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Feindbild statt Lektüre: Witt-Stahls Jagdfieber

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TL;DR: Die Rezension von Witt-Stahl kritisiert Nicholas Potter für Vereinfachung und Feindmarkierung – greift dabei jedoch selbst auf solche Mittel zurück. Statt Argumente zu prüfen, werden Motive unterstellt und Gegensätze zugespitzt. So entsteht weniger eine Buchkritik als eine Gegenpolemik, die mehr über ihre eigene Logik verrät als über das kritisierte Werk. Eine Kritik, die den Vorwurf der Vereinfachung erhebt – und dabei selbst auf Differenz verzichtet. Über eine Rezension, die mehr zuschreibt als überprüft. Susanne Witt-Stahl will in „ Autoritäres Jagdfieber “ in der junge welt vom 23.03.2026 ein Buch kritisieren. Heraus kommt ein Text, der weniger das Buch trifft als das, was sie darin wiedererkennt – oder wiedererkennen möchte. Schon der erste Satz setzt den Rahmen: Potter lege „mit der Ideologieschrotflinte auf alle Gegner des imperialen Westens an “. Das ist ein Bild, kein Argument. Es ersetzt die Frage, wie Potter argumentiert, durch die Behauptung, warum er es ange...