Menschenfresser und Medienverschwörung – Wie der Antizionismus seine Maske fallen lässt
TL;DR: Essay über den Facebook-Diskurs zu Naidoos „Menschenfresser“-Rhetorik: Wie aus Empörung über Kindesmissbrauch eine alte antisemitische Semantik wird – Zionisten als Dämonen, Rothschild als Chiffre, Israel als Strippenzieher. Antizionismus erscheint hier nicht als Kritik, sondern als Traditionspflege. Wie Antizionismus im Facebook-Diskurs alte antisemitische Muster und Verschwörungsmythen reaktiviert. Als die Jüdische Allgemeine über Xavier Naidoos Rede berichtete, in der von „Menschenfressern“ die Rede war, empörte sich der Facebook-Mob nicht über die ritualmordnahe Metaphorik. Empört war man über die Zeitung. Nicht das Ressentiment war das Problem – sondern dass es benannt wurde. Das ist der erste Befund. Und er ist entscheidend. Denn was sich im Kommentarbereich entfaltete, war keine missverstandene Sorge um Kindesmissbrauch. Es war die strukturierte Wiederkehr eines alten Musters: die Personalisierung gesellschaftlicher Abstraktion im Bild des „zionistischen Strippenzi...