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Die alte Kunst der Kollektivschuld

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TL;DR: Kinder als „zukünftige Mörder“ zu beschimpfen ist keine Israelkritik, sondern antisemitische Kollektivschuld. Kritik braucht Unterscheidung, Belege und Präzision – sonst wird aus Politik Mob. Wer jüdischen oder israelischen Kindern „zukünftige Kindermörder“ nachruft, übt keine Kritik an israelischer Politik. Er bedient ein antisemitisches Bildreservoir – alt, bequem, mörderisch effizient. Und wer Antisemitismus bekämpfen will, muss genau hier anfangen: bei der Unterscheidung. Zwischen legitimer Kritik an einem Staat, einer Regierung, einer Militärstrategie – und der kollektiven Zuschreibung von Schuld an Menschen, die nichts getan haben außer da zu sein. Wer Kindern „zukünftige Kindermörder“ hinterherbrüllt, kritisiert keine Regierung. Er kritisiert nicht einmal einen Staat. Er kritisiert überhaupt nichts. Er spricht ein Urteil über Personen, bevor überhaupt eine Tat existiert. Herkunft wird zur Anklageschrift, Zugehörigkeit zur Vorstrafe. Das ist keine Politik – das ist die v...