Die Kunst der falschen Balance
TL;DR: Die Erklärung der Linken-Führung zur Nahost-Debatte versucht, durch Ausgewogenheit und Sprachdisziplin den innerparteilichen Konflikt zu befrieden, verliert dabei aber politische Klarheit. Indem sie Antizionismus teils kritisiert, teils legitimiert, historische Verantwortung relativiert und Begriffe wie „Zionist“ und „Antisemit“ symmetrisch behandelt, verwischt sie entscheidende Unterschiede. Der universalistische Appell („beide Seiten“) ersetzt eine klare Positionierung. So wird ein politischer Konflikt zu einem Debattenproblem umgedeutet – und genau dadurch nicht gelöst. Wie Die Linke den Nahostkonflikt befrieden will – und dabei an der Wirklichkeit vorbeiredet Es gibt Texte, die wollen schlichten – und verraten gerade darin, was sie nicht verstehen. Die Erklärung der Linken-Vorsitzenden zur Nahost-Debatte ( Debatte um Nahost verlangt besondere Verantwortung ) gehört in diese Kategorie: ein Dokument der Ausgewogenheit, das sich an der Wirklichkeit blamiert. Man erkennt d...