkweise. Er ordnet komplexe Widersprüche in ein einfaches Schema von Herrschaft und Widerstand ein und macht Israel zum zentralen Symbol imperialer Macht. Die Kolumne fragt, ob diese politische Grammatik den Konflikt noch erklärt – oder vor allem die Krise von Teilen Linken selbst offenlegt. Wie der Antrag G.36 der Antikapitalistischen Linken und Anderer die Rückkehr eines antiimperialistischen Denkens markiert, das mehr über den Zustand der v on Teilen deutschen Linken verrät als über Israel, Palästina und Antisemitismus Manche politischen Texte geben vor, die Welt zu erklären. Andere legen, oft unfreiwillig, ihre Autoren offen. Der Antrag G.36 „Für gleiche Rechte in Westasien – gegen jeden Rassismus und Antisemitismus “, eingebracht von Strömungen der Partei Die Linke, gehört entschieden zur zweiten Sorte. Forma...

Keine Bomben - keine Analyse

Bild
TL;DR: „Keine Bomben!“ ruft die Antikapitalistische Linke – und erklärt den Krieg zur Weltformel des Imperialismus. Moralisch eindeutig, analytisch dünn. Wer alles mit Hegemonie erklärt, erspart sich die Mühe des Denkens. Parolen ersetzen keine Politik. Wie die Antikapitalistische Linke den Krieg gegen die iranische Diktatur zur imperialistischen Weltformel erklärt Es ist ein beruhigendes Gefühl: Man kann gegen alles sein. Gegen Bomben sowieso. Gegen „US-Imperialismus“. Gegen „israelischen Kolonialismus“. Gegen Monarchisten, gegen Mullahs, gegen Hegemonie. Man kann sogar gegen „Weltneuordnungskriege“ sein. Und während man so umfassend Nein sagt, bleibt man moralisch sauber, politisch eindeutig, gedanklich unangreifbar – weil man gar nicht erst in die Nähe einer Zumutung kommt: der Wirklichkeit. Die Stellungnahme der Antikapitalistischen Linken vom 1. März 2026 trägt den Titel: „Sofortiger Stopp der Intervention im Iran! Keine Befreiung durch US-amerikanische Bomben!“ Der Titel...