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Russenhass ebenso verwerflich wie Antisemitismus - Verwechslung mit Systemfehler

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TL;DR: Wenn Oskar Lafontaine „Russenhass“ und Antisemitismus gleichsetzt, wird aus Erinnerung Ideologie. Israel wird zum Täter, Putin zum Kulturträger – und die Shoah zur Fußnote geopolitischer Gleichsetzung. Geschichtsvergessenheit mit Sendungsbewusstsein. Wenn Russenhass bei Oskar Lafontaine die Shoah relativiert und Israel statt Deutschland zum Täter wird Wenn die Geschichte als moralischer Prämienmarkt begriffen wird, auf dem sich Schuld und Mitgefühl rabattfähig gegeneinander aufwiegen lassen, dann ist das Resultat selten Einsicht, fast immer Ideologie. So auch bei Oskar Lafontaine, der seinen Artikel „Russenhass ist deutsche Staatstradition“   aus der Weltwoche und den NachDenkSeiten später auf Facebook bewusst zum „Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ unter dem Titel „Der Russenhass ist ebenso verwerflich wie der Antisemitismus“ zweitverwertete – mit einer flammenden Anklage gegen das Gedächtnis, gerichtet nicht an die Täter, sondern an dere...

Sevim Dağdelens Gedenken ohne Gedächtnis

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TL;DR:  Gedenken als Geopolitik: Sevim Dağdelen erklärt Auschwitz zum Friedenssymbol zwischen Deutschen und Russen – und lässt dabei die jüdischen Opfer verschwinden. Wer so erinnert, spricht nicht über die Shoah, sondern über sich selbst. Über Sevim Dağdelens Geschichtsdeutung im Gewand des Gedenkens „ Am 27. Januar 1945 beendete die Rote Armee im antifaschistischen Krieg den Holocaust durch die Befreiung von Auschwitz “ – ein Satz, wie mit Hammer und Sichel in den Marmor gemeißelt. Nur leider nicht in den der Erinnerung, sondern in den des geopolitischen Recyclings. Dass Auschwitz nicht befreit, sondern entdeckt wurde – zu spät für über eine Million Ermordete –, stört in diesem Memorial-Realismus der besonderen Art offenbar nicht. Geschichte wird hier nicht erinnert, sie wird geglättet, gefaltet und auf dem Altar tagespolitischer Loyalitäten geopfert. Die Autorin, Ex-Bundestagsabgeordnete und diplomatische Spezialistin im Dienste des autoritären Internationalismus, versteigt ...

Das Grundsatzprogramm der BAG Palästinasolidarität - ein völkisches Opfer-Narrativ als verbalradikales Programm

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TL;DR: Das Grundsatzprogramm der BAG Palästinasolidarität stilisiert Israel zum Täterstaat, verklärt Pogrome als Widerstand und immunisiert sich gegen Kritik – es ist kein linkes Konzept, sondern völkischer Moralradikalismus im antiimperialistischen Gewand. Warum die „BAG Palästinasolidarität“ nicht links, sondern bloß „anti“ ist Wer heutzutage bei einem Papier aus der Partei Die Linke – gar einem, das sich ‚Grundsatzprogramm‘ nennt – das Wort ‚Genozid‘ findet, darf – bei klarem Verstand – skeptisch werden. Wenn dann auch noch ‚Deutschland‘ der Mittäterschaft bezichtigt wird, und das Ganze sich nicht auf 1941, sondern auf 2024 bezieht, stehen wir nicht vor der ‚Aufarbeitung deutscher Verantwortung‘, sondern vor ihrer Entsorgung So geschehen im Grundsatzprogramm der BAG Palästinasolidarität der Partei Die Linke . Dort heißt es: „ Durch Waffenlieferungen und diplomatische Rückendeckung für Israel hat sich Deutschland erneut an Kriegsverbrechen und an einem Genozid schuldig gemacht.“ Wo...

„Wir haben uns etwas versprochen“ – Michel Friedmans Rede gegen Gleichgültigkeit und für demokratische Verantwortung

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TL;DR:  „Jeder ist jemand. Aber die Partei des Hasses erklärt: Einige Menschen sind niemand“, sagte Friedman in seiner Rede zum Holocaust-Gedenken im Niedersächsischen Landtag über die AfD. Seine Rede am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus war kein Ritual, sondern ein Weckruf: Demokratie stirbt nicht nur am Hass – sondern an der Gleichgültigkeit ihrer Verteidiger   Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus konfrontiert Friedman den niedersächsischen Landtag mit unbequemen Wahrheiten über Vergangenheit, Gegenwart – und die Bequemlichkeit der Demokratieverteidiger. Ein Tag der Erinnerung, ein Redner mit Gedächtnis. Am 27. Januar 2026 sprach Michel Friedman im Landtag von Niedersachsen . Es war der offizielle Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus – und die Rede des ehemaligen Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden war weder Trostritual noch Pflichtprogramm. Sondern ein Weckruf. Adressat: alle Demokratinnen und Demokraten. Ziel: die Wiederb...

Rayoalemania369: Antisemitismus, Antizionismus & Verschwörungsmythen

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TL;DR: Rayoalemania369 verbreitet auf Facebook antisemitische Mythen,  rassistische-antizionistische  Hetze und Verschwörungsideologien  im Meme-Format – algorithmisch belohnt, gesellschaftlich gefährlich. Keine Aufklärung, sondern Radikalisierung mit Like-Button. Eine Seite als Symptom – und ein digitaler Schwelbrand der Aufklärung Ich dachte, ich kenne die Niederungen des Internets. Ich glaubte, mich könnte nichts mehr überraschen. Doch das, was auf der Facebook-Seite „Rayoalemania369“ an antisemitischen, rassistische-antizionistische  und verschwörungsmythologischen Botschaften kursiert, macht selbst abgebrühte Beobachter sprachlos. 🤢🤮 Ein digitales Biotop des Hasses Seit dem 15. Januar 2024 verbreitet ein Facebook-Kanal mit über 40.000 Followern unter dem Namen „Rayoalemania369“ systematisch Inhalte, die antisemitische Codes,  rassistische-antizionistische  Klischees und verschwörungsideologische Erzählungen in Endlosschleife mischen. Verpac...

Wie ein Facebook-Post des Zentralrats der Juden zum Antisemitismus zur digitalen Anklagebank wurde

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TL;DR:  Ein Facebook-Post des Zentralrats der Juden fragt: „Warum bleibt antisemitischer Hass in Deutschland oft straffrei?“ Die Antwort kam prompt – in über 300 Kommentaren, viele davon voller antisemitischem Hass. Nicht als Widerspruch, sondern als Beweis. Eine Litanei aus Hass auf Zionismus – und oft auch auf Jüdinnen und Juden; über Mossad, Gaza – und die Shoah. Alte Muster, neue Wörter. Antisemitischer Hass ist nicht neu. Er war nie weg – nur seine Grammatik hat sich geändert. Ein Bericht über Schuld, Schweigen und rhetorische Selbstentlastung in Kommentarspalten Ein Facebook-Post des Zentralrats der Juden in Deutschland vom Januar 2026 endet mit einer Frage: „ Warum bleibt antisemitischer Hass in Deutschland oft straffrei? “ Er verweist auf eine Äußerung von Josef Schuster, der auf Solidaritätsbekundungen für die Hamas nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 mit dem Ruf nach konsequenterer Strafverfolgung reagiert hatte. Ort der Veröffentlichung: Facebook. Ort der Eskala...

Ahmed Abed: „Angriff auf jüdisches Leben“, „Antisemit“ oder „Bürgermeister für alle“?

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TL;DR: Ahmed Abed steht für Palästinasolidarität, sagen seine Unterstützer: innen. Wer jedoch Kritik an ihm als „Hetzkampagne“ diffamiert, versucht sich der Debatte über legitime politische Positionen und deren Abgrenzung, besonders in Fragen von Antisemitismus und dem Umgang mit symbolisch belasteten Aussagen, zu entziehen. Die Linke Neukölln nominiert Ahmed Abed zum Bezirksbürgermeister – und positioniert sich so einen Streit über Antisemitismus, Palästina-Solidarität und politische Verantwortung. In Berlin-Neukölln hat die Linke einen Mann nominiert, der mit seiner politischen Vita nicht nur politische Gegner mobilisiert, sondern auch tief in die Selbstverständigung der Partei hineinwirkt. Ahmed Abed, Anwalt, Fraktionsvorsitzender der Linken in der Bezirksverordnetenversammlung, wurde mit 82,1 % der Stimmen zum Bürgermeisterkandidaten gewählt – ein Votum, das weniger über seine Erfolgschancen, dafür umso mehr über den Zustand seiner Partei aussagt. Dass Abeds Kandidatur zum ...