Die letzten Deutschen
TL;DR: Höcke sortiert „Deutsche“ wie Ware: West als amerikanisiert, Ost als angeblich unverfälschtes Reservat. Das ist keine Analyse, sondern ein Nationalmythos mit Verschwörung, Untergangspathos und dem Wunsch, Auschwitz aus dem Weg zu räumen. Imaginäres Volk, reale Feinde. Björn Höcke findet ein Volk – und zwar dort, wo es am verlässlichsten ist: in seinem Kopf. Nun hat Björn Höcke also inventarisiert. Er stellt die Deutschen in zwei Regale: hier die bloß noch „deutsch sprechenden Amerikaner“, dort – bevorzugt jenseits der Elbe – die „deutsch sprechenden Deutschen“. Man muss erst einmal auf die Idee kommen, einen Satz so zu bauen, dass er zugleich nichts sagt und alles behauptet. Die Rechte schafft das mit der Routine des schlechten Handwerks. Höcke redet von „Deutschland“ wie ein Antiquar von einer angeblich unersetzlichen Vase: einmal makellos, dann angeknackst, schließlich von fremden Fingern beschmutzt. Der politische Gehalt dieser Erzählung ist alt und unerquicklich:...