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Raul Zeliks moralische Panik

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TL;DR Raul Zelik kritisiert in „ Denunziatorischer Streberjournalismus “ die Konstruktion politischer Hysterien, arbeitet jedoch selbst mit verkürzten Vergleichen, unscharfen Begriffen und selektiver Beweisführung – und nähert sich damit dem Muster an, das er kritisieren will. Wie in Raul Zelik in „Denunziatorischer Streberjournalismus“ eine Kritik an Hysterie selbst in ihren Gegenstand kippt Raul Zelik will erklären, wie „ moralische Panik “ funktioniert. Am Ende liefert er ein Beispiel – nur nicht das, das er beabsichtigt. Schon der Einstieg setzt den Ton. Zelik greift Stuart Hall auf und erinnert an eine Zeit, „ als vom Siegeszug der neoliberalen Rechten noch keine Rede war “. Das ist nicht falsch, aber auch nicht unproblematisch. Denn die historische Skizze dient weniger der Einordnung als der Vorbereitung eines Vergleichs, der mehr behauptet als zeigt. Wenn Zelik schreibt, Medien und Konservative hätten „ einen faschistoiden Rechtspopulismus in Großbritannien mehrheitsfähig ...

Raul Zelik irrt: Warum Hannah Arendt nicht zur Linken Niedersachsen passt

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TL;DR: Raul Zelik behauptet, Hannah Arendt stehe der niedersächsischen Linken näher als der Parteiführung. Das stimmt nur oberflächlich. Arendt kritisierte den Zionismus analytisch, nicht moralisch. Während Niedersachsen urteilt und die Parteiführung moderiert, dachte Arendt in politischen Möglichkeiten. Wer sie zuordnet, verfehlt sie. Wie man  Hannah Arendt i n die Nähe einer Parteiposition presst – und dabei alles verliert, was sie dachte „Hannah Arendts Position zur israelischen Staatsgründung ist näher bei der niedersächsischen Linken als bei der Parteiführung und deren Bekenntnis zu Israel.“ (aus „ Linker Streit über Nahost: Nicht gleich nervös werden “ von Raul Zelik, nd, 22.03.2026) Es gibt Sätze, die wirken wie gute Pointen: knapp, merkfähig, zitierfähig. Sie setzen sich fest, gerade weil sie nicht lange erklären, sondern schnell einordnen. Raul Zelik hat so einen Satz geschrieben. Er ist eingängig. Und genau deshalb sollte man ihm misstrauen. Denn er stimmt – abe...