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Die größte Partei aller Zeiten? – Provinzjournalismus gegen die Geschichte

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  TL;DR: Olaf Amm kritisiert in „Die Partei, die den Osten einsperrte“ (Freies Wort, Erfurt, 21.04.2026) die SED zutreffend, verschiebt aber durch seine Fixierung auf „Macht“ den historischen Maßstab. Indem er quantitative Dominanz („keine andere Partei hatte mehr Macht“) betont und die NS-Diktatur nur vergleichend streift, entsteht eine implizite Konkurrenz der Systeme, die qualitative Unterschiede – insbesondere den Vernichtungscharakter des Nationalsozialismus – ausblendet. Zugleich instrumentalisiert der Text die Geschichte politisch, indem er eine Linie zur heutigen Linken nahelegt, ohne sie sauber zu begründen. Ergebnis: keine offene Relativierung, aber eine problematische Gewichtung, bei der Vergleich die Analyse ersetzt. Olaf Amm will in „ Die Partei, die den Osten einsperrte “ (Freies Wort, Erfurt, 21.04.2026) abrechnen. Mit der SED. Mit der DDR. Mit der Linken. Er beginnt groß: „ Keine andere deutsche Partei hat jemals mehr Macht .“ Ein Satz wie ein Schlussstrich – ...