Zu „Barbarei mit Anstand“ von Peter Straß (Konkret, 26. Dezember 2025)
TL;DR: „Der linke Antizionismus ist kein Reflexionsdefizit. Er ist eine Entscheidung.“ Peter Straß seziert in ‚ Barbarei mit Anstand‘ die Sprache moralischer Entlastung – präzise, unbequem, notwendig. Wer erklärt, darf sich nicht reinwaschen. Im Geist von Haltung, nicht von Hochmut. Wer in einem Text über linken Antizionismus bzw. Antisemitismus bereits im zweiten Satz behauptet, „in der Sprache, mit der sie die Mordbrennerei der Hamas ›kontextualisieren‹, steckt ein Antisemitismus, der sich für moralisch überlegen hält“, hat entweder keine Zeit zu verlieren – oder keinen Glauben mehr an die Möglichkeit sprachlicher Aufklärung. Peter Straß wählt Letzteres. Nicht aus Pessimismus, sondern aus polemischer Konsequenz. Die Sprache der Entlastung , schreibt er, sei kein „Versehen“, sondern „Symptom eines politischen Begehrens“. Das ist keine sprachkritische Volte, sondern eine Zuschreibung mit Ziel. Wer „kontextualisiert“, „ordnet ein“ oder gar „erklärt“, macht sich mitschuld...