Ceuta und der alte Verdacht im neuen Gewand
TL;DR: Die Ceuta-Krise wurde zur Grundlage einer von Rechten und Linken verbreiteten Verschwörungserzählung, nach der Israel und die USA den Grenzansturm organisiert hätten. Der Artikel zeigt, wie aus politischen Spannungen vermeintliche Beweise werden und wie der alte Verdacht einer verborgenen jüdischen Macht im Vokabular des Antizionismus wiederkehrt. Entscheidend ist nicht die Härte der Kritik an Israels Politik, sondern ob sie konkrete Handlungen belegt oder Israel zum universellen Drahtzieher erklärt. Wie die Ceuta-Krise zur Projektionsfläche wurde – und warum aus Kritik an Israels Politik eine Theorie vom allmächtigen Drahtzieher werden kann Zehntausende Menschen durchbrachen am 30. und 31. Juli 2026 die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta; mindestens 57, später 67 Tote wurden gemeldet. Während spanische Behörden Schleusernetzwerke, soziale Not und die Fehlinterpretation eines Gerichtsurteils als Ursachen nannten, verbreiteten Politiker, Aktivisten und pro...